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Polizeischutz für italienische Holocaust-Überlebende

Publiziert: 07.11.19, 11:41

Liliana Segre Bild: AP

Die italienische Holocaust-Überlebende und Senatorin Liliana Segre hat nach zahllosen antisemitischen Schmähungen Polizeischutz bekommen. Dies berichteten am Donnerstag mehrere italienische Medien unter Berufung auf die Mailänder Behörden. Die 89-Jährige war Anfang 2018 von Staatspräsident Sergio Mattarella zur Senatorin auf Lebenszeit ernannt worden.

Segre wurde 1930 in einer jüdischen Familie in Mailand geboren. Nach einer gescheiterten Flucht mit ihrem Vater in die Schweiz wurde sie Ende 1943 verhaftet und im Januar 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie überlebte dort als Arbeiterin in einem Rüstungsbetrieb.

Im Oktober war bekannt geworden, dass Segre über soziale Medien täglich rund 200 antisemitische Hass-Nachrichten von Holocaust-Leugnern und anderen Extremisten erhielt. Der Senat richtete daraufhin einen Sonderausschuss gegen Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus ein. Die Mitte-Rechts-Parteien enthielten sich bei der Abstimmung darüber, was in Italien heftige Kontroversen auslöste.

Der italienische Abgeordnete Emanuele Fiano (PD), Sohn eines Holocaust-Überlebenden, zeigte sich am Donnerstag bestürzt. «Es ist ein fürchterliches Signal, es ist eine Welt im Rückwärtsgang. Jemanden zu verteidigen, der die Hölle durchgemacht hat, ist eine Pflicht, aber auch eine Niederlage», sagte er zum Polizeischutz für Segre. (aeg/sda/dpa)

