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Edvin Uncorked

Was ist der Unterschied zwischen Bio-, Vegan- und Naturwein?

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Edvin Uncorked

Kuhfladen, Schwefel und Fischblasen – alles, was du über Bioweine wissen musst

31.01.2020, 11:3003.02.2020, 08:48
Madelyne Meyer
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Ich mache Yoga. Meditiere. Trinke keinen Kaffee, dafür Matcha-Tee bis zum Herzflattern. Liebe Bio und fahre, so oft es geht, Fahrrad. Habe mir schon jede Netflix-Episode von Gwyneth Paltrows «Goop Lab» reingezogen und stehe deswegen kurz davor, mir mit Gülsha Adilji eine Kältetherapie zu gönnen.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, dass ich der Inbegriff eines Pseudo-Hippies bin. Einsicht ist der beste Weg zur Besserung.

Auf jeden Fall faszinierten mich Energien schon immer. Yoga. Der Mond. Meine Hyperaktivität. Naheliegend ist es also, dass ich, was die Weinbranche anbelangt, mich sehr zur Biodynamik hingezogen fühle.

In meinen Weinkursen wird die Frage, was der Unterschied zwischen biologischer und biodynamischer Weinherstellung sei, nicht zu selten gefragt. Auch die Frage, was veganer Wein sei, wird jedes Mal gestellt. Zudem wird oft erkundigt, was denn eigentlich die Definition von Naturwein sei.

Aufklärung naht.

Was sind denn überhaupt die Unterschiede?

Die verschiedenen Philosophien der Weinherstellung sind zurzeit unter Weinfachleuten das meistdiskutierte Thema. Angeregt wird über Kuhfladen, Schwefel und Fischblasen debattiert. Dabei stellt sich in diesem Zusammenhang oft die Frage, ob man denn den Unterschied zum Beispiel zwischen veganem und biologischem Wein schmecken könne.

Frage: Kannst du blind einen konventionell angebauten von einem Biolauch unterscheiden? Schwierig? Eben. Im biologischen und biodynamischen Weinbau geht es denn auch nicht in erster Linie um den Geschmack des Weins, sondern um die Nachhaltigkeit im Rebberg.

Bei Naturweinen jedoch lässt sich eindeutig ein Geschmacksunterschied feststellen, da diese oft ungefiltert und nicht geschwefelt sind. Sie riechen und schmecken oft nach Aromen, die mich an Nüsse, überreife Orangen und Kombucha erinnern. Solche oxidative Noten finden sich auch bei Sherry, der – je nach Ausbaustil – unter einer Florhefeschicht heranreift und ebenso nicht geschwefelt wird.

Manche sagen, dass die Erkennbarkeit der Herkunft eines Naturweins durch den oxidativen Ausbau verwischt bis unkenntlich gemacht werde. Andere wiederum behaupten das Gegenteil. Jedem das seine.

Hier die wichtigsten Unterschiede und ihre Vor- und Nachteile.

Biologischer Weinbau

Ganzheitliche Produktionsmethode «im Namen von Mutter Natur»

Vorteile:

  • Gesundes Ökosystem im Vordergrund.
  • Fördert die Artenvielfalt (Biodiversität).
  • Nur organische Düngemittel; Krankheitsbekämpfung ohne chemisch-synthetische Produkte.
  • Vorbeugende Arbeitsweise.
  • Strenge Richtlinien für Zertifikat.

Nachteile:

  • Teurer, arbeitsaufwendiger, anstrengender.
  • Höheres Risiko eines Ernteverlustes wegen beschränkter Eingriffsbefugnisse im Vergleich zum konventionellen Weinbau.

Biologisch-biodynamischer Weinbau

Geschlossener Kreislauf nach dem Motto: «Ein Hoch auf die Homöopathie»

Vorteile:

  • Biologischer Weinbau vorausgesetzt.
  • Reb- und Kellerarbeiten nach dem Mondkalender.
  • Ausschliesslich organische Hilfsmittel: neun Präparate (z. B. Kompost).
  • Fördert Biodiversität, sorgt für ein natürliches Gleichgewicht und für die Abwehrkräfte der Reben.

