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Was tun, wenn’s bei der Arbeit «chlöpft»? Befolge einfach diese 9 Tipps

Konflikte am Arbeitsplatz
illustration: flavia korner, FH SCHWEIZ
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Was tun, wenn es bei der Arbeit «chlöpft»? 9 Tipps, die dir helfen

Auseinandersetzungen konstruktiv zu bewältigen, ist im Arbeitsalltag Gold wert. Doch wie schaffst du das? Susann Bongers, Mediatorin und Programmleiterin CAS Mediation an der Hochschule Luzern, hat eine Anleitung für dich bereit.
04.10.2022, 11:53
Larissa Speziale
Larissa Speziale
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Ungeklärte Konflikte können die Arbeitsatmosphäre stark beeinträchtigen. Das führt zu Demotivation und schlimmstenfalls zu Krankheitsausfällen oder Kündigungen. Sowohl Arbeitnehmerinnen als auch Führungspersonen sollten daran interessiert sein, Konflikte so schnell wie möglich aufzulösen.

«Schnell» ist gemäss der Konflikt-Expertin Susann Bongers das richtige und wichtige Stichwort. Die Mediatorin hat unzählige Konfliktsituationen in öffentlichen Verwaltungen, Stiftungen, Schulen, Firmen sowie Familienunternehmen begleitet. Sie weiss: «Je früher man Unstimmigkeiten angeht, desto einfacher sind sie zu lösen. Wartet man zu lange, fährt sich die Situation fest. Es braucht viel Zeit, um wieder einen Weg hinauszufinden».

Susann Bongers, Leiterin CAS Mediation an der Hochschule Luzern
Susann Bongers, Hochschule Luzern.Bild: zvg

Susann Bongers gibt ihr Wissen aus der Praxis seit über 10 Jahren als Dozentin weiter. Vor Kurzem hat sie die Leitung des Weiterbildungsstudienganges «CAS Mediation» an der Hochschule Luzern übernommen. Für sie gehören Konflikte zum Leben. Die Kunst liege in der Art und Weise, wie man sie angehe. Im besten Fall seien Auseinandersetzungen gar gewinnbringend. Mit den folgenden 9 Tipps von Susann Bongers bist du für die nächste Konfliktsituation gewappnet.

«Je früher man Unstimmigkeiten angeht, desto einfacher sind sie zu lösen.»
Susann Bongers
Contentpartnerschaft mit FH Schweiz
Die Beiträge dieses Blogs stammen vom Dachverband der Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen (FH Schweiz). Darin geht es um Arbeit, Karriere sowie Aus- und Weiterbildung. Es handelt sich nicht um bezahlten Content. (red)
  1. Erkenne den Konflikt
    Sei achtsam und merke, wenn dich etwas nervt oder irritiert. Überlege dir, warum dich die Situation oder die Handlung deiner Mitarbeiterin oder deines Mitarbeiters ärgert. Ist es dir wichtig, dass man zeitnah liefert? Deine Anfrage wurde jedoch tagelang nicht beantwortet? Wenn du weisst, was dich stört, fällt es dir leichter, dein Gegenüber darauf anzusprechen. Positiver Nebeneffekt: Du lernst dich selbst besser kennen.
  2. Frage dich, was dein Anteil am Konflikt ist
    Reflektiere deine Verhaltensweisen und Reaktionen. Vielleicht erkennst du, dass dich eine Situation geärgert hat und du daraufhin eine vorwurfsvolle E-Mail geschrieben hast? Allenfalls fällt dir auch auf, dass dich die Art und Weise deiner Kollegin oder deines Kollegen schon länger stört.
  3. Sprich deinen Gegenpart an
    Es ist wichtig, das persönliche Gespräch zu suchen. So kannst du Emotionen, die mitschwingen, besser erkennen und gleich darauf reagieren. Vermeide emotionale E-Mails. Sie sind kontraproduktiv. «Die häufigsten Konflikte entstehen, weil Rollen, Abläufe und Schnittstellen unklar oder widersprüchlich beschrieben sind», sagt Susann Bongers. Die Schuld würde meistens bei den Menschen verortet. Ein Gespräch kann zeigen, dass die Arbeitsprozesse nicht klar definiert sind und das Problem unfairerweise auf die Person projiziert wurde.
  4. Frage nach den Gründen
    Versuche herauszufinden, weshalb die andere Person so reagiert hat, dass es dich stört. «Fast alle Menschen haben gute Gründe für ihr Tun. Es ist wichtig, dir dies vor dem Gespräch vor Augen zu führen», empfiehlt Susann Bongers. Du kannst zum Beispiel sagen: «Ich war erstaunt, dass du das gemacht hast. Kannst du mir erklären, warum du entsprechend gehandelt hast?»
  5. Eigene Betroffenheit kommunizieren
    Es hilft, transparent zu machen, was das Verhalten des Gegenübers bei dir ausgelöst hat. Vielleicht war sich die Person nicht bewusst, dass ihr Tun verletzend oder irritierend war?
  6. Benutze Ich-Botschaften
    Diese Empfehlung hast du bestimmt schon gehört. Es geht dabei nicht darum, zu sagen, «Ich möchte, dass…», sondern darum, persönliche Eindrücke sowie Empfindungen wiederzugeben, z. B.: «Ich war irritiert, dass du dies mit unserem Vorgesetzten besprochen hast, ohne mich vorher zu informieren».
  7. Neutrale Person herbeiziehen, z.B. die vorgesetzte
    Instanz

