Die BDP um Präsident Martin Landolt fuhren an den Wahlen im Oktober einen herben Verlust ein und verloren ihre Fraktionsstärke.
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Fraktion gefunden: BDP und EVP schliessen sich der CVP an
Die CVP, die BDP und die EVP wollen in der kommenden Legislatur eine gemeinsame Mitte-Fraktion bilden. Diese werde sich für tragfähige Lösungen stark machen, schreibt die CVP in einer Mitteilung vom Freitag.
Wie viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier die neue Fraktion mit dem Namen «Die Mitte-Fraktion. CVP-EVP-BDP» genau zählt, wird erst nach dem 24. November klar sein - nach den zweiten Wahlgängen für die Ständeratswahlen.
Im Nationalrat sind es 25 Mitglieder der CVP sowie je drei Mitglieder der EVP und der BDP - insgesamt also 31. Damit wird die Mitte-Fraktion nach der SVP- und der SP-Fraktion in der grossen Kammer die drittstärkste Kraft sein. Die Grünen hatten in den Wahlen vom 20. Oktober die CVP überholt. Sie haben künftig 28 Sitze.
Keine Fraktionsstärke mehr
Die EVP hatte schon in der letzten Legislatur der CVP-Fraktion angehört. Die BDP bildete dagegen eine eigene Fraktion. Nach dem Verlust von vier Sitzen hat die BDP nun aber keine Fraktionsstärke mehr. Für eine eigene Fraktion braucht es mindestens fünf Mitglieder.
Die BDP hätte auch gemeinsam mit der EVP eine Fraktion bilden oder sich an jene der GLP anschliessen können. Nun schliesst sie sich jedoch der CVP an.
Formelle Zustimmung ausstehend
Die aktuelle CVP-Fraktion muss der Vereinbarung noch formell zustimmen. Dieser Schritt werde voraussichtlich am 22. November erfolgen, heisst es in der Mitteilung.
Ausserdem muss die Koordinationskonferenz - die Büros von National- und Ständerat - die Fraktionen noch genehmigen. Am 25. November werden die definitive Sitzverteilung sowie die neuen Fraktionen und deren Anspruch auf Kommissionssitze bekannt gegeben.
Pragmatischer Konsens
Die CVP schreibt, die Mitte-Fraktion stehe für ein politisches Klima des Diskurses, engagierter Diskussionen und für pragmatischen Konsens. Das sei der Weg, um konstruktive Lösungen zu entwickeln. Die neue starke Mitte-Fraktion ermögliche es, diese Art der Politik wieder mehrheitsfähig und somit realisierbar zu machen.
«Wir haben genug von der Blockadehaltung von Links und Rechts, genug von Stillstand statt Fortschritt, genug von gegeneinander statt miteinander», heisst es in der Mitteilung.
Neben der BDP-Delegation müssen sich weitere gewählte Nationalrätinnen und Nationalräte von Kleinparteien eine Fraktion suchen - wenn sie einer angehören wollen. Verbunden ist dies mit der Chance auf einen Kommissionssitz. (sda)
Nationalrat: Die grössten Schwänzer
Platz 1: Der ewige Spitzenreiter ist der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger. Er fehlte an 955 von 3934 Abstimmungen (24.3 %). KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Platz 2: Der zweite Podestplatz geht an BDP-Nationalrat Hans Grunder (BE). Er fehlte an 952 von 3934 Abstimmungen (24.2 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 3: BDP-Nationalrat Martin Landolt (GL) fehlte an 832 von 3934 Abstimmungen (21.1 %). KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Platz 4 geht an SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli (ZH). Er fehlte an 815 von 3934 Abstimmungen (20.7 %). KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
Platz 5: Der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri fehlte an 763 von 3934 Abstimmungen (19.4 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 6 geht an FDP-Nationalrat Olivier Français (VD). Er fehlte an 725 von 3934 Abstimmungen (18.4 %). KEYSTONE / CHRISTIAN BRUN
Platz 7: Nationalrat und glp-Parteipräsident Martin Bäumle (ZH) fehlte an 698 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Platz 8: SVP-Nationalrat Alfred Heer (ZH) fehlte an 698 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Platz 9: SVP-Nationalrat Luzi Stamm (AG) fehlte an 697 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). X00265 / RUBEN SPRICH
Platz 10: CVP-Nationalrat Jacques Neirynck (VD) fehlte an 695 von 3934 Abstimmungen (17.7 %). KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Platz 11: SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner (AG) fehlte an 694 von 3934 Abstimmungen (17.6 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 12: SP-Nationalrat und Ständeratskandidat Daniel Jositsch (ZH) fehlte an 674 von 3934 Abstimmungen (17.1 %). KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Platz 13: CVP-Nationalrat und Parteipräsident Christophe Darbellay (VS) fehlte an 670 von 3934 Abstimmungen (17 %). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Platz 14: SP-Nationalrat Jean-François Steiert (FR) fehlte an 649 von 3934 Abstimmungen (16.5 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 15: GPS-Nationalrat Alec von Graffenried (BE) fehlte an 634 von 3934 Abstimmungen (16.1 %). Von Graffenried will im Oktober nicht mehr kandidieren. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 16: SVP-Nationalrat Yves Nidegger (GE) fehlte an 621 von 3934 Abstimmungen (15.8 %). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Platz 17: SP-Nationalrat Alexander Tschäppät (BE) fehlte an 585 von 3934 Abstimmungen (14.9 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 18: BDP-Nationalrat Urs Gasche (BE) fehlte an 572 von 3931 Abstimmungen (14.6 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 19: FDP-Liberale-Nationalrat Jean-René Germanier (VS) fehlte an 571 von 3934 Abstimmungen (14.5 %). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Platz 20: Aargauer Nationalrat und Stadtammann von Baden, Geri Müller (Grüne), fehlte an 570 von 3934 Abstimmungen (14.5 %). Er tritt im Oktober nicht mehr an. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
Grüne fordern neue Zauberformel
Video: SRF / Roberto Krone
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