Hyundai enthüllt das vielleicht spannendste Elektroauto des Jahres
Als Hyundai im September vergangenen Jahres das Concept Three präsentierte, verkündeten die Koreaner selbstbewusst: Das Design entspricht in grossen Teilen bereits der Serienversion. Bei Beobachtern warf das Fragen auf: Sollte der Ioniq 3 wirklich als viertüriges Coupé mit sportlichem Schnitt auf den Markt kommen? Ja, das tut er. Etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Studie zeigt sich das Kompaktmodell in seiner finalen Form. Einige Details sind etwas abgemildert, doch die Grundform ist geblieben.
Mit seinen 4,15 Metern Länge ist der Ioniq 3 etwas länger als der Kleinwagen i20 mit Verbrennungsmotor (rund 4,06 Meter), aber deutlich kürzer als der kompakte i30 (4,34 Meter). Durch den langen Radstand von 2,68 Metern (i30: 2,65 Meter) und die E-Auto-typische Verteilung von Antrieb und Batterie soll der Innenraum dennoch grosszügiger wirken, verspricht Hyundai.
Die von den PR-Strategen als «Aero Hatch» bezeichnete Form soll einen Kompromiss zwischen geringem Luftwiderstand und grosszügigem Platzangebot finden. Anders als bei der Studie hat die Serienversion eine grössere zusätzliche Scheibe zugunsten der Rücksicht und ein gerader geformtes Heck (für mehr Kopffreiheit im Fond) mit einem auffälligen Spoiler.
Innenraum mit Wohnzimmer-Look
Beim Armaturenträger setzt Hyundai einerseits auf ein sehr aufgeräumtes Design mit kleinem Display vor dem Fahrer und einem grossen Screen (je nach Ausstattung 12,9 oder 14,6 Zoll) in der Mitte, setzt aber auch konturierte Oberflächen vor dem Beifahrer ein – der Renault 5 lässt grüssen. Als erstes Modell für den europäischen Markt erhält der Ioniq 3 ein neues Infotainmentsystem auf Android-Basis.
Fünf Passagiere sollen im Kompaktstromer bequem Platz finden, versprechen die Koreaner, nach Wunsch auf beheizbaren und belüfteten Sitzen sowie mit Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Ambientebeleuchtung. Auch für Gepäck ist genügend Raum: 441 Liter fasst der Kofferraum, inklusive der sogenannten «Megabox» unter dem Ladeboden. Hier befindet sich ein 119 Liter grosser Stauraum für einen Handgepäcktrolley oder Ähnliches.
Zwei Batteriegrössen, zwei Antriebsstärken
Technisch nutzt der Ioniq 3 die Elektro-Plattform des Konzerns mit einer 400-Volt-Architektur. Sprich: Zwei Batterieoptionen (42,2 und 61 kWh wie beim Konzernbruder Kia EV2) und zwei Leistungsstufen (147 PS beim kleinen und 135 PS beim grossen Akku) stehen zur Auswahl. Das Modell mit dem grösseren Akku erhält also den schwächeren Motor. Die Reichweite liegt laut Angaben des Herstellers bei bis zu 344 beziehungsweise 496 Kilometern, Schnellladen ist mit bis zu 119 kW möglich, Wechselstrom-Laden bis 22 kW. Beim Schnellladen ist der Stromspeicher bestenfalls in 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt. 170 km/h sollen maximal möglich sein.
Zum Vergleich: Der etwas kleinere VW ID. Polo bietet Reichweiten bis 450 km mit einem 52-kWh-Akku, der etwas grössere ID.3 Neo bis 630 km mit dem 79-kWh-Akku.
Ein schlüsselloser Zugang per Smartphone, ein EV-Routenplaner, Assistenzsysteme wie ein automatisches Einparken, 360-Grad-Kamera oder ein Autobahnassistent sind beim Ioniq 3 ebenfalls erhältlich. Wer es sportlicher mag, kann die sogenannte «N-Line» mit 19-Zoll-Rädern, grossem Heckspoiler und roten Akzenten im Innenraum bestellen.
Preise und Marktstart
Entwickelt wurde der Ioniq 3 im deutschen Rüsselsheim, gebaut wird er in der Türkei. Zum Preis gibt es bisher keine Informationen. Vermutlich dürfte er bei knapp 30'000 Franken starten. Für das Modell mit dem grösseren Akku sind Preise um 35'000 Franken realistisch. Der Ioniq 3 wird ab dem dritten Quartal 2026 ausgeliefert, also zeitgleich mit dem ID.Polo.

