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Fast ein Hockey-Märchen: der traurige Hockey-Prinz in der Provinz

Der freundliche Riese Eero Elo (30) war traurig, weil es im Schweizer Eishockey keinen Platz mehr für ihn hatte. Nun hat sich doch noch ein Türchen geöffnet. Er trifft am Montag in Langenthal ein. Dabei wäre er bei weitem gut genug für die höchste Liga.

Publiziert: 19.09.20, 06:58 Aktualisiert: 20.09.20, 12:17

Eero Elo. Bild: KEYSTONE

Er hat die Postur (193 cm/92 kg), das Talent und die Schusskraft für die NHL. Aber einfach nicht den Biss und die «Bösartigkeit» für die ganz grosse Karriere. Eero Elo ist ein freundlicher, liebenswerter Riese, ein bisschen melancholisch, fast wie ein grosser Bub, der nicht erwachsen werden will und doch schon Familienvater geworden ist. Hätte Finnlands Kult-Regisseur Aki Kaurismäki je einen Hockey-Film gedreht – Eero Ero hätte die Hauptrolle bekommen.

Der bärenstarke Flügel hat eine bemerkenswerte Karriere in der höchsten finnischen Liga (292 Spiele/114 Punkte) hinter sich, bewährte sich zwei Jahre lang recht gut in der KHL (70 Spiele/31 Punkte), wurde von Minnesota gedraftet, spielte aber nie in Nordamerika. Richtig heimisch ist er eigentlich nur in Langnau geworden. Hier hat er in den letzten vier Jahren immerhin 155 Partien bestritten und 105 Punkte gebucht. Letzte Saison ist er bei den Emmentalern als Nothelfer für die letzten 10 Spiele eingesprungen und hat 6 Tore erzielt.

Das Leben im Emmentaler Dorf hat ihm und seiner Familie so gut gefallen, dass er gerne seinen Vertrag in Langnau verlängert hätte. Kein Wunder: Langnau ist auf der Alpennordseite nach Davos der Ort mit den zweitmeisten Sonnenstunden. Das sonnige Wetter zwischen den sanften Hügeln tut gerade im Winter der Seele eines ein bisschen zur Melancholie neigenden Finnen gut.

Das Machtwort des Bürogenerals

Aber Langnaus Bürogeneral Peter Müller bleibt unerbittlich: er ist der einzige Geschäftsführer der Liga, der Transfer-Wasser predigt und Transfer-Wasser trinkt: Virus-Krise, weniger Einnahmen, Sparkurs. Punkt. Schluss. Er erlaubt seinem Sportchef Marc Eichmann zumindest jetzt noch nicht, einen zusätzlichen Ausländer neben Robbie Earl und Ben Maxwell zu verpflichten. Also hat Eero Elo in Langnau keinen neuen Vertrag bekommen und in Finnland auch nicht.

Elo hat sich in Langnau etabliert. Bild: KEYSTONE

Die Zeiten haben sich halt geändert. Einst konnten ausländische Stürmer mit der Kragenweite von Eero Elo gut und gerne 200'000 Franken Nettolohn plus Wohnung, plus Auto, plus Reisekosten für den Familiennachzug plus Prämien verlangen. Nur die grossen Namen können in diesen unruhigen Zeiten noch auf grosse Saläre hoffen. Aber ein so grosser Name ist Eero Elo halt nicht.

Der freundliche Finne hat viel telefoniert. Er wäre sogar bereit gewesen, im Betrieb eines Investors der SCL Tigers als Hilfsarbeiter tätig zu sein und nebenbei zu spielen. Aber die Langnauer sind konsequent: vorerst kein zusätzliches ausländisches Personal.

Schliesslich hat ein dem Hockey gutgesinnter Beobachter aus dem Emmental eine Idee: frag doch Langenthals Sportchef Kevin Schläpfer. Die Langenthaler haben noch keinen ausländischen Spieler und wer weiss, vielleicht ist da was zu machen. Aber die finanziellen Forderungen müssen bescheiden sein. Der freundliche Beobachter rät, maximal 5000 Franken Salär pro Monat zu verlangen. Das ist ungefähr das, was eine Schreibkraft brutto im SCL-Büro verdient. Wenn er erst einmal in Langenthal sei und bäumig spiele, sei es durchaus möglich, dass er vielleicht im Laufe der Saison doch noch bei Langnau unterkomme. Und vielleicht sogar bei einem anderen Klub im Bernbiet.

