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Das FBI sagt, Russland greife in US-Wahlkampf ein – doch das gefällt Trump gar nicht

Publiziert: 18.09.20, 06:34 Aktualisiert: 18.09.20, 13:32

Russland mischt sich nach Worten von FBI-Chef Christopher Wray wieder massiv in den US-Präsidentschaftswahlkampf ein.

Dabei gehe es speziell darum, den demokratischen Gegenkandidaten von Präsident Donald Trump, Joe Biden, «zu verunglimpfen», sagte Wray am Donnerstag in einer Anhörung im US-Kongress.

FBI-Chef Christopher Wray während der Anhörung im Kongress. Bild: keystone

«Wir sehen sehr, sehr aktive Bemühungen der Russen, unsere Wahlen 2020 zu beeinflussen», sagte Wray. Sie versuchten auch, «Spaltung und Zwietracht» zu säen. Das war laut US-Geheimdiensten auch eine Vorgehensweise von Russland aus geführter Kampagnen vor der Präsidentenwahl 2016. Unterdessen habe man anders als damals bisher keine direkten Attacken auf die Wahl-Infrastruktur festgestellt, sagte der FBI-Direktor. Die russische Regierung hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Wray handelte sich für seine Äusserungen eine öffentliche Rüge des Präsidenten via Twitter ein. «Aber Chris, sie sehen keine Aktivität von China, obwohl es eine VIEL grössere Bedrohung als Russland, Russland, Russland ist», schrieb Trump. Er wiederholte auch seine nicht belegte Behauptung, dass Russland, China und andere Länder sich in die Wahl mit gefälschten Briefwahl-Unterlagen einmischen könnten. Twitter versah den Trump-Tweet schnell mit einem Verweis zu Informationen darüber, «wie Abstimmen per Post sicher ist».

Bidens Unterscheidung zwischen China und Russland

Biden bezeichnete Russland unterdessen in einer Fragestunde mit Wählern am Mittwochabend als einen «Opponenten» Amerikas. Der russische Präsident Wladimir Putin kenne ihn und wisse, dass er bei Bidens Wahl für die Einmischung in US-Angelegenheiten werde bezahlen müssen, sagte der frühere US-Vizepräsident. Biden wollte auf Nachfrage keine Angaben dazu machen, wie er Putin bezahlen lassen werde. Auf die Frage, ob auch China ein Opponent Amerikas sei, wählte Biden stattdessen den Begriff Wettbewerber.

Die Abgeordneten im Heimatschutz-Ausschuss des Repräsentantenhauses befragten Wray auch intensiv zur sogenannten Antifa-Bewegung, die Trump in seinem Wahlkampf als eine zentrale Gefahr und treibende Kraft hinter den Ausschreitungen in amerikanischen Städten darstellt. Die Republikaner suchten dabei mit ihren Fragen eine Bestätigung dieser Einschätzung, die Demokraten zogen sie in Zweifel. Wray sagte dazu, dass Antifa aus Sicht des FBI eher eine Bewegung als eine Organisation sei – und widersprach damit den Darstellungen des Präsidenten. Zugleich betonte er auch, dass die Bundespolizei wegen Extremismus-Verdachts gegen einzelne Personen ermittele, die sich mit der Antifa identifizierten. Das FBI untersuche aber auch «rassistisch motivierte gewalttätige Extremisten».

Auch die Antifa-Äusserungen Wrays kamen bei Trump nicht gut an. «Und ich betrachte sie als einen Haufen gut finanzierter Anarchisten und Schläger», schrieb er bei Twitter. Das FBI sei aber «unfähig oder unwillig», deren Finanzierungsquellen zu finden.

Ein ranghoher Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums hatte kürzlich in einer offiziellen Whistleblower-Beschwerde geschrieben, er sei im Auftrag des Weissen Hauses angewiesen worden, in Berichten zur Bedrohungs-Einschätzung die Russische Wahleinmischung herunterzuspielen und die Gefährdung durch die Antifa stärker hervorzuheben. Das Ministerium wies den Vorwurf zurück.

(sda/dpa)

Die wichtigsten Termine bis zu den US-Wahlen

Donnerstag 20. August (Daten beziehen sich auf US-Zeit, teilweise werden die Events erst am nächsten Tag europäischer Zeit statfinden): Joe Biden wird an der Democratic National Convention in Milwaukee eine Rede halten. Biden wird an der Convention offiziell als demokratischer Kandidat gegen Donald Trump nominiert werden. keystone / USA BIDEN HARRIS HANDOUT
Ab Montag 24. August: Donald Trump wird an der 2020 Republican National Convention in North Carolina seine Rede halten – allerdings vermutlich von Washington aus. Die Convention findet aufgrund von Corona an diversen Orten statt. Das Datum und der Zeitpunkt von Trumps Rede ist noch nicht sicher. keystone / Oliver Contreras / POOL
Dienstag 29. September: Die erste Präsidentendebatte findet in Cleveland statt. keystone
Mittwoch 7. Oktober: Die erste Debatte der Vizepräsidenten Kamala Harris und Mike Pence geht in Salt Lake City, Utah über die Bühne. keystone / Charlie Neibergall
Donnerstag 15. Oktober: Die zweite Präsidentendebatte findet in Miami, Florida statt. keystone / Carolyn Kaster
Donnerstag 22. Oktober: Für die dritte Präsidentendebatte geht es nach Nashville, Tennessee. keystone / Andrew Harnik
Am 20. September beginnen die sogenannten Early Votings. In einigen Bundesstaaten können die Wahlberechtigten ab dann schon für ihren Favoriten stimmen. sda / Patrick Semansky
Die Wahl des nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten wird am Dienstag, 3. November stattfinden. sda / Paul Sancya

Kurz erklärt: So funktionieren die US-Wahlen

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