Erdogan: Grenzen bleiben offen, bis «türkische Erwartungen» erfüllt sind
Diese 7 Bilder zeigen, was gerade in Griechenland passiert
Zu Fuss und mit nur einem Rucksack voller Habseligkeiten versuchen die Geflüchteten nach Europa zu gelangen. AP / Michael Varaklas
«Wir haben die (Grenz-) Tore gestern geöffnet», verkündete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag. AP
In der türkischen Provinz Edirne gibt es Grenzübergänge zu Bulgarien und Griechenland. Viele Geflüchtete scheitern beim Grenzübergang. Auf dem Bild kehren zahlreiche zurück zu ihren Lagern, nachdem sie nicht über die Grenze gelassen wurden. EPA / TOLGA BOZOGLU
Migranten erreichen das Dorf Skala Sikaminias auf der griechischen Insel Lesbos. Die Überfahrt mit dem Schlauchboot ist lebensgefährlich. AP / Michael Varaklas
Migranten versuchen den Grenzzaun, der aus der Türkei nach Griechland führt, zu durchbrechen. AP / Darko Bandic
Mit Tränengas und Blendgranaten verteidigen die griechischen Behörden ihre Grenze. AP / Giannis Papanikos
Aufgrund der erhöhten Migration hat die griechische Polizei die Sicherheitsvorkehrungen an den Grenzübergängen erhöht. Hier patrouillieren griechische Polizisten in der Nähe des Grenzübergangs von Kastanies. AP / Giannis Papanikos
Im sich zuspitzenden Flüchtlingsstreit mit der EU hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gedroht, die Grenzen der Türkei für Flüchtlinge offen zu halten, bis Brüssel alle seine Forderungen erfüllt.
«Bis alle Erwartungen der Türkei spürbar erfüllt sind, werden wir die Praxis an unseren Grenzen fortsetzen», sagte Erdogan am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Er nannte die Wiederaufnahme der Gespräche über die Visafreiheit für türkische Staatsangehörige in Europa, die Eröffnung neuer Kapitel im EU-Beitrittsprozess Ankaras, eine Modernisierung der Zollunion und zusätzliche finanzielle Unterstützung als Forderungen.
Recep Tayyip Erdogan
Bild: EPA
«Wir betteln niemanden an. Alles, was wir wollen, ist, dass die Versprechen, die unserem Land gegeben wurden, eingehalten werden», fügte Erdogan hinzu.
Der türkische Staatschef hatte die Grenzen seines Landes zur EU Ende Februar für geöffnet erklärt. Dies sorgte für einen starken Flüchtlingsandrang an der türkisch-griechischen Grenze. Griechische Behörden hielten die Grenzen geschlossen und drängten Flüchtlinge teilweise unter dem Einsatz von Tränengas zurück.
Gegenseitige Vorwürfe
Die Situation führte auch zu neuen Spannungen zwischen Ankara und Brüssel. Die EU wirft der Türkei vor, die Migranten gegenüber Brüssel als Druckmittel zu missbrauchen. Die Türkei wiederum beschuldigt die EU, ihre Zusagen aus dem im März 2016 geschlossenen Flüchtlingsabkommen nicht einzuhalten.
Griechische Soldaten an der Grenze.
Bild: AP
Ankara hatte sich damals verpflichtet, alle auf den griechischen Inseln ankommenden Flüchtlinge zurückzunehmen und stärker gegen Schlepperbanden vorzugehen. Die EU versprach im Gegenzug Milliardenhilfen für die Flüchtlingsversorgung in der Türkei, eine beschleunigte Visa-Erleichterung und die Modernisierung der Zollunion.
Erdogan sagte in seiner Rede am Mittwoch, er habe die Grenzen auch geöffnet, um Europa zu drängen, mehr Hilfe im Syrien-Konflikt zu leisten. Die Türkei unterstützt die Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad militärisch. Bei Gefechten mit von Russland unterstützten syrischen Regierungstruppen waren mehrere Dutzend türkische Soldaten getötet worden.
Weitere grosse Fluchtbewegung befürchtet
«Mit der Erwärmung des Wetters im Frühjahr wird sich der Zustrom irregulärer Migranten, die nach Europa kommen, nicht auf Griechenland beschränken, sondern sich über das gesamte Mittelmeer ausbreiten», sagte Erdogan. Er bekräftigte, dass die Türkei auf ein neues Abkommen mit Brüssel vor dem nächsten EU-Gipfel am 26. März hofft.
Die Türkei beherbergt bereits rund 3,6 Millionen Flüchtlinge - die meisten davon aus Syrien. Ankara befürchtet im Zuge der Militäroffensive der syrischen Regierungstruppen zur Rückeroberung der letzten Hochburg islamistischer Milizen in Idlib eine weitere grosse Fluchtbewegung und fordert mehr Unterstützung von der EU. (aeg/sda/afp)
Griechenland – alleine mit 25'000 umherirrenden Flüchtlingen
Mehr als 25'000 Flüchtlinge irren Medienberichten zufolge derzeit durch Griechenland. X00025 / YANNIS BEHRAKIS
Trecks ziehen auf der Autobahn Athen-Thessaloniki Richtung Norden. X00025 / YANNIS BEHRAKIS
In der Nacht zum Samstag, 27.2.2016, schliefen dort viele im Freien. EPA/ANA-MPA / SIMELA PANTZARTZI
An der Grenze zu Mazedonien, die nunmehr vollständig geschlossen ist, harren den Angaben zufolge mittlerweile mehr als 5000 Menschen aus. X00025 / YANNIS BEHRAKIS
Syrische Flüchtlinge an der Grenze zu Mazedonien. AP/AP / Petros Giannakouris
Die Registrierzentren (Hotspots) und die Auffanglager des Landes seien nun überfüllt, berichtet der Fernsehsender Skai. Hier Flüchtlinge auf Athens Strassen. AP/AP / Thanassis Stavrakis
So hielten sich auch viele Flüchtlinge und Migranten in Parks in Athen und an den Docks der Hafenstadt Piräus auf. EPA/ANA-MPA / SIMELA PANTZARTZI
Dort kam am Samstagmorgen eine Fähre mit 440 Menschen von den Inseln Lesbos und Chios an. EPA/ANA-MPA / SIMELA PANTZARTZI
Weitere Fähren mit Flüchtlingen liegen vorläufig in den Inselhäfen vertäut, um den Zustrom zum Festland zu mindern. Hier ein schlafendes Kind an der geschlossenen Grenze zu Mazedonien. AP/AP / Petros Giannakouris
«Wir wollen Griechenland verlassen.» EPA/ANA-MPA / SIMELA PANTZARTZI
Unter den Flüchtlingen und Migranten sind den Berichten zufolge viele Kinder und alte Menschen, die medizinische Hilfe benötigen. Milchpulver, Wasser und Lebensmittel seien gefragt. X00025 / YANNIS BEHRAKIS
Freiwillige im ganzen Land versuchen, die Menschen notdürftig zu versorgen, wie hier in Athen. EPA/ANA-MPA / SIMELA PANTZARTZI
Flüchtlinge in Athen. EPA/ANA-MPA / SIMELA PANTZARTZI
Europas Versagen: Griechenland und die Flüchtlinge werden allein gelassen. X00025 / YANNIS BEHRAKIS
Sommaruga auf der griechischen Flüchtlingsinsel Lesbos
Video: SRF / Roberto Krone
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