    Bei komplexeren Situationen oder Konflikten, bei denen zugewartet wurde, lohnt es sich, eine neutrale, dritte Person zu einem Gespräch hinzuzunehmen. Die Person, welche Teil des Konfliktes ist, sollte unbedingt über diesen Schritt orientiert werden.
  8. Externe Hilfe holen
    Ist der Konflikt bereits sehr festgefahren, braucht es professionelle Unterstützung – Mediatoren, Coaches oder Supervisorinnen können die Parteien bei der Lösung des Konflikts begleiten.
  9. Finde deinen Weg, um dich zu schützen
    Wenn der Konflikt nicht gelöst werden kann, dann bleiben dir zwei Optionen:
    • Entweder du lässt das Thema stehen und akzeptierst die Situation, sodass du deinen inneren Frieden wiederfindest …
    • … oder die Situation ist so belastend für dich, dass du das Unternehmen verlassen solltest, bevor du daran kaputtgehst.

Fazit: Vor allem, wenn Rollen, Abläufe sowie Schnittstellen unklar oder widersprüchlich sind, entstehen Unstimmigkeiten. Früh darüber zu sprechen, lohnt sich. Im besten Fall löst sich dabei nicht nur der Konflikt, sondern Unklarheiten können geklärt und die Zusammenarbeit verbessert werden. Damit das gelingt und man nicht bei gegenseitigen Vorwürfen stehenbleibt, hilft es, sich das Zitat des Dichters Rumi vor Augen zu führen: «Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns».

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6 Kommentare
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Darf meine Arbeitgeberin Geschlechterquoten einführen?
Kein Gesetz verbietet ein reines Frauengremium im Bundesrat, ebenso wie kein Gesetz eine rein männliche Besetzung sanktioniert. In der Arbeitswelt ist das Ganze etwas komplizierter, da hier das Gleichstellungsgesetz gilt.

Nicht zugelassen sind faktische und ungerechtfertigte Quoten, etwa indem eine Arbeitgeberin grundsätzlich keine Frauen anstellt. Aber auch wer sich konsequent weigert, einen Mann zu rekrutieren, um den Frauenanteil zu erhöhen, bewegt sich als Arbeitgeberin rechtlich auf dünnem Eis. In bundesnahen Betrieben und grösseren börsenkotiert Unternehmen schliesslich sind Geschlechterrichtwerte für Kaderfunktionen vorgesehen.

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