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Wer sich selber nicht wertschätzt, muss sich nicht wundern. 
Wer sich selber nicht wertschätzt, muss sich nicht wundern. Bild: Kafi Freitag
FRAGFRAUFREITAG

Mein Freund stellt mich nie vor

02.03.2015, 14:2103.03.2015, 07:12

Erst kürzlich war ich mit ihm auf einer Geburtstagsparty von einem seiner Freunde, wo ich niemand kannte. Ich stand da neben ihm und er hat mit allen geredet, aber mich nie vorgestellt. Das hat mich sehr wütend gemacht habe aber nicht gewusst, wie reagieren. Was soll ich machen? Steffi, 35

Liebe Steffi 

Wie versessen alle Bände von 50 Shades of grey lesen, sich im Kino fast einen abenholen und dann beleidigt sein, wenn einem der Liebste nicht artig vorstellt, hä? Ich finde es immer wieder spannend, dass Frauen zwar gerne auf bad boys stehen, sich auch gerne mal bitzli dominieren lassen (wenigstens in der Fantasie), aber wenn es darauf ankommt, einen Gentleman an ihrer Seite wissen wollen.

Nicht ganz einfach für das männliche Geschlecht, könnte man jetzt sagen, gell. Aber ich sage das genaue Gegenteil: EXTREM EINFACH, im Fall!

Es geht einfach nicht, was Sie mir da beschreiben. Und es darf eigentlich auch nicht sein. Und dennoch passiert es, wie ich letzte Woche selber miterleben musste. Ich stand da auf einem Anlass und redete schon eine ganze Weile mit einem Bekannten, als sich plötzlich eine Frau bemerkbar machte, indem sie sich ins Gespräch einschaltete. Ich hatte sie zuvor nicht bemerkt, weil ich nicht realisiert hatte, dass sie zu meinem Gesprächspartner gehört. Das war nicht mein Fehler, denn schliesslich standen an diesem Abend viele Menschen eng beieinander und nicht alle waren ein Paar. Diese beiden aber schon. Was ich dann herausfand, als ich etwas verdutzt fragte: Ihr gehört zusammen?

Es war wirklich peinlich. Für sie. Für mich auch. Aber eigentlich am meisten für ihn, obwohl ich nicht ermessen kann, ob ihm das wirklich bewusst war. Er hatte sie nicht vorgestellt. Er hatte sie neben sich stehen lassen wie einen Gummibaum, der zum Inventar gehört. Glücklicherweise hatte sie genügend Selbstvertrauen, sich selber einzubringen. Das hätte ich an ihrer Stelle sicherlich auch gehabt. Dennoch hätte ich vermutlich anders reagiert. Und das würde ich auch Ihnen raten, liebe Steffi.

Ich bin auch der Meinung, dass einem das Mal passieren kann. Und es gibt auch diese peinlichen Fälle, in denen man eigentlich gerne vorstellen würde, wenn einem nur der Name in den Sinn käme, gopf! Wenn es sich aber wiederholt und sich auch nichts ändert, wenn man es laut und deutlich ausgesprochen hat, dann nützt eigentlich nur eines: Schmerzlernen. Dann müssen Sie den Liebsten Mal auf einer Party stehen lassen. Oder auch auf zweien. So habe ich es getan, als mich ein Freund mehrmals neben sich stehen liess, wie bestellt und nicht abgeholt. Und es hat gewirkt.

Meiner Meinung nach gehört das gegenseitige Vorstellen zum kleinen Einmaleins des Anstands, dafür braucht man keinen Knigge lesen. Und es spielt auch keine Rolle, wer wen wann vorstellt. Hauptsache, es passiert! Fordern Sie es ein! Reden Sie darüber und wenn das nichts bringt, dann werden Sie aktiv! Sie sind kein Gummibaum. Lassen Sie sich drum auch nicht wie einer behandeln! SIE geben den Ton an, was Sie wert sind und wie man Sie gefälligst behandeln soll. Wenn Sie das Gespür dafür nicht haben, dass es ein absolutes No-Go ist, dann wird es Ihr Partner auch nicht spüren. Wertschätzung muss man sich zuerst selber entgegenbringen. Dann kann man es von anderen einfordern, was allerdings meistens gar nicht mehr nötig ist. Weil die eigene Wertschätzung nach aussen strahlt und nonverbal vermittelt, wie der Hase läuft.

Ganz herzlich, Ihre Kafi. 

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.



Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.



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Sälber tschuld! 
Bild: Kafi Freitag

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