Nachteile:

  • Teurer, arbeitsaufwendiger, anstrengender.
  • Höheres Risiko eines Ernteverlustes wegen beschränkter Eingriffsbefugnisse im Vergleich zum konventionellen Weinbau.

Der Schlüssel zur Biodynamik liegt darin, den Betrieb in seiner Gesamtheit als lebendiges System zu betrachten. Zu diesem Zweck sollen biodynamische Betriebe geschlossene, sich selbst unterhaltende Systeme sein. Die Biodynamik betrachtet den Hof oder das Weingut im Kontext von lunaren und kosmischen Rhythmen. Die Kraft des Mondes ist nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass er Ebbe und Flut auslöst.

Veganer Weinbau

Keine Tiere in den Trauben sigetsoguet

Vorteile:

  • Wein ist an und für sich ein vegetarisches Produkt. Jedoch werden bei Schönung und Klärung (damit der Wein nicht trüb bleibt) oft tierische Hilfsmittel (Eiweiss, Kasein, Gelatine, Fischblasen) eingesetzt. In der veganen Weinproduktion wird auf diese Hilfsmittel verzichtet und auf vegane Produkte wie Tonmineralien oder Erbsenprotein ausgewichen. Im fertigen Wein finden sich höchstens noch kleinste Spuren von Klärmitteln, die aber nicht herauszuschmecken sind.

Nachteile:

  • Weinrechtlich definiert (offizielles Zertifikat).

Naturwein

Den splitterfasernackten Minimalismus pflegen

Vorteile:

  • Mindestens biologische oder biodynamische Anbauweise. Möglichst keine Eingriffe während der Weinherstellung (keine Hilfsstoffe). Nur wilde Hefe wird für die Fermentation benutzt, keine Zuchthefe. Dem Wein wird weder durch Filtration noch Schönung etwas weggenommen.

Nachteile:

  • Lagerfähigkeit nicht immer gewährleistet; der Wein kann sich von Tag zu Tag verändern, da er mehr oder weniger in der Flasche noch lebt.
Egal wie Du zu den Weinbauphilosophien stehst ... wir können uns einigen: Je weniger Eingriffe in die Natur und in ein Naturprodukt, desto besser.

In diesem Sinne: Cheers!

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Madelyne Meyer

Die Weinwelt kann extrem elitär und exklusiv sein. Darauf hat Madelyne Meyer aber gar keine Lust. Mit ihrem unkonventionellen Weinblog Edvin hat sich die Aargauer Weinexpertin in der Schweiz einen Namen gemacht. «Meine Leser mögen wohl meine selbstironische Art. Ich nehme mich und die Weinwelt nicht todernst, zolle dem Wein aber immer genügend Respekt».

Madelyne arbeitet in ihrem Familienbetrieb für Marketing & Kommunikation und schreibt noch für den Gault Millau Channel. Das Ganze rundete sie im September 2019 mit ihrem ersten Buch «Endlich Wein verstehen» ab.
Für watson schreibt Madelyne ab sofort regelmässig exklusiv in ihrem Blog.

Weitere Infos über Madelyne und Wein findest du hier:
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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Thorium
31.01.2020 12:10registriert August 2019
Nun müsste ein Winzer her, der am gleichen Hang seine Reben nach dem vier unterschiedlichen Methoden anbaut (also gleicher Wein, nur anderer Anbau). Nach der Vinifikation wäre ich echt an einer Blindverkostung interessiert.
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Scaros_2
31.01.2020 14:32registriert Juni 2015
Beim veganen Wein

Nachteile:

Weinrechtlich definiert (offizielles Zertifikat).

Ich: Hääääää? (bitte erläutern).
387
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Super8
31.01.2020 13:55registriert November 2019
Grad beim Wein heisst Bio nicht gleich besser. Was da tonnenweise für die Umwelt hochgiftiges Kupfer gespritzt wird...nicht-synthetisch heisst halt nicht nicht-wirksam und tötet dementsprechend auch andere Lebewesen.
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