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Hier läuft Campbell gerade auf der London Fashion Week für Tommy Hilfiger. Bild: EPA

Naomi Campbell feiert Geburtstag 🥳 Und jetzt rate mal, wie alt sie wird ...

Publiziert: 16.05.20, 09:46 Aktualisiert: 16.05.20, 16:23

Sie war das erste schwarze Model auf dem Titelblatt der französischen «Vogue». Bis heute präsentiert Naomi Campbell Luxusmode auf den Laufstegen der Metropolen, wenn sie nicht gerade durch die Welt jettet, um Spenden zu sammeln. Im vergangenen Dezember wurde sie bei den Londoner Fashion Awards mit dem höchsten Preis ausgezeichnet und als Mode-Ikone geehrt. Am kommenden Freitag (22. Mai) feiert das Supermodel seinen 50. Geburtstag.

«Als ich anfing, wurde ich wegen meiner Hautfarbe für bestimmte Shows nicht gebucht. Ich habe mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen», schrieb die gebürtige Londonerin in ihrer zweibändigen Autobiografie «Naomi Campbell», die in limitierter Zahl zum Preis von knapp 2600 Euro erhältlich ist. «Ich verstand, was es bedeutete, schwarz zu sein. Man musste sich extra anstrengen. Man musste doppelt so gut sein.»

Das Supermodel während einer Rede anlässlich des Red Nose Days. Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

Schon als Kind erste TV-Auftritte

Campbell wuchs in den Siebzigern in Südlondon bei ihrer Grossmutter auf. Ihre Mutter tourte als Tänzerin durch Europa, während Naomi eine Schauspielschule für Kinder besuchte. Schon damals trat sie im Fernsehen und in Musikvideos auf, unter anderem in Bob Marleys «Is This Love». Später war sie in Videos von Michael Jackson, Aretha Franklin, George Michael und Jay-Z zu sehen.

Mit 15 wurde sie als Fotomodell entdeckt. Ihre Mutter war dagegen, doch Campbell setzte sich schliesslich durch. Schon mit 16 flog sie regelmässig für Aufnahmen nach Paris. Dort lernte sie den tunesischen Designer Azzedine Alaïa (1935-2017) kennen, der sie als Vaterfigur unter seine Fittiche nahm und in die Welt der Stars einführte: Tina Turner, Jerry Hall, Grace Jones und Quincy Jones wurden zu Freunden.

Titelblatt für Titelblatt arbeitete sich das Model jamaikanisch-chinesischer Herkunft hoch und musste immer wieder mit Vorurteilen und Diskriminierungen kämpfen. Die gefürchtete Chefin der amerikanischen Vogue, Anna Wintour, hievte sie schliesslich als erstes schwarzes Model auf das Cover der wichtigen September-Ausgabe. «Ich glaube, sie hat dafür viel Kritik geerntet», verriet Campbell in ihrer Autobiografie. «Ich werde ihr ewig dankbar sein.» Auch ihre Supermodel-Freundinnen Christy Turlington und Linda Evangelista halfen ihr. «Sie sagten bestimmten Designern, wenn sie sie in ihrer Show haben wollten, müssten sie auch mich buchen. Diese Art von Unterstützung war einmalig.»

Nelson Mandela war wie ein Grossvater

Campbell zusammen mit Sarah Ferguson – beide tragen «Fashion For Relief»-Shirt. Bild: Joel Ryan/Invision/AP/Invision

Naomi Campbell ist ein Weltstar mit Widersprüchen. Zum einen gründete sie 2005 die gemeinnützige Organisation Fashion For Relief, um mit Hilfe von Modeshows Geld für die Opfer des Hurrikans Katrina, des japanischen Tsunamis und der Ebola-Epidemie in ganz Westafrika zu sammeln. Auslöser dafür war ihre Freundschaft mit Nelson Mandela (1918-2013), der für sie wie ein «Grossvater» war, wie sie selbst sagte. In letzter Zeit sammelte sie vor allem Geld für Bildungsprogramme in Afrika. «Der grösste Teil der Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Sie brauchen diese Bildung», erklärte das Supermodel dem US-Sender «CNN».

Auf der anderen Seite ist Campbell für ihre Wutanfälle berüchtigt; viermal wurde sie wegen Körperverletzung verurteilt. Ihr letzter Auftritt vor Gericht war 2010, als sie im «Blutdiamanten»-Prozess gegen den ehemaligen liberianischen Präsidenten und Kriegsverbrecher Charles Taylor aussagen musste.

Campbell steht zu ihren Fehlern: «Ich habe aus ihnen gelernt», sagte sie «Vogue Arabia». Und in der britischen «Jonathan Ross Show» gab sie zu: «Ich glaube, ich habe das Wort »Wutmanagement« berühmt gemacht». Sie war in Therapie, nahm jahrelang an Treffen der Drogenselbsthilfegruppe Narcotics Anonymous teil: «Ich möchte im Licht bleiben», erklärte sie dem «Guardian» im vergangenen Jahr. «Ich möchte nicht in der Dunkelheit sein. Ich habe keine Depression, aber psychische Gesundheit ist mir sehr wichtig.»

