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Heftiges Erdbeben erschüttert Himalaya-Region +++ Mindestens 58 Menschen gestorben +++ Opferzahl steigt laufend

Publiziert: 12.05.15, 09:26 Aktualisiert: 12.05.15, 14:43

Bewohner bringen sich in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu in Sicherheit. Bild: Bikram Rai/AP/KEYSTONE

Bei dem schweren Nachbeben im Himalaya sind mindestens 58 Menschen gestorben. In Nepal seien bislang 40 Tote geborgen worden, sagte Laxmi Dhakal vom Innenministerium in Kathmandu am Dienstag. Mindestens 1129 Menschen seien verletzt worden.

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«In einigen Dörfern in diesen (am schwersten getroffenen) Gegenden erwarten wir völlige Zerstörung», sagte Dhakal. Im Nachbarland Indien kamen nach offiziellen Angaben 17 Menschen ums Leben. Die meisten davon seien im Bundesland Bihar gestorben, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Neu Delhi. In China starb eine Frau. 

Weitere Tote werden befürchtet. Polizeikommissar S.P. Magar sagte, am Neuen Markt in Nepals Hauptstadt Kathmandu sei ein fünfstöckiges Haus in sich zusammengestürzt. «Wir fürchten, dass es Tote gibt, denn unter dem Gebäude stand ein Taxi. Wir versuchen, es zu finden. Bislang hatten wir kein Glück.» 

Über die Stärke des Bebens herrscht Unklarheit. Das deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam bezifferte die Stärke mit 7,2 auf der Richterskala, die US-Erdbebenwarte USGS gab zuerst 7,4 an und korrigierte den Wert später auf 7,3.  Das Epizentrum lag demnach an der Grenze zu China etwa 83 Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu in 18,5 Kilometern Tiefe.

Schweizer Hilfswerke in der Region

Die Entwicklungshilfeorganisation Helvetas hat infolge des Nachbebens in Nepal die Hilfslieferungen kurzfristig unterbrochen. Wie der Programmberater von Helvetas, Jürgen Merz, erklärt, wurden die Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen aus den betroffenen Regionen abgezogen und nach Kathmandu zurückgerufen. «Die Angst vor weiteren Erdstössen ist gross. Ebenso die Sorge um die Familien der Mitarbeitenden», so Merz in einem Communiqué von Helvetas. Die 230 Mitarbeitenden von Helvetas in der Region seien aber alle wohlauf. 

Auch die Sammelorganisation Glückskette ist über ihre Partnerorganisationen in der Region aktiv. Ernst Lüber, Leiter Projektabteilung der Sammelorganisation, ist am Dienstag Morgen in der Hauptstadt Kathmandu eingetroffen. «Ich war gerade am Kaffee trinken, als die Erde geschüttelt hat. Die Leute rannten auf die Strasse, es herrschte eine aufgeregte Stimmung – wahrscheinlich auch, weil sie das Beben vor zwei Wochen noch in den Köpfen hatten.» In dem Stadtviertel, in dem sich Lüber aufhält, hat das Beben offenbar keine Schäden hinterlassen. «Die Gebäude hier sind aber auch solider gebaut».  Lüber, der für die Glückskette die Nothilfeprojekte besucht, ist dabei sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Das gestaltet sich aber schwierig. Die Internetverbindung ist instabil, das Telefonnetz bricht regelmässig zusammen. «Wahrscheinlich ist man ausserhalb Nepals besser informiert als im Land selber.» (wst)

In Kathmandu dauerten die Erdstösse fast eine Minute lang, viele Menschen rannten in Panik auf die Strassen. Überall heulten die Sirenen, der Flughafen von Kathmandu wurde geschlossen. Nur wenige Minuten nach dem ersten Erdstoss gab es nach Angaben der USGS noch ein Nachbeben der Stärke 5,6. 

Die Erschütterungen waren auch im Norden Indiens und bis in die rund tausend Kilometer entfernte Hauptstadt Neu Delhi zu spüren. Auch in der nordindischen Stadt Bihar flüchteten laut Fernsehberichten viele Menschen auf die Strassen. 

Büroangestellte in Neu Delhi: Das Erdbeben war bis in die indische Hauptstadt zu spüren. Bild: HARISH TYAGI/EPA/KEYSTONE

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Das gewaltige Nachbeben in Nepal hat weitere Häuser zum Einsturz gebracht. Leichen würden aus einem Gebäude gebracht, das in sich zusammengefallen sei, erklärte Paul Dillon, Sprecher der zwischenstaatlichen Organisation für Migration (IOM), am Dienstag.  

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Gerölllawine nach einem Nachbeben in Dhunche, Nepal.

Offizielle Angaben über Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht. Nepalesische Behörden waren nicht erreichbar, da das Telefonnetz in Kathmandu völlig überlastet war. 

Am 25. April war Nepal von einem Beben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Nach jüngsten Angaben kamen mehr als 8000 Menschen ums Leben, etwa 16'000 weitere wurden verletzt. Schätzungen der Behörden zufolge wurden beinahe 300'000 Häuser vollständig zerstört und rund 250'000 weitere stark beschädigt. In vielen schwer zugänglichen Tälern wurde das Ausmass der Schäden allerdings immer noch nicht vollständig erfasst. (wst/sda/dpa/afp)

Update folgt

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