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«Väter wollen Verantwortung übernehmen»

Vier Wochen bezahlte Ferien für Väter – das fordert Travail Suisse

15.05.2014, 09:5815.05.2014, 10:49
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Die ein bis zwei Tage Vaterschaftsurlaub, die viele Schweizer Arbeitgeber frisch gewordenen Vätern gewähren, seien unhaltbar, sagt der Gewerkschaftsverband Travail Suisse. Diese Praxis entspreche nicht mehr der gesellschaftlichen Realität. «Heutige Väter wollen Verantwortung übernehmen und sich ins Familienleben einbringen», sagte Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail Suisse. Deshalb fordert der Gewerkschaftsverband bis zu 20 bezahlte Ferientage für Väter. 

Während dieses am Stück oder in Teilen bezogenen Urlaubs von 28 Tagen (inklusive Wochenenden) würden die Männer 80 Prozent des Lohnes erhalten. Finanzieren will der Dachverband dies analog zum Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO). «Das ist zwar nicht gratis, aber in Relation zum Nutzen sehr bescheiden», so Kuert Killer. Das Modell sei deshalb «absolut realisierbar». 

Spitzenreiter sind die Städte Genf, Lausanne und Bern. Praktisch ohne Unterstützung sind Väter im Kanton Obwalden und in Neuenburg. 
Spitzenreiter sind die Städte Genf, Lausanne und Bern. Praktisch ohne Unterstützung sind Väter im Kanton Obwalden und in Neuenburg. Grafik: Travail Suisse

284 Millionen Franken Kosten

Laut Travail Suisse müssten die heutigen Beitragssätze für die EO nicht oder nur moderat erhöht werden. Zurzeit zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen 0,5 Prozent eines Lohnes in das Sozialwerk ein. Der Gewerkschaftsverband wendet sich damit an einen vom Bundesrat letzten Herbst präsentierten Bericht, wonach ein solcher Vaterschaftsurlaub jährliche Kosten von 384 Millionen Franken verursachen würde. 

Martin Candinas (mitte) im Gespräch mit Aline Trede.
Martin Candinas (mitte) im Gespräch mit Aline Trede.Bild: KEYSTONE

Keine Priorität für den Bundesrat

Für den Bundesrat hat ein Vaterschaftsurlaub oder Elternurlaub zurzeit nicht Priorität, wie er letzten Herbst erklärte. Er lässt aber bis Mitte 2014 prüfen, ob Mütter und Väter das Recht erhalten sollen, nach der Geburt eines Kindes das Arbeitspensum um bis zu 20 Prozent zu reduzieren.

Im Nationalrat hingegen bewegt sich etwas: In der Frühlingssession wurden zwei Vorstösse von jungen Vätern eingereicht, die den Vaterschaftsurlaub zum Thema haben. Davon sei, so Kuert Killer, vor allem die parlamentarische Initiative von CVP-Nationalrat Martin Candinas realistisch: Er fordert zwei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub.

(sda/dwi)

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