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Liebe Frau Freitag. Seit bloss einem Jahr bin ich verheiratet – mit einem Mann, der gut zehn Jahre älter ist als ich. 

Kafi als Braut. Gott, was war sie da lieb und zahm. Sie hat während knapp drei Tagen kein einziges Mal Arschloch gesagt! 
Kafi als Braut. Gott, was war sie da lieb und zahm. Sie hat während knapp drei Tagen kein einziges Mal Arschloch gesagt! Bild: Kafi Freitag
FRAGFRAUFREITAG

Liebe Frau Freitag. Seit bloss einem Jahr bin ich verheiratet – mit einem Mann, der gut zehn Jahre älter ist als ich. 

Wir haben zusammen eine wundervolle kleine Tochter, die kurz nach unserer Hochzeit zur Welt kam. Nun meine Frage: Soll ich mit einem Mann zusammenbleiben, der mir (wenn auch im Streit, aber ohne Einfluss irgendwelcher Substanzen) schon Dinge an den Kopf geworfen hat, die – so mein Empfinden – unter der Gürtellinie sind. Einige Beispiele: «Du bist ein böser Mensch. Ein richtig böser Mensch». «Ich bin froh, hatte ich keine Mutter, wie du es bist». «Du bist ein Psycho». «Hätte ich doch auf die gehört, die mich vor dir gewarnt hatten». Bin ich einfach zu empfindlich? Liebe Grüsse. Lotte, 31
20.06.2014, 13:0620.06.2014, 15:05
Kafi Freitag
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Liebe Lotte 

Ob Sie zu empfindlich sind, oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber Ihre Gürtellinie sitzt schon bitzli hoch.

Ich denke eher, dass es daran liegt, dass man gerne ein perfektes Paar abgeben würde. So wie all die anderen Paare perfekt zu sein scheinen, von denen man umgeben ist. Aber ich kann Ihnen versichern, dass dem nicht so ist. Wenn ich mich in meinem Freundeskreis, oder auch in meiner Praxis umhöre, dann klingt es bei den anderen auch nicht anders. Vielfach sogar eher noch schlimmer. Gewisse Paare gehen sich im Streit sogar im wahrsten Sinne des Wortes an die Gurgel. (Wie viele Paare bereit sind zu schauspielern, um vor den Mitmenschen als Super-Päärli durchzugehen, schreibe ich übrigens hier. Meistens putzen sich die am vulgärsten ab, die auf den Facebook-Fotos am breitesten zusammen strahlen.)

Auch ich bin jetzt ziemlich genau ein Jahr verheiratet. Und mein Mann und ich haben uns bei Weitem schon härtere Sachen an den Kopf geworfen. Ich habe seinen sogar schon mal abgewatscht; wenn ich auch nicht wirklich stolz drauf bin. Streit gehört zu jeder Beziehung dazu. Aber es sollte trotzdem das Ziel sein, dass man gewisse Grenzen nicht überschreitet. Das hat mir kürzlich mein Vater gesagt, der sich wirklich oft und leidenschaftlich mit seiner Partnerin fetzt. Und das seit nunmehr fast 30 Jahren!

Ein Trauschein schützt uns Menschen nicht vor unsouveränen Aktionen. Aber er sollte uns wenigstens davor bewahren, nach jeder gleich seine 7 Sachen zu packen, und abzuhauen. Ich weiss ja nicht, welchem zuckerwattefarbenen Märli Sie noch nachhängen, aber ich will Sie hiermit feierlich im richtigen Leben willkommen heissen.

Tätärarä: So ist das Leben Baby. Sie haben einen Mann gewählt und ein Kind geschenkt bekommen. Gehen Sie mit beiden nachsichtig zu Gericht. Im Wissen darum, dass Sie vermutlich auch keine perfekte Prinzessin sind.

Viele Menschen denken, dass Streit und Zoff ein Zeichen dafür sind, dass man einfach noch nicht den richtigen Partner gefunden hat. Sie tingeln von Beziehung zu Beziehung, anstatt sich mal damit auseinanderzusetzen, dass es die ständige Symbiose nicht gibt. Die Kunst einer funktionierenden Beziehung ist es, auch solche Phasen zu überstehen. Immer gleich den Partner wechseln ist viel zu einfach und mit der Zeit auch furchtbar langweilig. Und mit einem Kind im Gepäck auch irgendwie verantwortungslos. 

Alles Gute Ihnen. Und beste Grüsse. 

Ihre Kafi.

P.S. (Und jetzt sag ich Ihnen noch was. Aber das muss unter uns bleiben! Paare, die nicht in ständiger Harmonie leben, ficken besser und häufiger!)

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines neunjährigen Sohnes.



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Von Vorheizen und Leerläufen: Es gibt noch viel zu tun in meiner Küche
Der Advent ist die Zeit im Jahr, die mich richtig häuslich werden lässt. Während ich sonst eher die Alltags-Köchin bin – am liebsten einfach und schnell – stehe ich um Weihnachten herum auch gern mal etwas länger in der Küche. Übers Energiesparen mache ich mir dabei, ehrlich gesagt, nicht wirklich Gedanken.

Eine Frage stelle ich mir allerdings tatsächlich immer, und zwar beim Einräumen des Kühlschrankes: Ist es jetzt gescheiter, die Tür offenzulassen, bis alles eingeräumt ist, oder mache ich sie zwischendurch zu und wieder auf? Ich mache es einfach mal so, mal so. Überhaupt befasse ich mich, rein energietechnisch gesehen, viel zu wenig mit Kühlschrank und Gefrierer. Ich weiss, dass das Gemüse ins Gemüsefach kommt, sonst würds nicht so heissen, und dass es hinten kühler ist als vorne. Dabei überlege ich mir ehrlicherweise nicht besonders viel, wenn ich die Einkäufe da ablade. Und die Sachen, die ich ganz hinten platziere, kommen nicht zwingend dahin, weil sie am kühlsten gelagert werden müssen, sondern weil ich sie vor den Teenagern verstecke, die üblicherweise innerhalb von maximal drei Tagen den Kühlschrank leerfressen, und zwar von vorne nach hinten.

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