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Zyklon Fani gilt neu als stärkster Wirbelsturm seit 1999. Bild: EPA/EPA

Schwerster Wirbelsturm seit 1999: Zyklon «Fani» fordert mehrere Menschenleben

Publiziert: 04.05.19, 06:16

Der stärkste Zyklon seit vielen Jahren ist auf Indiens Ostküste getroffen und hat grosse Zerstörung angerichtet. In der Nähe der Stadt Puri gab es nach Behördenangaben drei Todesfälle, mehr als 160 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Der tropische Wirbelsturm «Fani» erreichte am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde das Festland.

Im Nachbarland Bangladesch, wo das Sturmzentrum am Samstag erwartet wurde, kamen vier Menschen auf einem Reisfeld bei einem Blitzschlag ums Leben, wie die Polizei mitteilte.

Infrastruktur stösst an ihre Grenzen

Die Stromversorgung, Befahrbarkeit der Strassen sowie Telefon- und Mobilfunknetze seien alle stark beeinträchtigt, teilte die Katastrophenschutzbehörde des indischen Bundesstaates Odisha am Abend (Ortszeit) mit. Eine grosse Zahl von Bäumen und Strommasten sei umgestürzt. Im Bezirk Puri seien alle aus Lehmziegeln gebauten Häuser schwer beschädigt.

Tankstellen, Strassen und andere Infrastruktur in Indien wird stark durch Zyklon Fani beschädigt. Bild: EPA/EPA

Ausserdem wurden demnach Anbauflächen in grossem Massstab verwüstet. Fernsehbilder aus der Luft zeigten ländliche Gebiete, die unter Wasser standen. Odisha ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens.

Rohingya-Flüchtlinge bedroht

Das Deutsche Rote Kreuz warnte, dass auch die fast eine Million Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch bedroht seien. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit, die gewaltsam aus ihrer Heimat Myanmar vertrieben wurden, leben in Küstennähe rund um das grösste Flüchtlingslager der Welt auf engstem Raum in einfachen Behausungen.

In beiden Ländern wurden Küstengebiete geräumt und Bewohner in Sicherheit gebracht. Allein in Odisha wurden nach Angaben der Regierung mehr als eine Million Menschen innerhalb von 24 Stunden in mehr als 4000 Notunterkünfte gebracht.

In Bangladesch könnten nach Aussage der Katastrophenschutzbehörde rund 2.5 Millionen Menschen von der Evakuierung betroffen sein.

«Fani» - «Foni» ausgesprochen - gilt als stärkster Zyklon in dem Gebiet am Golf von Bengalen seit 1999, als mehr als 10'000 Menschen in Odisha (damals Orissa) ums Leben kamen. Damals hatte der Wind eine Geschwindigkeit von 260 Kilometern pro Stunde erreicht. Seitdem gelten die Sicherheitsvorkehrungen in dem Bundesstaat allerdings als deutlich verbessert. «Fani» bezeichnet in bengalischer Sprache den Nackenschild, den Kobras in ihrer Drohhaltung ausbreiten.

Abschwächung in nordöstlicher Richtung

Der Sturm bewegte sich in nordöstlicher Richtung über die Küstenregion und schwächte dabei etwas ab. Bis Samstagmorgen werde er höchstwahrscheinlich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde über den Bundesstaat Westbengalen hinwegziehen, sagte Indiens Meteorologie-Behörde voraus. Er werde sich voraussichtlich weiter abschwächen, bevor er anschliessend Bangladesch erreiche.

In Kolkata (früher Kalkutta), der Hauptstadt von Westbengalen mit rund 15 Millionen Einwohnern, fielen alle Flüge von 15 Uhr am Freitag bis 8 Uhr am Samstag (Ortszeit) aus.

In Odishas Hauptstadt Bhubaneswar wurden alle Flüge am Freitag abgesagt. Im ganzen Bundesstaat blieben die Schulen geschlossen, und alle Züge fielen aus. Auch Teile des südlich von Odisha gelegenen Bundesstaates Andhra Pradesh waren vom Sturm betroffen.

Wirbelstürme sind am Golf von Bengalen keine Seltenheit, vor allem zwischen April und November. Bei dem bislang wohl tödlichsten Zyklon - wie tropische Wirbelstürme im Indischen Ozean wie auch im südlichen Pazifik genannt werden - kamen 1970 in Bangladesch mindestens 300'000 Menschen ums Leben. (leo/sda/dpa)

Indien: Zyklon Fani trifft auf Land 2019

Der stärkste Zyklon seit vielen Jahren ist auf Indiens Ostküste getroffen. Der tropische Wirbelsturm «Fani» erreichte am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern das Festland in der Nähe der Stadt Puri. AP/AP / STR
Dort kam nach Behördenangaben mindestens ein Mensch ums Leben. Im Nachbarland Bangladesch, wo das Sturmzentrum in der Nacht erwartet wurde, starben vier Menschen auf einem Reisfeld bei einem Blitzschlag, wie die Polizei mitteilte. AP/AP / STR
In beiden Ländern wurden Küstengebiete geräumt und Bewohner in Sicherheit gebracht. Dutzende Flüge mussten gestrichen werden. AP/AP / Bikas Das
Allein im indischen Bundesstaat Odisha wurden nach Angaben der Regierung mehr als eine Million Menschen innert 24 Stunden in mehr als 4000 Notunterkünfte gebracht. In Bangladesch könnten nach Aussage der Katastrophenschutzbehörde bis zum Abend rund 2,5 Millionen Menschen von der Evakuierung betroffen sein. EPA/EPA / STR
Nach ersten Berichten der Behörden in Odisha riss der Sturm Bäume aus dem Boden, warf Strommasten um und verursachte Überschwemmungen. EPA/EPA / STR
Fischerleute und weitere Frauen und Kinder suchen in Konark im Osten Indiens in einem Haus Zuflucht vor dem Sturm "Fani". EPA / STR
Einige strohgedeckte Häuser wurden demnach zerstört. Verletzte oder Todesfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Fernsehbilder zeigen stark gebogene Palmen und heftigen Regen in der Küstenstadt Puri, wo rund 200'000 Menschen leben. EPA/EPA / STR
«Fani» - «Foni» ausgesprochen - gilt als stärkster Zyklon in dem Gebiet am Golf von Bengalen seit 1999, als mehr als 10'000 Menschen in Odisha (damals Orissa) ums Leben kamen. Damals hatte der Wind eine Geschwindigkeit von 260 km/h erreicht. EPA/EPA / STR
Seitdem gelten die Sicherheitsvorkehrungen in dem Bundesstaat allerdings als deutlich verbessert. «Fani» bezeichnet in bengalischer Sprache den Nackenschild, den Kobras in ihrer Drohhaltung ausbreiten. EPA/EPA / PIYAL ADHIKARY
Der Sturm zog in nordöstlicher Richtung über die Küstenregion und schwächte dabei etwas ab - am Nachmittag wurden noch Böen von einer Geschwindigkeit bis zu 165 Stundenkilometern gemessen. EPA/EPA / STR
Das Sturmzentrum sollte zunächst über den Bundesstaat Westbengalen hinweg ziehen, bevor es Bangladesch erreichte. Auch Teile des südlich von Odisha gelegenen indischen Bundesstaates Andhra Pradesh waren betroffen. EPA/EPA / STR
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