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«Unterricht muss so spannend wie Netflix sein»

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illustration: mathias bamert
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«Unterricht muss so spannend wie Netflix sein»

Vom Sofa aus von Usher, Gordon Ramsey oder Martin Scorsese unterrichtet werden? Der Weiterbildungsmarkt war noch nie so umkämpft und steht an einem wichtigen Wendepunkt, ist Manuel P. Nappo, Leiter des Institute for Digital Business an der HWZ, überzeugt.
25.10.2022, 11:0625.10.2022, 12:18
Nicole krättli
Contentpartnerschaft mit FH Schweiz und der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich
Dieser Beitrag stammt von der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.

Die Beiträge dieses Blogs stammen seit Februar 2022 abwechselnd vom Dachverband der Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen (FH Schweiz) und der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ). Darin geht es um Arbeit, Karriere sowie Aus- und Weiterbildung.

Es handelt sich nicht um bezahlten Content. (red)

Udemy, Skillshare, Coursera, EdX – die Zahl von digitalen Plattformen, die Online-Kurse zu allen möglichen Themen anbieten, ist in den letzten zehn Jahren explodiert. Mit der Pandemie hat das Thema E-Learning zudem innerhalb weniger Wochen eine Entwicklung durchgemacht, die sonst mindestens fünf Jahre gedauert hätte, weiss Manuel P. Nappo, Leiter des Institute for Digital Business an der HWZ.

Was die vielen Online-Lernplattformen eint: Sie alle setzen auf ein Geschäftsmodell, bei dem hohe Raumkosten wegfallen, die Dozentinnen und Dozenten nur einmal vor die Kamera stehen müssen und der Kurs an beliebig viele Studierende ausgespielt werden kann. Damit konkurrenzieren die digitalen Klassenzimmer klassische Bildungsinstitutionen, die zwar mittlerweile ebenfalls zu E-Unterricht expandiert haben, kostentechnisch aber selten mit den reinen Digitalangeboten mithalten können.

Lernen mit Christina Aguilera, Gordon Ramsey oder Annie Leibovitz?

Der Kampf um die Weiterbildungswilligen war nie grösser. Denn in Zeiten, in denen Studierende von überall auf der Welt auf Inhalte zugreifen können, die Aufmerksamkeitsspanne gleichzeitig aber immer stärker sinkt und jeder Kurs mittels Punkten, Sternchen oder Likes bewertet werden kann, wird langweiliger Unterricht sofort abgestraft. «Online-Unterricht muss mindestens so spannend wie eine unterhaltsame Netflix-Serie sein. Sonst sind die Leute schnell weg», erklärt Nappo weiter.

«Wer bei Aristoteles gelernt hat, betonte das gerne.»

Kein Wunder also gibt es mittlerweile auch Anbieter, die nicht nur auf Wissen allein, sondern auch auf Bekanntheit ihrer Dozierenden setzen. Die Plattform «Masterclass» zum Beispiel. Wer eine monatliche Gebühr bezahlt, kann dort direkt bei Starfotografin Annie Leibovitz einen Fotografie-Kurs besuchen, von Usher die Kunst des richtigen Auftritts lernen, sich von Christina Aguilera das Singen, von Gordon Ramsay das Kochen oder von Martin Scorsese das Filmemachen beibringen lassen.

Das ist eine neue Entwicklung zurück zu alten Mustern, wie Digital-Business-Leiter Nappo erklärt. Bei den alten Griechen und Römern schmückten sich Studierende nämlich schon gern mit den Federn ihrer Lehrpersonen. Wer bei Aristoteles gelernt hat, betonte das gerne. Heute sind es hingegen vor allem die Namen prestigeträchtiger Institutionen, die auf einem Lebenslauf Eindruck machen: Harvard, Yale, Oxford, Cambridge... Und in Zukunft? «Ich glaube, die Zukunft gehört wieder den Lehrerinnen und Lehrern. Die Institution wird an Relevanz verlieren», so Nappo.

