Spotify knackt 100-Millionen-Marke (doch nur ein Drittel zahlt)
Der Streaming-Musikdienst Spotify hat die Marke von 100 Millionen Nutzern geknackt. Doch über zwei Drittel von ihnen begnügen sich mit der Gratis-Variante. Nur rund 30 Millionen sind zahlende Abo-Kunden. Jetzt soll mehr Geld mit Werbung verdient werden.
Spotify: 100 Millionen Nutzer.
Bild: DADO RUVIC/REUTERS
Der Marketing-Chef von Spotify, Jeff Levick, sagte dem «Wall Street Journal», die Firma baue das Angebot an Anzeigen-Produkten aus, stelle Mitarbeiter für den Bereich ein und strebe Vereinbarungen mit grösseren Werbekunden an.
Unter Künstlern nach wie vor unbeliebt
In grossen Teilen der Musikindustrie werden Gratis-Streamingdienste sehr kritisch gesehen. Spotify argumentiert dagegen, die Nutzer würden dadurch von Online-Piraterie ferngehalten, die Branche bekomme wertvolle Daten und schliesslich wechselten viele zur Abo-Version.
Musikkonzerne fordern aber nach wie vor, den bereits eingeschränkten Funktionsumfang bei den kostenlosen Varianten weiter einzuengen.
Unter sämtlichen Musik-Streamingdiensten bleibt Spotify der klare Marktführer. Apple ist rund ein Jahr nach dem Start die Nummer zwei. Der iPhone-Konzern kommt nach jüngsten Zahlen auf 15 Millionen Abo-Kunden – eine Gratis-Version hat Apple Music nicht.
So schlägt sich Apple Music gegen Spotify und Co.
Streamingdienste im Vergleich: Obwohl Musik in erster Linie zuhause gehört wird, konzentrieren sich die Anbieter von Mietmusik vor allem auf Smartphone-Nutzer. Apps für iOS und Android bieten alle Dienste an, für Windows Phone und Blackberry gibt es nicht immer eine passende Software.
Neuzugang Apple Music: Mit dem Software-Update auf iOS 8.4 kommt das Angebot des kalifornischen Konzerns auf iPhones, iPads und iPod touch. Mac- und Windows-User bekommen den Zugang über ein iTunes-Update, Android-Nutzer müssen noch bis Herbst warten.
Beim Normalpreis orientiert sich Apple am Branchenstandard und verlangt knapp 13 Franken pro Monat. Ein Familienabo für bis zu sechs Personen kostet 19.90 Franken. Bevor man bezahlt, kann man den Dienst drei Monate lang kostenlos testen.
Branchenführer Spotify freute sich gerade erst über 20 Millionen Bezahlkunden (insgesamt 75 Mio. Nutzer) und meldete am 30. Juni, dass er nun auch die Musik von AC/DC im Streaming anbieten kann. Auch bei anderen Diensten sind die Alben der Altrocker neuerdings verfügbar.
Mit Running hat Spotify erst kürzlich eine interessante Zusatzfunktion für Sportler eingeführt. Über die Bewegungssensoren des Handys erkennt die App das Schritttempo und stellt dazu passende Songs zusammen.
Beim Musikhören wird im Grossformat und in guter Auflösung das zum jeweiligen Song gehörende Plattencover eingeblendet.
Die Zusatzfunktionen sind es, die Spotifys Mehrwert ausmachen. So kann man mit wenigen Fingertipps einen Song oder ein Hörbuch zu einer Playlist hinzufügen oder einen persönlichen Radiosender erstellen, der auf diesem Song basiert.
In der Play-Ansicht von Deezer sind etliche Funktionen gruppiert. Aktiviert man «Synchronisieren», werden die entsprechenden Songs zur Offline-Nutzung heruntergeladen, tippt man das Sternchen an, werden sie zur persönlichen Musikbibliothek hinzugefügt.
Das Gegenstück zum Musikkenner im Plattenladen sind bei Deezer die redaktionellen Empfehlungen mit sehr knappen Kommentaren zur jeweiligen Musik.
Die Benutzeroberfläche von Deezer ist mit Symbolen für verschiedene Funktionen wie etwa das Liken von Songs angefüllt. Eine Besonderheit ist das Mikrofonsymbol in der Mitte. Wer darauf tippt ...
... gelangt zum Text des gerade laufenden Titels.
Google Play Music kombiniert online abrufbare Songs mit der eigenen Musikbibliothek, die man auf den Service hochladen kann. Ein wichtiger Unterschied zwischen iOS- und Android-App: Nur mit der Android-Variante lässt sich Musik direkt übers Handy kaufen.
Beim Abspielen füllt die Google-App den ganzen Bildschirm mit dem jeweiligen Plattencover aus, auf freien Flächen wird eine passende Farbe angezeigt.
Ähnlich wie bei Spotify lassen sich auch in Googles App beim Abspielen eines Songs einige Zusatzfunktionen aufrufen.
Verglichen mit der Konkurrenz wirkt das Design der App von Xbox Music (seit Mitte 2015 heisst der Dienst Microsoft Groove) etwas spröde. Dafür ist die App extrem übersichtlich und aufgeräumt.
Auch die Übersicht der Radiosender, die Xbox Music bietet, scheint zunächst sehr dürftig. Erst wenn man einige Sender ausprobiert hat, wird sie attraktiver, weil der viele Freiraum mit vergrösserten Darstellungen der bisher benutzten Sender aufgefüllt wird. So lassen sich oft genutzte Kanäle schneller aufrufen.
In der Albumansicht ist die Xbox-Music-App auf das Nötigste reduziert: den Play-Button.
Erst wer den gerade laufenden Song aufruft, indem er auf das Symbol am unteren Bildschirmrand tippt, bekommt mehr Optionen angezeigt.
(sda/dpa)
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