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Madame Energie

Es lebe die Anarchie in der Waschküche!

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Madame Energie

Es lebe die Anarchie in der Waschküche!

Waschküchen sind fast ein Garant für erhitzte Gemüter, stressvolle Waschtage bis hin zu giftigen Streitereien unter vernünftigen Hausbewohnenden. Nicht so in unserem Haus mit zwölf Parteien und einer einzigen (!) Waschmaschine. Bei uns herrscht anarchische Ordnung – falls es so etwas gibt.
18.05.2026, 14:2518.05.2026, 14:25
Sabina Galbiati
Sabina Galbiati
Contentpartnerschaft mit EnergieSchweiz
Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit EnergieSchweiz. Die Beiträge werden von der freischaffenden Journalistin Sabina Galbiati verfasst.

Gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft! EnergieSchweiz setzt sich als Förderprogramm des Bundesamts für Energie mit freiwilligen Massnahmen für den Ausbau erneuerbarer Energien und der Steigerung von Energieeffizienz ein. Mittels Information, Beratung, Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sowie Massnahmen zur Qualitätssicherung setzt sich EnergieSchweiz dafür ein, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen.

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Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt.

Unsere Waschküche hat für zwölf Parteien eine Waschmaschine und einen Tumbler. Es gibt weder Waschtage noch einen Waschplan. Jeder wäscht, wie es grad passt. Diese Waschanarchie funktioniert. Ich weiss ehrlich gesagt nicht mal, wieso. Aber sie ist jetzt auf nebenan in den Trocknungsraum übergeschwappt.

Seit 13 Jahren wohne ich in diesem Haus mit den zwölf Mini-Wohnungen. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen eine ältere Dame ständig die feuchte Wäsche in der Waschküche umhängen musste, als hätte sie einen Zwang – sie war ansonsten eine wirklich liebenswerte Frau. Eines Tages schrieb ich einen Zettel mit einem riesigen, freundlich lachenden Smiley und der Bitte, meine Wäsche in Ruhe zu lassen. Hat geklappt.

Einmal wurde meine Bettwäsche geklaut. Danach hing ich den Kissenbezug nicht mehr in der Waschküche auf – wer klaut schon einen Bettdeckenbezug ohne Kissenbezug? Hat funktioniert.

Tumblern? No way!

Ja, ich hätte auch einfach alles in den Tumbler schmeissen können. Das habe ich früher zu 4er-WG-Zeiten ständig gemacht. An Energieverbrauch habe ich damals nicht gedacht.

An etwas anderes mit der Zeit schon: Da ich ja die ganze Wäsche am Ende rausnehmen und versorgen musste, kostete mich einmal Waschen und Tumblern gut drei Stunden, in denen ich praktisch an die Wohnung gebunden war. Natürlich musste ich immer irgendwas irgendwo ausser Haus erledigen und meistens dann, wenn ich waschen sollte. Aber hängt man die Wäsche auf, ist man anschliessend völlig frei.

Und dann die ganze Schweiz

Ob als Madame Energie oder als ME: In der neuen Waschküche mit dem ganzen Platz und den vielen Wäscheleinen war Tumblern eigentlich nicht mehr nötig. Und einmal durchgerechnet spart das auch durchaus Geld: 1 – 1,7 Kilowattstunden (kWh) Strom verheizt eine Ladung – je nach Energieeffizienz des Geräts. Dagegen kostet mich Aufhängen fünf Minuten, aber kein Geld. Bei durchschnittlich 1,5 Waschgängen pro Woche spare ich im Jahr alleine damit rund 105 kWh. Das ist viel Energie und entspricht mit aktuellem Strompreis (in meiner Gemeinde) immerhin 30 Franken. Man kann das jetzt auf zwölf Parteien hochrechnen. Oder auf die ganze Schweiz:

Laut Top Ten verbrauchen wir in der Schweiz fürs maschinelle Tumblern/Wäschetrocknen jährlich rund 800 Millionen kWh Strom im Wert von rund 160 Millionen Franken. Zugegeben, dank effizienterer Geräte, dürften sich diese Zahlen durchaus verbessert haben, aber ihr wisst, worauf ich hinauswill.

