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Trump über Österreich: «Die leben dort im Wald». Bild: keystone

«Grüsse aus Wien»: So lacht das Internet über Trumps explodierende Bäume in Österreich

In Kalifornien wüten derzeit verheerende Waldbrände. Warum haben viele andere Länder weniger mit Feuern zu kämpfen? Der US-Präsident liefert eine absurde Erklärung, die auf Twitter für einige Lacher sorgt.

Publiziert: 16.09.20, 16:50 Aktualisiert: 16.09.20, 17:01

Im Netz sorgt ein Videoausschnitt des US-Präsidenten für Wirbel: Darin spricht Donald Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News über die Waldbrände, die derzeit im Westen der USA wüten. Als Grund für das Ausmass der Brände in Kalifornien sieht Trump nicht den Klimawandel, sondern das aus seiner Sicht schlechte Forstmanagement des Staates.

Offenbar um seinen Punkt zu unterstreichen, will der Präsident dann eine Parallele zu Europa ziehen. Dort gäbe es ganze «Wald-Städte» – und dennoch würden die Feuer nicht wie in Kalifornien ausser Kontrolle geraten.

«Explosivere Bäume» in Österreich

Als besonderes Vorbild bei der Waldbrand-Bekämpfung nennt Trump anschliessend Österreich, denn «die leben dort im Wald». Dort gäbe es zudem «explosivere Bäume» als in Kalifornien. Der Grund, warum es dort nicht zu Feuerkatastrophen käme, sei weil die Brandgefahr besser im Zaum gehalten würde.

Wie das die Österreicher hinbekommen? «Sie verdünnen den Brennstoff», erklärt Trump. Damit meine er Laub und umgefallene Bäume am Boden. Wenn Bäume umkippen, würden sie sehr trocken, «wie ein Streichholz». Sie «können explodieren», erklärt Trump weiter.

«Es ist wirklich Treibstoff für ein Feuer. Also müssen sie etwas dagegen unternehmen.» Kalifornien müsse mehr Feuerbarrieren in den Wäldern schaffen, auch müsse man mehr Bäume fällen. Europäische Länder wie Österreich würden das seiner Ansicht nach besser machen.

So lachen die Österreicher auf Twitter

Auf Twitter sorgten die Äusserungen des US-Präsidenten über Österreich für viel Spott. Einige Nutzer posteten Fotomontagen, Bilder und Videos, um seine Idee von «Wald-Städten» auf die Schippe zu nehmen. Andere wiederum amüsieren sich darüber, dass die Bäume im Land angeblich explosiver seien.

«Grüsse aus meiner Heimatstadt, Wien, die Hauptstadt Österreichs», schreibt dieser Twitter-User.

Währenddessen in Österreich: explodierende Bäume.

Ein Österreicher in seinem natürlichen Habitat, eine seltene Aufnahme:

Trump versucht, die Klimakrise herunterzuspielen

Die Waldbrände im Westen der USA haben in den vergangenen Wochen riesige Flächen Land zerstört – und die Zahlen steigen weiter an. Allein in zehn Bundesstaaten, darunter Kalifornien, Oregon und Washington, verwüsteten 87 grosse Feuer mehr als 18'600 Quadratkilometer Land, wie die Bundesbehörde National Interagency Fire Center am Montag mitteilte.

In Kalifornien kämpften fast 16'500 Feuerwehrleute gegen die Flammen an. Das ganze Ausmaß des Feuerinfernos ist noch nicht abzusehen.

Die Brände historischen Ausmasses schüren die Ängste vor den Auswirkungen der Klimakrise. Der US-Präsident spielte das Thema bei einem Besuch in dem kritischen Gebiet in Kalifornien jedoch herunter. «Es wird anfangen, kühler zu werden, schauen Sie einfach zu», sagte Trump bei seinem Besuch zu einem kalifornischen Minister. «Ich wünschte, die Wissenschaft würde ihnen zustimmen», antwortete dieser. Und Trump: «Ich glaub nicht, dass das die Wissenschaft weiss.»

(anna-lena janzen /adi)

Waldbrände in Kalifornien 2019

Verheerende Waldbrände fressen sich im Herbst 2019 durch Teile Kaliforniens. FR34727 AP / NOAH BERGER
Die seit Tagen wütenden Brände haben bereits dutzende Häuser zerstört und zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. AP / Noah Berger
Rund 185'000 Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. EPA / ETIENNE LAURENT
Rund 80 Anwesen und mindestens zwei Weingüter brannten ab. Mehr als 2800 Helfer waren im Einsatz. EPA / PETER DASILVA
In Südkalifornien wütete das «Tick»-Feuer« nahe der Stadt Santa Clarita. Zwischenzeitlich mussten rund 40'000 Menschen ihre Häuser verlassen, viele konnten nach kurzer Zeit aber wieder zurückkehren. EPA / PETER DASILVA
Auch Weingüter sind von den Flammen stark betroffen. FR34727 AP / NOAH BERGER
Am schlimmsten sei derzeit das «Kincaid»-Feuer in Sonoma County, einer Weinbauregion rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco, teilten die zuständigen Behörden mit. Die Flammen breiteten sich auf einer Fläche von mehr als 100 Quadratkilometern aus – grösser als die Fläche Manhattans. AP / Jose Carlos Fajardo
Die Waldbrände zerstörten bereits zahlreiche Häuser und Fahrzeuge. FR34727 AP / NOAH BERGER
Bei starken Winden droht die Gefahr, dass Strommasten umstürzen oder Äste Leitungen abreissen und somit weitere Feuer auslösen. AP / Jose Carlos Fajardo
Die Feuerwehr kämpft in Geyserville (Kalifornien) gegen das sich rasend schnell ausbreitende Kincade-Feuer. FR34727 AP / NOAH BERGER
Seit Tagen kämpfen in Kalifornien Einsatzkräfte gegen die Waldbrände. AP / ETHAN SWOPE
Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht: Der Nationale Wetterdienst warnte vor gefährlich starken Winden bei gleichzeitig niedriger Luftfeuchtigkeit. Diese Kombination könnte zur schnellen Ausweitung der Brände führen, hiess es. AP / Jose Carlos Fajardo
Die Brände in Kalifornien von oben. AP
Neuer Brand eingedämmt: Ein Löschflugzeug - ein sogenannter Very Large Air Tanker - im Einsatz gegen das "Maria"-Feuer in Ventura, Kalifornien. EPA / JOHN CETRINO
Bevorstehende Extrem-Winde stellen für die Feuerwehrleute in Kalifornien im Kampf gegen die Buschbrände eine Gefahr dar. AP / REED SAXON
Die Buschfeuer in Kalifornien erreichen Los Angeles und trieben auch Prominente aus ihren Villen. AP / MARCIO JOSE SANCHEZ
In Kalifornien werden im Bezirk Sonoma im Kampf gegen Buschbrände auch Häftlinge als Feuerwehrleute eingesetzt. FR34727 AP / NOAH BERGER
Die Situation in Santa Paula (Kalifornien) ist kritisch. AP / Noah Berger
AP / Noah Berger

So wüten die Waldbrände in Kalifornien

Video: watson

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