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Nach Schiffsunglück in der Adria

Fast alle Schweizer sind in Sicherheit – wie viele Passagiere sind tot?

Publiziert: 30.12.14, 19:55 Aktualisiert: 31.12.14, 08:07

Auf der in der Adria verunglückten Fähre «Norman Atlantic» haben sich sieben Schweizer Staatsangehörige und sieben in der Schweiz wohnhafte ausländische Passagiere aufgehalten. Fast alle befinden sich inzwischen in Sicherheit, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstagabend mitteilte. In einem Fall war noch eine Untersuchung im Gang. Das EDA ist mit allen Personen dieser Gruppe oder deren Familienangehörigen in Kontakt, betreut die Betroffenen im Rahmen des konsularischen Schutzes und unterstützt sie bei der Weiterreise. Zwei Personen sind bereits auf dem Rückweg in die Schweiz.

In Brindisi waren zwei Vertreterinnen der Schweizer Botschaft in Rom im Einsatz. Bei der Ankunft des Rettungsschiffes San Giorgio werden sie den Schweizer Passagieren und den in der Schweiz wohnhaften ausländischen Passagieren bei Bedarf Unterstützung anbieten. Die Gruppe wird nach ihrer Ankunft vom Italienischen Roten Kreuz in Empfang genommen. Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes machte das EDA keine weiteren Angaben.

Überlebende des Unglücks werden in Sicherheit gebracht. Bild: HANDOUT/REUTERS

Bei der Ermittlung der Opfer des Fährunglücks in der Adria spielt sich unterdessen ein unwürdiges Hin und Her ab. Niemand weiss, wie viele Menschen an Bord waren. Mehr Tote werden gefunden. Die Vorwürfe der Passagiere sind erschreckend.

Die Behörden befürchten, dass weit mehr Menschen ums Leben gekommen sind als bisher bekannt. In dem Wrack der «Norman Atlantic» seien wahrscheinlich noch mehr Opfer, sagte der italienische Staatsanwalt Giuseppe Volpe, der mit den Ermittlungen beauftragt ist.

Fähre vor Griechenland in Brand

Drama vor der Küste Griechenlands. EPA/ANSA/RAINEWS24 / RAINEWS24 / HANDOUT
Auf einer Autofähre mit 411 Passagieren und 56 Besatzungsmitgliedern an Bord ist Feuer ausgebrochen.
Etwa 200 Menschen haben das Schiff der griechischen Linie ANEK offenbar verlassen können, die übrigen sitzen noch immer auf der brennenden Fähre fest. EPA/ANSA/ RAINEWS24 / RAINEWS24 / HANDOUT
Hohe Wellen und Wind bis Stärke 8 behindern die Evakuierung. Der Sender Skai berichtete von Passagieren, die in Panik ins Wasser gesprungen seien. EPA/ANSA/ RAINEWS24 / RAINEWS24 / HANDOUT
Unter den Passagieren der in der Adria brennenden griechischen Fähre «Norman Atlantic» befinden sich auch zehn Schweizer Staatsangehörige. EPA/ANSA/ RAINEWS24 / RAINEWS24 / HANDOUT
X00514 / REUTERS TV
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AP/SKAI TV Station / skai tv
AP/SKAI TV Station / skai tv
AP/SKAI TV Station
Die «Norman Atlantic» hatte den Hafen im griechischen Patras um 5.30 Uhr (4.30 Uhr MEZ) in Richtung der italienischen Stadt Ancona verlassen. 33 Seemeilen (gut 60 Kilometer) von der kleinen Insel Othonoi entfernt sendete die Besatzung ein Notsignal. X90016 / PAOLO GANGEMI
Rettungskräfte bergen Passagiere. EPA/ANSA / BIAGIO CLAUDIO LONGO
Wegen dem schlechten Wetter ist die Rettung kein leichtes Unterfangen. EPA/ANSA / BIAGIO CLAUDIO LONGO
EPA/ANSA / BIAGIO CLAUDIO LONGO
EPA/ANSA / PASQUALE BOVE
Rettungsaktion aus der Luft. Das Unterfangen ging auch in der Nacht weiter. AP/Italian Navy
Dichter Rauch: Brandnester machen den Rettungsleuten weiter Schwierigkeiten. EPA/ANA-MPA/www.skai.gr / www.skai.gr / HANDOUT
Ein Journalist interviewt nach der Brandkatastrophe einen Passagier. AP/AP / Luigi Mistrulli
Mindestens 13 Menschen kamen bei dem Schiffsungklück ums Leben. Die Zahl der Vermissten ist wegen möglicher blinder Passagiere und unstimmiger Passagierlisten noch nicht geklärt. EPA/ANA-MPA / STAMATIS KATAPODIS
Die stark beschädigte «Norman Atlantic» wird in den Hafen von Brindisi geschleppt. EPA/ANSA / BIAGIO CLAUDIO LONGO
Schwelbrände erschweren auch Tage nach dem Brand auf offener See die Bergungsarbeiten. AP/AP / Antonio Calanni
Wieviele Menschen in dem Schiff ihr Leben verloren, ist deshalb immer noch unklar. X03151 / CIRO DE LUCA
Das schwer beschädigte Schiff im Hafen von Brindisi. AP/AP / Antonio Calanni

Vor allem blinde Passagiere könnten darunter sein, da sie sich womöglich im Laderaum versteckt hätten. Bisher wurden elf Tote geborgen. Zudem kamen zwei albanische Einsatzkräfte beim Abschleppversuch der Fähre ums Leben, weil ein Tau gerissen war.  

Aussagen von Geretteten legten nahe, dass auf den Autodecks schlafende Lastwagenfahrer ums Leben gekommen sind. Eine Lastwagenfahrerin sagte griechischen Medien: «Drei meiner Kollegen sind umgekommen.» Die Trucker hätten in der Fahrerkabine geschlafen. Niemand hätte die Passagiere rechtzeitig alarmiert. Das Feuer war vermutlich im Autodeck ausgebrochen.

Anzahl der Vermissten unklar

Da es unterschiedliche Angaben zu der Passagierliste gab, ist unklar, wie viele Menschen auf der Fähre waren und somit vermisst werden. Staatsanwalt Volpe sagte am Dienstag, dass möglicherweise 499 Menschen an Bord waren. Gerettet wurden 427. Darunter sind nach Angaben des italienischen Transportministers auch zehn Schweizer.

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