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Peugeot bläst zum Gegenangriff und sattelt auf Elektroantrieb um

Peugeot e-3008
Als unangefochtener Peugeot-Bestseller sattelt der 3008 in der dritten Generation auf Elektroantrieb um.Image: Peugeot
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Peugeot bläst zum Gegenangriff und sattelt auf Elektroantrieb um

Unweigerlich reagiert Peugeot auf Renaults neuen Scenic E-Tech Electric mit dem e-3008. Ein Modell mit ungemein hohen Herausforderungen für die Marke und die Stellantis-Gruppe. Erste Eindrücke.
23.10.2023, 06:2823.10.2023, 13:20
Jerome Marchon
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Der 3008 der zweiten Generation, der 2016 auf den Markt kam und von dem mehr als 1,3 Millionen Exemplare produziert wurden, ist fraglos der Peugeot-Verkaufshit der vergangenen Jahre. Nun ist es an der Zeit, einen Nachfolger auffahren zu lassen. Eine immer wieder heikle Angelegenheit bei einem beliebten Modell, zusätzlich zum harten Wettbewerb, den sich die Hersteller im C-Segment liefern, und zum Wandel der Industrie hin zur Elektromobilität. Um von Anfang an am Puls der Zeit zu sein, hat Peugeot entschieden, zuerst die vollelektrische Version e-3008 vorzustellen, bevor in den kommenden Monaten ein Hybridantrieb und ein Plug-in-Hybrid dazukommen, bei denen auf das kleinste Detail geachtet wurde.

Zwischen Evolution und Revolution

Der neue 3008 ist komplett verändert, aber ohne dabei vor den Kopf zu stossen. Die stilistische Entwicklung ist bemerkenswert, bleibt aber zugleich im Einklang mit der übrigen Produktpalette von Peugeot. Die moderne Fastback-Silhouette mit den gekonnt bemessenen Proportionen verleiht dem Modell Muskeln und Dynamik.

Peugeot e-3008
Ein Coupé? Nicht ganz, es ist ein Fastback-Profil.Image: Peugeot

Auf den ersten Blick kleiner als die Generation, die er ersetzt, ist der neue 3008 tatsächlich neun Zentimeter länger. Auch die aerodynamische Effizienz fällt auf: Der Luftwiderstandsbeiwert (cW) beträgt 0,28. Ein Ergebnis, mit dem der e-3008 sich in die Riege der diesbezüglich effizientesten Elektro-SUVs einreiht.

Peugeot e-3008
Image: Peugeot

Die aggressive Vorderseite kommt mit kleinen LED-Scheinwerfern, die durch leuchtende Fortsätze verlängert werden, während der Kühlergrill maximal vergrössert ist und den Anschein erweckt, die Strasse verschlingen zu wollen. Die massive Rückseite suggeriert Robustheit, und das Peugeot-Logo wird durch einen zentralen Schriftzug der Marke und des Modells ersetzt.

Peugeot e-3008
Ein bulliges Heck, das für Aufsehen sorgt.Image: Peugeot

Im Innenraum hat Peugeot auch das i-Cockpit-Konzept weiterentwickelt. Während das kompakte Steuer auch weiterhin mit von der Partie ist, befinden sich die Instrumentierung und das Infotainment-System jetzt in einer grossen, gewölbten 21-Zoll-Anzeige mit teilweisem Touchscreen. Ein zweiter Bildschirm in der Mitte dient als Konsole und verfügt über so genannte i-Toggles – Schnellzugriffe auf bestimmte Menüs der Benutzeroberfläche. Auch die ist ganz auf der Höhe der Zeit, vor allem in Sachen Elektromobilität, und verfügt über einen integrierten Routen- und Ladeplaner.

Peugeot e-3008
Das Cockpit ist mit einem 21-Zoll-Bildschirm ausgestattet, der über dem Armaturenbrett zu schweben scheint.Image: Peugeot

Auch der gesamte Innenraum entwickelt sich in der Moderne weiter, mit besonderem Augenmerk auf Materialien, die ein Cockpit aufwerten, in dem viel Raum und Komfort das Sagen haben.