Youtube-Serie «No Filter with Naomi»

Und hier nochmal zusammen mit Model-Kollegin Kate Moss. Bild: AP/AP

Und auch ihre Gesundheit generell: In einem Video von 2019 holte sie im Flugzeug Handschuhe und Desinfektionstücher heraus und wischte ihren Sitz in der ersten Klasse gründlich ab. «Es ist mir egal, was die Leute über mich denken», sagte sie, während sie putzte. «Es ist meine Gesundheit und ich fühle mich besser.»

Nun hat sie im März die Fortsetzung veröffentlicht: «Früher haben die Leute mich wirklich ausgelacht», erklärte sie und demonstrierte, wie sie sich nun auf Flügen professionell mit Brille, Mundschutz, Schutzanzug und Burberry-Cape vor dem Coronavirus schützt. «Jetzt bin ich nicht lächerlich.»

Freunde wie Cindy Crawford, Sharon Stone und Sean «Diddy» Combs trifft die Wahl-New Yorkerin derzeit nur noch per Video-Chat: In ihrer neuen Youtube-Serie «No Filter with Naomi» versucht sie zusammen mit anderen Superstars zu beweisen, wie bodenständig sie mit der Corona-Pandemie umgehen. (viw/sda/dpa)

Naomi-Campbell-Bildband: Die Wunderschönheit

Edel-Bildband für ein Edel-Model: Sündhaft schön – Naomi Campbell wurde als schwarze Marilyn Monroe bezeichnet, mit Josephine Baker und Wonder Woman verglichen. Hier posiert sie als Eva für den Fotografen Peter Lindbergh. (Bild: Naomi/Taschen)
Ikonen-Clash: Wer ist bekannter? Campbell oder Micky Maus? Vermutlich Disneys Trickfigur, denn trüge Micky Naomi-Ohren, würden wohl nicht mal eingefleischte Kenner gleich an Campbell denken. (Bild: Naomi/Taschen)
Artists' Artist: «Sie ist ein Black Panther unserer Zeit», lässt Rapper P. Diddy sich in dem Band zitieren, «anmutig, elegant und kostbar.» Weltrettungsrocker Bono von U2 findet: «Naomi ist wie ein Stummfilmstar in einem Zeitalter des Lärms.» (Bild: Naomi/Taschen)
Alles über unsere Campbell: Das Cover von Taschens «Naomi Campbell» zeigt das Supermodel nackt. Im Buch zeigt die Ikone weit mehr von sich. Leider ist der Doppelband derzeit nur in einer Variante für 1500 Euro zu haben. Doch bisherige Veröffentlichungen des Verlags lassen vermuten, dass die Bände ... (Bild: Naomi/Taschen)
... in einigen Monaten als günstigere Variante erscheinen werden. Immerhin ist bei dem Preis ein echter Allen Jones inbegriffen. Die beiden Bände stecken in einem Werk des britischen Pop-Art-Künstlers. Das Multiple gestaltete er nach dem Dekolleté des Supermodels. In Originalgrösse. (Bild: Naomi/Taschen)
Vorsicht vor der Furie? Während die Presse sich gerne an der Privatperson Campbell abarbeitet, zeigt diese Veröffentlichung die Künstlerin hinter dem Schwarz und Weiss aus Schlagzeilen und Paparazzo-Bildern. (Bild: Naomi/Taschen)
Verwandlungskünstlerin: Naomi Campbell im Look von Josephine Baker. (Bild: Naomi/Taschen)
Als glamouröse Diva im Look der Zwanzigerjahre. (Bild: Naomi/Taschen)
Als geheimnisvolle afrikanische Schönheit - Campbell hat viele Gesichter. (Bild: Naomi/Taschen)
Gut mit Hut: Auf Fotos wie diesem von Terence Donovan erkennt man auch den Einfluss, den Campbell auf die Selbstdarstellung von Künstlerinnen wie Beyonce Knowles hatte. (Bild: Naomi/Taschen)
Respekt auf den ersten Blick: «Als ich sie das erste Mal sah, war ich sofort beeindruckt», sagt die Fotografin Ellen von Unwerth über Naomi Campbell, «nicht nur von ihrer Schönheit und Eleganz, auch von ihrer Entschlossenheit, die Welt zu erobern.» (Bild: Naomi/Taschen)
Tänzerin: Bevor Naomi Campbell als Model durchstartete, tanzte sie Ballett. Bis heute schätzen viele Fotografen ihre energetische Erscheinung und ihre gekonnten Bewegungen vor der Kamera. (Bild: Naomi/Taschen)
Selbstbewusst: Campbell wurde von allen grossen Modefotografen abgelichtet. Hier von Peter Lindbergh. (Bild: Naomi/Taschen)
Ikone: Naomi Campbell. (Bild: Naomi/Taschen)

85-jährige Topmodels - Reife statt ewige Jugend

Video: SRF / Roberto Krone

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