«Sorry, aber ich darf nichts sagen»

Und siehe da: Kevin Schläpfer hat nun beim Verwaltungsrat die provisorische Verpflichtung von Eero Elo durchgebracht. Auf Anfrage und hartnäckiges Nachfragen sagt er leicht unwirsch: «Sorry, aber ich darf nichts sagen. Ich kann die Verpflichtung noch nicht bestätigen. Ich will am Montag zuerst die Leute im Klub und die Mannschaft informieren.» Wenn nicht noch die Langeten wegen Hochwasser durch die Innenstadt umgeleitet werden muss, können wir also am Montag eine Medienmitteilung zur Verpflichtung von Eero Elo erwarten.

Bild: KEYSTONE

Eero Elo kommt nach Angaben von Gewährsleuten für 5000 Franken im Monat zum SCL. Sein Vertrag läuft, so heisst es weiter, von Monat zu Monat. Bleibt er die ganze Saison, kostet er den Klub alles in allem nicht viel mehr als 50'000 Franken. Damit bleibt er weit, weit unter dem von Präsiden Gian Kämpf intern verordneten «Salary Cap» von 100 000 Franken. In Langenthal darf ausser Kult-Captain Stefan Tschannen keiner mehr als 100'000 Franken verdienen.

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Nie hat es in der Neuzeit in der zweithöchsten Liga einen Ausländer mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis gegeben als Eero Elo. In der Abmachung mit den Langenthalern hat der ehemalige finnische Junioren-Internationale eine Freigabeklausel für die National League. Wenn er erst den Rost aus den Gelenken trainiert hat, ist er gut genug für ein Tor pro Spiel. Im Powerplay waren sein «One Timer» (Direktschüsse) an einem guten Abend auch in der National League «tödlich». Sie werden es erst recht in der Swiss League sein. Wenn er nicht Leonardo Genoni, Reto Berra oder Melvin Nyffeler bezwingen muss. Sondern bloss Robin Zumbühl, Justin Gianola, Sascha Rochow oder Remo Giovannini.

Der SC Langenthal ist in der Swiss League als Meister von 2019 immer noch Titelverteidiger. Ein Titan also. SP-Stadtpräsident Reto Müller möchte als Erbauer des neuen Stadions in die Geschichte eingehen. SCL-Präsident Gian Kämpf hat ihm für diesen Fall schon eine Statue vor dem Stadion versprochen. Die Planungskredite sind vom Volk bewilligt. Das Stadionprojekt in Langenthal mahnt allerdings nach wie vor an das Ungeheuer von Loch Ness: Alle reden davon, aber niemand rechnet damit, es je einmal zu Gesicht zu bekommen.

Soll der neue Hockey-Tempel entgegen allen Erwartungen Wirklichkeit werden, sollte es beim SCL sportlich schon ein wenig rocken. Eine Saison ohne Ausländer wäre gar mager und der Begeisterung abträglich. Eero Elos Traum von einem Engagement in der Schweiz kann in Langenthal doch noch wahr werden. Als Gegenleistung kann er als Hockey-Prinz in der Provinz mithelfen, dass der Stadiontraum in Langenthal wahr wird. Fast ein Eishockey-Märchen.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

HC Davos: 5 - Marc Gianola. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. PHOTOPRESS / JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. KEYSTONE / Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. KEYSTONE / STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. KEYSTONE / JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. KEYSTONE / EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. KEYSTONE / URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. KEYSTONE / URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. KEYSTONE / GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. KEYSTONE / JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KEYSTONE / KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. KEYSTONE / EDI ENGELER
EV Zug: 57 – Fabian Schnyder keystone / ENNIO LEANZA
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. KEYSTONE / EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. KEYSTONE / STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. KEYSTONE / ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. KEYSTONE / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt. KEYSTONE
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. TI-PRESS / FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. KEYSTONE / MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. KEYSTONE / EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. PHOTOPRESS / FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Eishockey-Saison 2019/20

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