Bis zu 700 km Reichweite

Renault hatte 620 km Reichweite betont, die sein Elektrischer Scenic verspricht. Peugeot legt nach und verkündet bis zu ... 700 km Reichweite. Es werden mehrere Varianten des e-3008 angeboten:

  • Als Einstiegsmodell ein Zweiradantrieb und einfacher Motor mit 210 PS und 73-kWh-Batterie.
  • Darüber eine «Dual Motor»-Version mit identischer Batterie und insgesamt 320 PS. Beide Modelle versprechen 525 km Reichweite.
  • Und schliesslich ermöglicht eine Version mit «grosser Reichweite», Zweiradantrieb (230 PS) und 98-kWh-Batterie, auf eine Reichweite von 700 km zu kommen.

Der e-3008 unterstützt Schnell-Ladung bis 160 kW mit Gleichstrom und ermöglicht so, 20 bis 80 Prozent der Batterie in 30 Minuten aufzuladen.

Eine neue Plattform

Der neue Peugeot 3008 ist das erste Modell der Stellantis-Galaxie mit der neuen Plattform «STLA Medium» (oder «STLA M»), die für Fahrzeuge des C- und D-Segments entwickelt wurde und für Elektromotoren optimiert ist, gleichzeitig aber auch kompatibel mit Verbrennungsantrieben bleibt.

Peugeot e-3008
Der 3008 ist das erste Modell der Stellantis-Gruppe, das auf der neuen Plattform STLA Medium basiert.Image: Peugeot

Im Rahmen der verschiedenen Marken der Gruppe plant Stellantis, pro Jahr bis zu zwei Millionen produzierte Einheiten auf der Plattform STLA M zu verkaufen. Der Erfolg der gross angelegten Einführung ist eine Notwendigkeit für den französisch-italienisch-amerikanischen Hersteller, wenn er im Rennen bleiben will angesichts der Flut an chinesischen Herstellern, die es auf die europäischen Märkte abgesehen haben. Zu seinen wichtigsten Attributen gehört die versprochene Reichweite von bis zu 700 km.

Peugeot e-3008
Der Peugeot e-3008 wird im November in Zürich sein öffentliches Debüt geben.Image: Peugeot

Der neue Peugeot 3008 wird im Rahmen der Auto Zürich vom 2. bis zum 5. November sein europäisches Debüt geben. Die Markteinführung des Modells wird im ersten Quartal 2024 zu einem noch unbekannten Preis beginnen.

Über den Autor:

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Image: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Autofan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der Revue Automobile. Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DerPhysiker
23.10.2023 11:04registriert Februar 2022
So eine schön flache Plattform... und obendrauf mal wieder ein überdimensioniertes SUV-Gehäuse☹️ Nur den cw-Wert anzugeben ist blöde Augenwischerei. Relevant für den Luftwiderstand ist CW mal Querschnittsfläche, also baut die Alltagsautos wieder schlanker, niedriger, leichter, hübscher, parkraumsparender und weniger Fussgänger und Velofahrer gefährdend!
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Voraus denken!
23.10.2023 07:10registriert März 2022
Sehr gut. Es ist wünschenswert wenn europäische (oder mehrheitlich europäische) Hersteller vorwärts machen und den Markt nicht komplett dek Chinesen ünerlassen.

Die Technik wird immer besser, die Möglichkeiten Autos zu gestalten wird irgendwann auch wieder Nicht-SUV erlauben.

Ebenfalls bin ich zuversichtlich, dass wir in Europa auch Akkus entwickeln und herstellen können!

In Deutschland sehen wir sehr gut was passiert, wenn sich eine Lobby erfolgreich durchsetzen kann. Die Loslösung vom Verbrenner wurde erfolgreich verpatzt!
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Pachyderm
23.10.2023 10:19registriert Dezember 2015
Hat Jérôme Marchon diesen Artikel als Watson-Redakteur oder als "Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller" (siehe seine Bio) verfasst? Lesen tut es sich definitiv wie letzteres, aber dann wäre es ja als Werbung gekennzeichnet, oder? Oder?
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