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England will nach Terror-Anschlag Zugang zu verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten

Publiziert: 27.03.17, 14:40 Aktualisiert: 27.03.17, 14:49

Der Anschlag in London hat in Grossbritannien eine Debatte über die Verschlüsselung von Kurznachrichten ausgelöst. Die britische Innenministerin Amber Rudd forderte Whatsapp und andere Social-Media-Unternehmen auf, Sicherheitsbehörden Zugang zu verschlüsselten Nachrichten zu gewähren.

Anlass sind Medienberichte, die nahelegen, dass der Attentäter Khalid Masood kurz vor dem Anschlag noch den Kurznachrichtendienst Whatsapp nutzte. «In dieser Situation müssen wir sicherstellen, dass unsere Geheimdienste Zugang zu verschlüsselten Whatsapp-Nachrichten haben», sagte Rudd am Sonntag. Sie kündigte an, in der kommenden Woche auf eine Reihe von Firmen mit Vorschlägen für eine Zusammenarbeit zuzugehen.

Die Polizei wollte sich zu möglichen Whatsapp-Chats Masoods nicht äussern. «Es handelt sich um pure Spekulation durch die Medien», sagte ein Scotland-Yard-Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Motiv des Täters könnte im Dunkeln bleiben

Erst am Samstag hatten die Behörden eingestanden, dass möglicherweise nie geklärt werden kann, was Masood zu seiner Tat trieb. «Wir müssen alle die Möglichkeit akzeptieren, dass wir nie verstehen werden, warum er das getan hat. Dieses Wissen könnte mit ihm gestorben sein», hiess es in einer Mitteilung.

Der mutmassliche Täter wird von der Polizei gestoppt. AP/PA / Stefan Rousseau
Rettungskräfte und Polizei beim Westminster in London. AP/PA / Stefan Rousseau
Der Täter hatte zunächst Menschen auf der Westminster-Brücke nahe dem Parlament mit einem Auto umgefahren. AP/ITN via APTN
Rettungskräfte im Einsatz. AP/ap / Matt Dunham
Überall Polizeiautos. X90073 / STEFAN WERMUTH
Rettungskräfte im Einsatz. AP/ap / Matt Dunham
Der Angreifer wurde von anderen Polizisten niedergeschossen, der Polizist starb an den Folgen seiner Verletzungen. AP/AP / Kirsty Wigglesworth
In London laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. AP/PA / Yui Mok
Forensiker bei der Arbeit. X03696 / HANNAH MCKAY
Das Gelände ist grossräumig abgesperrt. X03696 / HANNAH MCKAY
Schwerbewaffnete Polizei im Einsatz. X90073 / STEFAN WERMUTH
Überall Polizeikräfte. EPA/EPA / ANDY RAIN
Bei einem Anschlag in London sind am Mittwoch vier Menschen getötet worden. AP/PA / Stefan Rousseau
Der Angriff fand vor dem britischen Parlamentsgebäude statt. AP/AP / Kirsty Wigglesworth
Dabei gab es mindestens 40 Verletzte. X90004 / TOBY MELVILLE
Auf dem Parlamentsgelände wurde ein Polizist niedergestochen. AP/ap / Matt Dunham
Passanten bringen sich in Sicherheit. X90004 / TOBY MELVILLE
Beim Angreifer handelte es sich um einen Einzeltäter, wie später am Abend bestätigt wurde. AP/ap / Matt Dunham
Die Gegend um das Parlament wurde abgesperrt. EPA/EPA / ANDY RAIN
Zeugen berichteten, dass sich Rettungskräfte hinter den Toren zum Parlamentsgebäude um zwei Personen bemühten. AP/ap / Matt Dunham
Das Attentat fiel auf den Jahrestag der Attacken in Brüssel. AP/ap / Matt Dunham
Ein Polizist betreut eine Passantin. X90004 / TOBY MELVILLE
Die Polzei geht von einem islamistisch motivierten Gewaltakt aus. X03696 / HANNAH MCKAY
Vor dem Gebäude landete ein Rettungshelikopter. AP/PA / Victoria Jones
Das Parlamentsgebäude wurde abgesperrt. X90073 / STEFAN WERMUTH
Regierungsmitglieder rund um den Globus sicherten Grossbritannien ihre Unterstützung zu. AP/PA / Victoria Jones
AP/PA / Victoria Jones
EPA/EPA / WILL OLIVER
EPA/EPA / ANDY RAIN
EPA/EPA / ANDY RAIN
EPA/EPA / ANDY RAIN
EPA/EPA / WILL OLIVER
EPA/EPA / ANDY RAIN
EPA/EPA / ANDY RAIN

Die Polizei geht davon aus, dass Masood alleine handelte. Doch weiterhin ist unklar, ob der 52-Jährige bei der Vorbereitung unterstützt wurde oder ob er möglicherweise einen Auftrag für den Terroranschlag erhielt.

«Wir sind entschlossen zu verstehen, ob Masood ein Einzeltäter war, der von terroristischer Propaganda inspiriert wurde, oder ob ihn andere ermutigt, unterstützt oder angeleitet haben», hiess es in der Scotland-Yard-Mitteilung weiter.

Verdächtige freigelassen

Bei den Ermittlungen zum Anschlag in London verhaftete die britische Polizei am Sonntag einen weiteren Verdächtigen. Wie die Polizei am Abend mitteilte, wurde der 30-Jährige im mittelenglischen Birmingham unter dem Verdacht festgenommen, terroristische Angriffe vorzubereiten. Birmingham gilt als Hochburg der Islamisten-Szene in Grossbritannien.

Seit dem Anschlag am vergangenen Mittwoch hat die britische Polizei nunmehr insgesamt zwölf Verdächtige festgenommen, zehn von ihnen aber bereits wieder freigelassen, darunter eine 32-jährige Frau gegen Kaution. Ein 58-Jähriger, der ebenfalls in Birmingham festgenommen worden war, befand sich am Sonntag nach Polizeiangaben noch in Gewahrsam.

Masood war am Mittwoch mit einem Auto gezielt in Fussgänger auf der Westminster-Brücke in London gefahren. Er tötete dabei drei Menschen; anschliessend erstach er einen unbewaffneten Polizisten vor dem Parlament. Masood wurde von Sicherheitskräften erschossen. 50 Menschen wurden bei seinem Attentat teils schwer verletzt. Der ganze Anschlag dauerte gerade einmal 82 Sekunden.

Die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») reklamiert die Tat für sich. Der Wissenschaftler Peter Neumann bezweifelte aber, dass Masood in direktem «IS»-Auftrag gehandelt habe.

Mehrfach vorbestraft

Masood wurde Medienberichten zufolge in Grossbritannien unter dem Namen Adrian Russel Elms geboren. Laut Polizei verwendete er noch weitere Namen, auch den Wohnort wechselte er wohl häufig.

Masood war mehrfach vorbestraft und der Polizei vor allem durch Gewaltdelikte aufgefallen. Während eines Gefängnisaufenthalts soll er zum Islam konvertiert sein, wie britische Medien berichteten. Später hielt er sich teils längere Zeit in Saudi-Arabien auf.

Nach Angaben von Premierministerin Theresa May stand er zeitweise unter Verdacht, ein gewalttätiger Extremist zu sein. Masood lebte zuletzt in Birmingham.

(oli/sda/dpa/afp)

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