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Ein südkoreanischer Mann weint beim Abschied seines Bruders, der wieder zurück nach Nordkorea muss. Durch den Krieg getrennt, haben sich die beiden seit 60 Jahren nicht gesehen. 2015 wurden den getrennten Familien und Freunden erlaubt, sich für drei Tage wiederzusehen, bevor sie sich wieder für lange Zeit trennen mussten. bild: imgur
Westberliner Eltern zeigen ihre Kinder den Ostberliner Großeltern, 1961. bild: via 1jux
Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen Lagern sehen den Filmbericht über deutsche Konzentrationslager. Dies war Teil des Entnazifizierungsprogramms. Wenn das Ohr die Erzählungen über den Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden nicht glauben wollte, dann musste man es den Augen zeigen. bild: United States Holocaust Memorial Museum via rarehistoricalphotos
Die Gräber eines katholisch-protestantischen Ehepaars, das wegen ihrer unterschiedlicher Konfession nicht gemeinsam bestattet werden durfte. Nach 38 Jahren Ehe starb der Mann 1880, sie folgte ihm acht Jahre später nach. Sie wollte aber nicht in ihrem Familiengrab begraben werden, sondern direkt an der Mauer zum protestantischen Teil des Friedhofs. So nahe an ihrem Mann wie es eben ging. bild: via unusualplaces
«Werfel bekommt sein erstes Paar neuer Schuhe», heisst dieses Foto, das 1946 im Life Magazine erschien. Werfel war ein sechsjähriges Waisenkind aus Österreich. Die Schuhe erhielt es vom Amerikanischen Roten Kreuz. bild: sixpenceee
Der Renndirektor Jock Semple will der einzigen Frau, die den Boston Marathon 1967 läuft, die Startnummer abreissen. Es ist Kathrine Switzer und ihr Freund kommt ihr zur Hilfe, stösst Semple zur Seite, sodass sie ihr Rennen fortsetzen und ins Ziel einlaufen kann. Die Rangelei spielte sich direkt vor dem Pressebus ab, die Fotos gingen um die Welt und lösten heftige Diskussionen um den Frauensport aus. Switzer wurde zwei Tage nach dem Lauf aus der Amateur Athletic Union ausgeschlossen, lief aber weiter inoffiziell Rennen. 1972 wurden dann erstmals Frauen offiziell in Boston zugelassen. Switzer wurde Dritte in 3:29:51 h. bild: kathrinswitzer
Das letzte Foto von Lenin, 1923: Hier hatte er bereits drei Schlaganfälle hinter sich und war taub. bild: wikimedia
Tot kann man ihn allerdings bis heute anschauen gehen: In seinem Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau: Er sieht sogar jedes Jahr ein bisschen besser aus, weil sich die Forscher der Mausoleum-Gruppe so gut um ihn kümmern. Sie balsamieren ihn alle zwei Jahre neu ein und ersetzen die faul gewordenen Haut- und Fleischpartien mit Plastik. Dazu kriegt er alle drei Jahre einen neuen Massanzug frisch aus der Schweiz, wo das Lüstergewebe produziert wird; ein glänzender Wollstoff, den Lenin wohl während seines Zürcher Aufenthalts zu schätzen gelernt hat. Nur 2009 hat er keinen neuen bekommen. Wegen der Wirtschaftskrise wurde sein Anzug nur gründlich gewaschen und glattgebügelt.
Der Moment, als der fünfjährige, taub geborene Harold Whittles dank der Wissenschaft zum ersten Mal hören kann, 1974. bild: Jack Bradley via rarehistoricalphotos
Jobsuche in der Zeit der Grossen Depression in den USA, 1930er. bild: via pinterest
Bolaji Badejo, der nigerianische Kunststudent, der durch seine Rolle im Film «Alien» von Ridley Scott bekannt wurde. Er war 2,08 Meter gross, weshalb er vom Regisseur in einer Bar angesprochen und für die Rolle des titelgebenden Ausserirdischen gebucht wurde. Das Kostüm hat selbstverständlich das Schweizer Genie HR Giger entworfen. bild: imgur
Istvan Reiner wurde gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Grossmutter nach Auschwitz deportiert. Seine Mutter wurde bei der Selektion Zwangsarbeit zugewiesen, sie überlebte den Krieg. Istvan und seine Grossmutter wurden vergast. Das Foto entstand kurz vor seinem Tod. bild: sixpenceee
Akrobaten auf dem Dach des Empire State Building, New York, 1934. Mit einer Höhe von 381 Metern – bis zur Antennenspitze rund 443 Meter – war das von 1930 bis 1931 in sehr kurzer Bauzeit errichtete Gebäude nicht nur das höchste Gebäude New Yorks, sondern bis 1972 auch das höchste der Welt. bild: rarehistoricalphotos
Eine Erotiktänzerin zeigt dem Richter, dass ihre Unterwäsche gross genug ist, um alles zu verdecken, nachdem sie von einem Undercover-Polizisten in Florida festgenommen wurde. bild: imgur
Joe Masseria, der US-amerikanische Mobster der Cosa Nostra und früher Boss der Genovese-Familie, liegt tot am Boden eines Restaurants in Brooklyn. In der Hand hält er das Pik-Ass. Masseria war von 1920 bis zu seiner Ermordung 1931 der Boss aller Bosse («capo di tutti i capi»). bild: via myenglishclub
«Marines Call It That Two Thousand Yard Stare» heisst das Gemälde des Kriegsmalers Thomas C. Lea. Er hat es 1944 nach der Schlacht um Peleliu angefertigt: Ein völlig erschöpfter Soldat nach der Schlacht, mit leerem Blick starrt er ins Nirgendwo. Nach der Veröffentlichung des Bildes im Life Magazin wurde sein Titel zum Synonym für den Gesichtsausdruck eines traumatisierten Soldaten. bild: wikimedia
Alle tragen Hüte in New York, 1930er. bild: imgur
Ein schottischer Dudelsackspieler mit Kilt im Ersten Weltkrieg. Über 1000 «Pipers» starben während des Krieges. Sie begleiteten ihre Kameraden aufs Schlachtfeld. Der Spieler Harry Lunan, der letzte der Überlebenden, sagte: «Ich spielte einfach, was mir gerade in den Sinn kam. Ich war stets besorgt, dass ich über den unebenen Boden stolpern könnte, was mein Spiel unterbrochen hätte. Der Dudelsack ermutigte die Truppen. Die Musik erinnerte sie an ihre Familien, für die wir gekämpft haben. Der Feindbeschuss war mörderisch, die Männer um mich fielen tot um. Ich hatte Glück.» bild: via britishpathe
Am 28. August 1939 verlässt Leonardo da Vincis Mona Lisa das Louvre in Paris und es sollte erst nach dem Krieg zurückkehren – zusammen mit all den anderen Meisterstücken des Museums, die vor den Deutschen in Sicherheit gebracht worden waren. bild: twistedsifter
Die Rettungsaktion der Carpathia: Gegen 4:00 Uhr am 15. April 1912, gut anderthalb Stunden nach dem Untergang der Titanic, erreichte die Carpathia als erstes Schiff die angegebene Position und nahm kurze Zeit später die ersten Überlebenden aus den Rettungsbooten an Bord. Die Zeitschrift GEO berichtete dazu, dass die Titanic eine um etwa 10 sm (18,5 km) falsche Position meldete, so dass die Rettungsboote nur zufällig zwischen den Eisbergen gefunden wurden. Am Abend des 18. April 1912 fuhr die Carpathia im strömenden Regen mit den 705 Überlebenden des Titanic-Unglücks im Hafen von New York ein, von tausenden Menschen im Battery Park und am Cunard Pier erwartet. Noch einige Zeit später wurden die Besatzungsmitglieder der Carpathia in allen Häfen, die das Schiff ansteuerte, als Helden gefeiert. bild: britannica
Sowjetische Graffiti im Berliner Reichstag nach der Schlacht um Berlin, 1945. bild: pinterest
Die Gründung Tel Avivs am 11. April 1909: Die parzellierten Sanddünen werden an 60 Familien mittels beschrifteter Muscheln verlost. bild: wikimedia
Der letzte russische Zar Nikolaus II. lässt seine Tochter Anastasia an seiner Pfeife ziehen. In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 wurde die ganze Zarenfamilie von Männern der Tscheka umgebracht. In zwei Reihen sollten sie sich aufstellen, für ein Foto, hiess es. Dann schossen die 11 Männer alle gleichzeitig auf ihre Zielpersonen. Der Zar starb sofort, seine Kinder nicht. Die Kugeln prallten an den Zarenkindern ab, weil die Kammerdienerin vorher den Familienschmuck in ihre Mieder eingenäht hatte und nun mit einem ebenso wertvoll gefüllten Kissen versuchte, die Schüsse abzuwehren. Das ganze Abschlachten dauerte zwanzig Minuten, am Ende stachen die Mörder mit ihren Bajonetten zu. bild: kapital.criptomoney
Die Besatzung des US-Coast-Guard-Kutters «Spencer» schaut zu wie ein deutsches U-Boot in der Atlantikschlacht zerstört wird. bild: U. S. Coast Guard Photo via ibiblio
Der dänische Polarforscher Peter Freuchen mit seiner Frau, 1947. bild: kapital.criptomoney

Der berühmteste Wachmann der Welt entschuldigt sich

Video: SRF / Roberto Krone

Zweiter Weltkrieg und Holocaust