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Polizeischutz für italienische Holocaust-Überlebende



Holocaust survivor Liliana Segre speaks with young students on the occasion of an Holocaust remembrance, at the Arcimboldi theatre in Milan, Italy, Wednesday, Jan. 24, 2018. Segre, a senator for life, unwittingly provoked one of Italy’s most intense confrontations with anti-Semitism since the fall of the Fascist dictatorship when she proposed a motion to create a parliamentary commission against anti-Semitism which the center-right abstained from voting. (AP Photo/Luca Bruno)

Liliana Segre Bild: AP

Die italienische Holocaust-Überlebende und Senatorin Liliana Segre hat nach zahllosen antisemitischen Schmähungen Polizeischutz bekommen. Dies berichteten am Donnerstag mehrere italienische Medien unter Berufung auf die Mailänder Behörden. Die 89-Jährige war Anfang 2018 von Staatspräsident Sergio Mattarella zur Senatorin auf Lebenszeit ernannt worden.

Segre wurde 1930 in einer jüdischen Familie in Mailand geboren. Nach einer gescheiterten Flucht mit ihrem Vater in die Schweiz wurde sie Ende 1943 verhaftet und im Januar 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie überlebte dort als Arbeiterin in einem Rüstungsbetrieb.

Im Oktober war bekannt geworden, dass Segre über soziale Medien täglich rund 200 antisemitische Hass-Nachrichten von Holocaust-Leugnern und anderen Extremisten erhielt. Der Senat richtete daraufhin einen Sonderausschuss gegen Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus ein. Die Mitte-Rechts-Parteien enthielten sich bei der Abstimmung darüber, was in Italien heftige Kontroversen auslöste.

Der italienische Abgeordnete Emanuele Fiano (PD), Sohn eines Holocaust-Überlebenden, zeigte sich am Donnerstag bestürzt. «Es ist ein fürchterliches Signal, es ist eine Welt im Rückwärtsgang. Jemanden zu verteidigen, der die Hölle durchgemacht hat, ist eine Pflicht, aber auch eine Niederlage», sagte er zum Polizeischutz für Segre. (aeg/sda/dpa)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Knety 07.11.2019 16:09
    Highlight Highlight Was ist nur mit Italien los? Eigentlich ein so tolles Land.
  • LoDa 07.11.2019 15:50
    Highlight Highlight Italien wäre ein schönes Land, einfach ohne Italiener. Überall wird gelogen was das Zeug hält. Keine Quittung abgeben um die Steuer nicht zu bezahlen ist Alltag. Übrigens, ich bin Italiener.
  • FrancoL 07.11.2019 14:56
    Highlight Highlight Mosaikstein für Mosaikstein zeigt Italien sein wahres Gesicht. Ein Staat der nie seine Vergangenheit aufgearbeitet hat und immer wieder den Rassismus zugelassen hat. Einen Rassismus der vor einigen Jahrzehnten Nord versus Süden betraf und heute viele Minderheiten in Italien trifft.
    Ein Land dass über 30% einem Salvini zujubelt ist Fakt und zeigt, dass auch in Zukunft der Rassismus und der Faschismus nicht bekämpft wird.
    • Kant 07.11.2019 15:44
      Highlight Highlight Ich weiss aber ehrlich gesagt nicht, ob die Schweiz viel besser dran ist.
    • FrancoL 07.11.2019 16:15
      Highlight Highlight Ich weiss mit Sicherheit dass die Schweiz zwar schlecht unterwegs ist, aber bei weitem Italien nicht erreicht in Sachen Rassismus.
    • Albert Stpeck 07.11.2019 17:41
      Highlight Highlight @FrancoL
      Mit allem einverstanden, aber...
      Das vielleicht einzige, westliche Land, welches eine vorbildliche Bewältigung seiner dunklen Vergangenheit durchgemacht hat ist: Deutschland.
      Da scheint gewissermassen der Lack der Zivilisation abzublättern. Wenn man sieht, wie erneut ein Drittel der Wähler „einen Scheiss drauf gibt“, bezweifle ich doch stark, dass es an einer Vergangenheitsbewältigung alleine liegt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Tirador 07.11.2019 14:04
    Highlight Highlight Italien hat leider nicht nur im Fussball mit Rassismus und Antisemitismus zu kämpfen. Es scheint, als ob sich die nicht stattgefundene Aufarbeitung des Faschismus einmal mehr offen zeigt.
    Einfach nur beschämend und traurig. Ich mag ja Italien, aber im Moment überwiegen die negativen Nachrichten...
  • Magnum 07.11.2019 13:46
    Highlight Highlight Zur Hölle mit dieser rechtsextremen Brut, welche eine 89jährige Frau bedrohen und beschimpfen zu müssen glaubt. Nein, nicht zur Hölle sondern vor Gericht mit diesem unsäglichen, feigen Pack, das online eine Riesenklappe hat. Es reicht, aber so was von.
  • TingelTangel 07.11.2019 13:39
    Highlight Highlight Wie Gotterbärmlich muss man sein wenn man eine Holocaust Überlebende noch Bedrohen muss. Es ist schon ein Armutszeugnis für Italien - an Raststätten wird Wein Verkauft mit dem Konterfrei von Hitler und Mussolini, in denn Stadien ist Faschismus Normal und ja eine Betagte die denn Völkermord Überlebt hat braucht Polizeischutz. Aber auch bei uns - in denn 20min Kommentarspalten zu Putins Wikipedia - Warnt einer das wenn die Rot/Grünen die Macht übernehmen, die Säuberungen beginnen werden. Nicht ohne Grund Jubeln Faschisten der AfD, Putin und andern Rechtsaussen Parteien zu.

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