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Wie nachhaltig ist die Berner Firma «Rework» wirklich?

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Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally

Wie nachhaltig ist die Berner Firma «Rework» wirklich?

Das Berner Unternehmen «Rework» macht aus alten Kleidern neue Mode. Dafür sammelt es Altkleider und verarbeiten diese in Indien und Bangkok zu neuen Kleidungsstücken, die später in der Schweiz wieder verkauft werden. Ist das noch nachhaltig?
29.03.2023, 13:5329.03.2023, 13:53
Stefanie Küng / ch media
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Mit Stoffen aus der Altkleidersammlung neue Kleidungsstücke erschaffen – so lautet die Mission der Berner Firma Rework. «Rework ist ein Kleiderladen wie alle anderen Kleiderläden auch, mit dem Unterschied, dass die Kollektionen aus Secondhand-Kleidern erstellt und umgenäht werden. So werden keine Neumaterialien benötigt», erklärt Geschäftsführer Kaspar Schläppi. Mit Shops in Bern, Basel, Zürich, Winterthur und Biel ist die Firma stetig gewachsen. Was gleich bleibt: Der Grossteil der Kleider wird in Indien und Bangkok genäht.

Am Puls der Zeit

Die Nachfrage sei gross für die Kleider von Rework, so Schläppi: «Das Interesse an unserer Firma und am Konzept Secondhand-Kleidung steigt stetig. Gleichzeitig denke ich, dass wir in einer ‹Bubble› sind und nicht sehen, wie viele noch ‹Fast Fashion› kaufen.» Die Firma produziert grösstenteils im Ausland: «Uns ist es wichtig, dass wir keine teure Marke sind. Es soll kein Privileg sein, bei uns einkaufen zu können. Deshalb war immer klar, dass wir im Ausland produzieren müssen.»

Die Produktion von Rework finde genau dort statt, wo die Altkleider sortiert werden, damit die passenden Kleider zum Umnähen ausgewählt werden können, erklärt Kaspar Schläppi: «Unsere Standorte sind direkt in Sortierwerken. Dort werden Altkleider aus aller Welt sortiert und dann weiterverkauft. Wir kaufen dort Kleider und haben in den Fabriken Nähmaschinen. So können wir die Kleidungsstücke direkt umnähen und produzieren.»

«Wenn wir in der Schweiz produzieren würden, wären die Kleider zu teuer»

Der Vorwurf, dass die Mode von Rework nicht nachhaltig ist, da im Ausland produziert wird, höre die Firma oft. Dies sei aber nicht der Fall, wie Kaspar Schläppi erklärt: «Macht man eine CO2-Bilanz, fällt der Transport nicht so schwer ins Gewicht. Die grossen Emissionen entstehen am Anfang bei der Produktion von Materialien und beim Rohstoff, wie zum Beispiel Baumwolle, die sehr viel Wasser und Anbaufläche braucht oder bei Polyester, das Erdöl benötigt. Der CO2-Ausstoss des Transports von grosser Masse an Kleidern wie bei Altkleidern ist viel kleiner.»

Rework produziert keine neuen Kleider, was Rohstoffe spart. Es werde kein zusätzliches Wasser oder Anbauflächen für die Kleiderproduktion verbraucht und somit weniger CO2 produziert. Würde die Firma in der Nähe produzieren, wäre die Ökobilanz zwar besser, aber Kaspar Schläppi weiss auch: «Wenn wir in der Schweiz produzieren würden, wären die Kleider zu teuer, um unser Zielpublikum anzusprechen.»

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