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Die neue Ausländerregelung ist fix – dabei hätte gar keine Abstimmung stattfinden sollen

Nur die ZSC Lions haben gegen die Erhöhung von vier auf sieben Ausländer votiert. Ambri enthielt sich wenigstens der Stimme. Dabei hätte eigentlich gar nicht abgestimmt werden dürfen.

Publiziert: 30.01.21, 08:48 Aktualisiert: 30.01.21, 08:57

Die Erhöhung von vier auf sieben Ausländer ab der übernächsten Saison (2022/23) wird für die vermeintlich «Kleinen» wie Langnau oder Ambri schwierig zu bewältigen sein. Langnaus Präsident Peter Jakob sagt: «Wir können uns sieben Ausländer ganz einfach nicht leisten.»

Aber sein Geschäftsführer Peter Müller hat doch für die Erhöhung auf sieben Ausländer gestimmt. Peter Jakob sagt: «Ich habe volles Vertrauen zu ihm. Er wird schon richtig entschieden haben. Es hat halt eine Mehrheit gegeben.» Und noch einmal bekräftigt Langnaus Vorsitzender: «Ich habe Ihre Behauptung gelesen, dass wir mit hundertprozentiger Sicherheit auch mit sieben Ausländern spielen werden. Ich versichere Ihnen, es wird nicht so sein.» Seine Worte in Gottes Ohr.

Geschäftsführer Peter Müller sagt, warum er zugestimmt hat: «Manchmal ist es notwendig, Kompromisse zu machen. Die sieben Ausländer sind ein Kompromiss, ursprünglich war ja von zehn die Rede. Wir werden so oder so unseren Weg gehen und selbst entscheiden, wie viele ausländische Spieler wir verpflichten werden. Unsere Leistung definieren wir über die Mannschaft, nicht über die Anzahl Ausländer.»

Auf der Traktandenliste standen «i» und «d»

Peter Jakob und Peter Müller stehen für die Bescheidenheit der Emmentaler, die seit Jahrhunderten gelernt haben, sich Mehrheiten anzupassen. Seit dem verlorenen Bauernkrieg, der den «Bauernkönig» Niklaus Leuenberger 1653 buchstäblich den Kopf gekostet hat, neigen sie nicht mehr zum Aufstand. Sie passen sich lieber an, stimmen halt mal «Ja», wenn eigentlich «Nein» besser wäre und versuchen dann klug und schlau, mit den neuen Verhältnissen zurechtzukommen.

Die einzige Gegenstimme kam also von den ZSC Lions. Sie haben sich schon im Vorfeld konsequent gegen allen «Reform-Unsinn» (mehr Ausländer, Financial Fairplay, Abschaffung Auf- und Abstieg) ausgesprochen. Es hat zehn Ja-Stimmen gegeben. Ambri hat sich wenigstens der Stimme enthalten.

Eigentlich hätte gar nicht abgestimmt werden dürfen. Auf der Traktandenliste stand zum Thema Ausländer lediglich «i» für Information und «d» für Diskussion.

Der Verband distanziert sich

Aber Liga-Geschäftsführer Denis Vaucher, der Mephisto (der dienstbare Geist) von Marc Lüthi lancierte eine Abstimmung: Wir stimmen ab, dass wir abstimmen dürfen – und kam durch. So sind alle überrumpelt worden.

Wie unausgegoren der ganze «Reform-Unsinn» ist, zeigte sich nach dem Entscheid. Der Verband (die Liga ist eine vom Verband unabhängige AG) distanziert sich öffentlich und offiziell von der neuen Ausländerregelung:

«Swiss Ice Hockey distanziert sich vom heutigen Entscheid der National League AG, das Ausländerkontingent ab der Saison 2022/23 auf sieben Spieler zu erhöhen. Als Dachverband des Schweizer Eishockeys sprechen wir uns weiterhin klar gegen eine Erhöhung des Ausländerkontingents aus, weil wir durch diese Massnahme negative Konsequenzen für das gesamte Schweizer Eishockey, den Nachwuchs und unsere Schweizer Spieler befürchten. Mit Unverständnis nehmen wir ausserdem zu Kenntnis, dass weder die Verbandsführung noch die Nationalmannschaften im Vorfeld in die entsprechenden Diskussionen der Liga rund um die Zukunft unseres Eishockeys involviert wurden und keine Detailkenntnisse über die gefällten Beschlüsse haben.»

Eine solche Differenz zwischen Verband und Klubs hat es noch gar nie gegeben. Das politische Chaos beginnt.

Die Balance ist zerstört

Der Erfolg unserer Eishockeykultur basiert auf der engen Zusammenarbeit aller interessierten Kreise: der Techniker beim Verband, die sich um die Nationalmannschaften, Ausbildungsprogramme und Schiedsrichter kümmert, und der Klubmanager. So ist es gelungen, eine Balance zwischen Sport und Kommerz zu finden, eines der besten Ausbildungsprogramme und eine der besten Ligen des Welteishockeys aufzubauen und zweimal bis in den WM-Final zu kommen.

Diese Balance gibt es nicht mehr. Die Verantwortung dafür tragen zuvorderst SCB-Manager Marc Lüthi, Zugs Manager Patrick Lengwiler, Liga-Geschäftsführer Denis Vaucher und der führungsschwache Verbands-Präsident Michael Rindlisbacher.

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NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

HC Davos: 5 - Marc Gianola. FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt.
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. GIAN EHRENZELLER

Eishockey-Saison 2019/20

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