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Die Schweizer Fluggesellschaft hat Probleme. Die Reise-Einschränkungen wegen Corona machen ihr zu schaffen. Bild: KEYSTONE

Swiss beantragt Kurzarbeit – sogar Staatshilfe ist nun ein Thema

Die Schweizer Airline zieht die Konsequenzen aus dem massiven Buchungseinbruch im Zuge der Corona-Krise, wie Recherchen von CH Media ergeben haben. Und die Lufthansa verhandelt über Staatshilfe - auch in der Schweiz!

Publiziert: 13.03.20, 19:23 Aktualisiert: 25.05.20, 11:26
Benjamin Weinmann / ch media

Die Lufthansa-Tochter Swiss hat sich entschlossen, Kurzarbeit beim Staat zu beantragen, wie Recherchen von CH Media ergeben haben. Demnach hat Swiss-Chef Thomas Klühr die Belegschaft per Videobotschaft darüber informiert. Demnach gilt die Kurzarbeit ab 1. April - sofern das Staatssekretariat für Wirtschaft den Antrag gutheisst. Auf Anfrage stellt die Swiss eine Medienmitteilung in Aussicht.

Die Swiss zieht damit die logische Konsequenz aus den schwerwiegenden Folgen der Corona-Krise. Bereits vergangene Woche hatte sie jeden zweiten Flug streichen müssen, insbesondere in Europa und nach Asien. Am Donnerstag folgte der nächste Hammer mit dem US-Einreisestopp für Europa. Die Nordamerika-Destinationen gehören zu den wichtigsten und profitabelsten Zielen der Swiss. Ein Grossteil ihrer Flugzeugflotte ist derzeit gegroundet.

Bereits am Freitagmorgen gab die Mutter-Airline Lufthansa bekannt, dass sie einen Teil ihres Kabinenpersonals in Kurzarbeit schickt. Wie viele der insgesamt 22'000 Lufthansa-Flugbegleiter von der Massnahme betroffen sind, hängt von den Gesprächen des Konzerns mit der Bundesagentur für Arbeit ab.

Doch nicht nur das: Wie die «Süddeutsche Zeitung» und das deutsche «Handelsblatt» berichten, will die Lufthansa-Gruppe angesichts der dramatischen Lage in vier Ländern Staatshilfe beantragen. «Wir sprechen mit den Regierungen der Heimmärkte über mögliche Staatshilfen», sagte ein Konzernsprecher in der «Süddeutschen Zeitung». Zu den Heimmärkten gehören Deutschland, Belgien, Österreich - und die Schweiz. Also jene Länder, in denen die Fluggesellschaften Lufthansa, Brussels Airlines, Austrian und Swiss ihren Sitz haben.

Swiss informiert nächste Woche über Corona-Folgen

Die Swiss bedient ab den Landesflughäfen Zürich und Genf weltweit über 100 Destinationen in 44 Ländern. Mit einer Flotte von rund 90 Flugzeugen befördert sie jährlich knapp 18 Millionen Passagiere. Die Fracht-Division Swiss World Cargo bedient rund rund 175 Destinationen in über 80 Ländern. 2018 erwirtschaftete die Lufthansa-Tochter mit 9000 Mitarbeitenden einen Umsatz von über 5 Milliarden Franken. Die Geschäftszahlen und die Auswirkungen der Corona-Krise stellt die Swiss kommende Woche vor.

Für Aviatik-Experte Andreas Wittmer von der Universität St. Gallen steht die Swiss trotz allem in einer vergleichsweise guten Position da: «Die Swiss hat in den vergangenen Jahren sehr gut gewirtschaftet, da sollte einiges an Reserven vorhanden sein.» Auch die Lufthansa sei ein solider Konzern. Andere Airlines würden auf deutlich wackligeren Beinen stehen, sagt Wittmer.

Wittmer glaubt, sollte die Krise drei bis sechs Monate andauern, dass die Swiss diese Phase überbrücken kann. «Dann geht 2020 einfach als miserables Geschäftsjahr in die Geschichtsbücher.» Und wenn die Krise länger dauert? «Dann wird es für jede Fluggesellschaft eng, vor allem wenn auch das Sommergeschäft flöten geht.» (chmedia)

Coronavirus: Was du wissen musst

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 geht um die Welt. Was du darüber wissen musst. AP / Zoltan Balogh
Sars-CoV-2 gehört zur gleichen Erregergruppe wie das Sars- und Mers-Virus. EPA / CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND
Das neue Virus ist zwar deutlich ansteckender, die Sterberate ist jedoch deutlich tiefer als bei Sars und Mers. EPA / NIAID- RML/NATIONAL INSTITUTES O
Ende 2019 waren vier Fälle bekannt, am 1. März waren es weltweit rund 90'000. EPA / MARK R. CRISTINO
Das erste Opfer in Europa starb am 21. Februar in Norditalien. EPA / JAN HETFLEISCH
Das grösste Risiko, an Covid-19 – so heisst die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit – zu sterben, haben Menschen über 80 Jahre. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Mortalitätsrate in dieser Altersgruppe bei 14,8 Prozent. EPA / JEROME FAVRE
Patienten mit Herzkrankheiten sind besonders gefährdet, vor den Diabetikern und Personen mit Atemwegserkrankungen und hohem Blutdruck. EPA / TOLGA BOZOGLU
Anzeichen für eine Infektion sind gemäss WHO grippeähnliche Symptome, Atembeschwerden, Atemlosigkeit, Fieber und Husten. AP
Vier von fünf der von der Krankheit betroffenen Patienten leiden an einer gutartigen Ausprägung, wie eine chinesische Studie an 72'000 Personen zeigte. AP / Kerstin Joensson
In schweren Fällen kann das Virus zu Lungenentzündungen, akuten Atembeschwerden, Nierenversagen oder zum Tod führen. EPA / Tamas Soki
Zur Vorbeugung wird empfohlen, Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten, sich regelmässig die Hände zu waschen, Mund und Nase zu bedecken, wenn man hustet und niest, respektive in die Ellenbeuge zu husten und zu niesen. EPA / MOURAD BALTI TOUATI
Einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 gibt es noch nicht. Und das dürfte auch noch dauern. Für das Mers-Virus, das 2012 auf der Arabischen Halbinsel entdeckt wurde und das auch zu den Coronaviren gehört, wird ein Impfstoff erst seit 2018 klinisch geprüft. EPA / NICOLA FOSSELLA
Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben – und damit an mehr als bei einer Grippe (Influenza). Hier ist die Datenlage aber noch unsicher. AP / Piero Cruciatti

«Sweet Home-Office Alabama» und andere Coronavirus-Lieder

Video: watson / Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

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