Wie beim Wäsche-Fummel-Zwang

Nach dem Bettzeug-Klau fing ich an, den Kleinkram auf meinem Balkon oder auch in der Wohnung aufzuhängen – Letzteres trotz Schimmelwarnungen, die glücklicherweise nie real wurden. Seit damals tumblere ich aus Prinzip nicht mehr. Das ist ein bisschen wie mit der lieben alten Dame und ihrem Wäsche-Fummel-Zwang. Inzwischen ist sie übrigens verstorben.

Die seltsame Eigendynamik im Trocknungsraum

Die friedvolle Stimmung in unserer Waschküche hält sich auch nach Jahren mit zahlreichen Mieterwechseln und ist inzwischen auf den Trocknungsraum nebenan übergeschwappt. Die Leute hängen nicht mehr nur Bettwäsche auf, sondern auch wieder Socken, T-Shirts und Co. Denn die werden ja nicht mehr umgehängt oder geklaut. Nein, wir vertrauen einander, vertrauen uns quasi in diesem halböffentlichen Raum unsere Wäsche an.

Als ich das sah, habe ich Mut gefasst und meinen Stevi vom Balkon in den Trocknungsraum gezügelt, damit die anderen dann mehr Platz auf den Wäscheleinen haben. Jetzt hängt auch meine Wäsche wieder regelmässig da unten im Trocknungsraum. Und damit der Stevi für mich allzeit bereitsteht, versorge ich ihn jeweils in meinem Kellerabteil.

Unser gemeinsam gesparter Strom

Beim Tumbler hängt jetzt ein A4-Blatt mit einem riesigen, freundlich lachenden Smiley und darunter steht, wie viel Energie wir – die zwölf Parteien – jährlich sparen können, wenn wir unsere Wäsche aufhängen. Bei durchschnittlich 1,5 Waschgängen pro Woche mal zwölf sind es rund 1264 kWh. Das spart 366 Franken an Gemeinschaftsstrom. Natürlich machen nicht alle mit, aber die meisten.

Falls jemand aus meinem Haus diesen Blog liest: Bringt jederzeit euren Stevi in den Trocknungsraum. Der Eine oder Andere hat noch Platz.

Noch zwei Abers zum Schluss

Für alle, die jetzt motiviert sind, ihre Wäsche aufzuhängen oder zumindest Strom zu sparen, zwei Tipps für die kalte Jahreshälfte:

  • In den Wintermonaten ist es besser, die Wäsche in der Waschmaschine gut zu schleudern. Das senkt den Stromverbrauch des Tumblers oder Raumlufttrockners.
  • Im Winter verbrauchen sehr effiziente Tumbler viel weniger Energie als das Trocknen in geheizten Kellerräumen mit geöffnetem Fenster.

Jetzt seid ihr dran! Habt ihr Tipps für menschen- und wäschefreundliche Waschküchen? Wie schafft man es als Familie mit Kindern überhaupt ohne Tumbler? Und habt ihr genügend Platz, um die T-Shirts und Co. an der Luft zu trocknen oder wie löst ihr das? Schreibt es für alle Leidensgenossinnen und -genossen in die Kommentare!

Sabina Galbiati

Über die Autorin

Sabina Galbiati ...
... ist freie Journalistin, Bloggerin und Autorin. Am liebsten schreibt sie Geschichten über inspirierende Menschen und über die simplen Dinge, die uns im alltäglichen Leben bewegen. Als «Die Nachhalterin» hat sie auf «watson.ch» bereits über Klima- und Umweltschutz im Alltag gebloggt. Als «Madame Energie» widmet sie sich nun dem Energiesparen innerhalb und ausserhalb ihrer vier Wände und berichtet von den ganz alltäglichen Herausforderungen und Diskussionen, die sie dabei erlebt. Wie immer tut sie das mit einer Prise Humor.
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Täglich grüsst der Abwasch! Können wir es überhaupt richtig machen?!
Gegen die Spülmaschine kann ich nur verlieren – zumindest, was den Wasserverbrauch angeht. Beim Energieverbrauch liege ich vorne. Und das eine geht bei der ganzen Rechnerei sowieso immer vergessen.
Abwaschmaschinen lösen bei mir immer wieder mal Ungläubigkeit aus. Was mich als Madame E. oder kurz ME irritiert:
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