Das Ende des Diplomwahns?

Und noch etwas dürfte sich in Zukunft massiv verändern. Während in den letzten Jahren ein regelrechter Diplomwahn geherrscht hat, könnten künftig Skills in den Vordergrund rücken. «Wie man sich diese angeeignet hat, wird künftig eher zweitrangig sein», vermutet Nappo.

Denn in Zeiten, in denen Wissen überall und jederzeit zugänglich ist, in denen man sich auf YouTube kurz ein How-to-Video anschauen, auf einer Open-Online-Learning-Plattform Vorlesungen bei den wichtigsten Universitäten weltweit besuchen und schliesslich noch ein Diplom beim lokalen Weiterbildungsanbieter machen kann, ist nicht mehr die grosse Frage, von wo man das Wissen bezogen hat, sondern ob man es nutzbringend anwenden kann.

Mehrwert soziale Interaktion

Dass er bald keinen Job mehr haben wird, davor fürchtet sich Nappo trotzdem nicht. Stattdessen glaubt er fest an den Wert lokaler Bildungsinstitutionen mit einem direkten Bezug zu ihren Studierenden. «Ich bin absolut überzeugt, dass man sich sehr Vieles selber online beibringen kann. Aber der Austausch und die soziale Interaktion mit Dozierenden und Mitstudierenden hat für viele Menschen einen ebenso grossen Wert», so Nappo.

Das Schöne an unserer Zeit ist, sagt der Experte, dass sich jeder selber aussuchen kann, was für ihn stimmt. «Das sieht man ja schon beim Homeoffice. Manche gehen in diesem Umfeld auf, andere verkümmern darin. So ists auch beim Thema Bildung. Wichtig ist also nicht, wo man lernt, sondern dass man so lernt, wie es für einen selbst am besten passt.»

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Leute, denen es auf der Arbeit offensichtlich langweilig war
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Leute, denen es auf der Arbeit offensichtlich langweilig war
Wenn es schon langweilig ist, dann wenigstens «bequem» sitzend.
quelle: reddit
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FRAGFRAUFREITAG
Guten Tag Frau Freitag. Meine Tochter wird nächste Woche 18. Meine Frau und ich schenken ihr ein Auto. Was soll ich ihr noch mit auf den Weg geben? Mike, 44
Lieber Mike 

Wow. Krass. Grossartig. 18! Auto! Wunderbare Sache. Ein eigenes Auto bedeutet für mich vor allem eines: Freiheit! Was will man da noch zusätzlich mitgeben? Eine Vollkasko-Versicherung vielleicht?

Wenn ich mir die heutigen 18-jährigen so anschaue, dann würde ich ihnen am liebsten Folgendes an Herz legen:

Für Mädchen: Probiert NIEMALS Kosmetik im Warenhaus! Von den Test-Lippenstiften holt man sich Herpes, von den Mascaras schlimme Augenleiden. Tester gehören verboten!

Für Mädchen und Jungen: HIV ist kein Ponyhof. Es ist inzwischen in vielen Fällen therapierbar, das stimmt. Aber das Leben verliert an Qualität. Die Medis sind heftig, die Nebenwirkungen ellenlang. Darum: VERWENDET KONDOME! Reden und Vertrauen ist wunderbar, aber man sieht Betroffenen die Krankheit nicht an. (Eine erkrankte Bekannte von mir hat mir einmal das Who is Who der Wartenden im Vorzimmer eines HIV-Spezialisten in Zürich verraten. Einige der Typen gelten in Zürich als Frauenhelden schlechthin und schleppen ab, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.) Und was für Aids gilt, gilt auch für ganz viele andere Geschlechtskrankheiten. Einige machen unfruchtbar, andere können Krebs auslösen. Seid bitte nicht so naiv und denkt, dass Ihr unantastbar seid! Bitte schützt Euch! Bitte benutzt Gummis. Und nein, nicht jeder zweite Mann leidet an einer Gummiallergie. 

Mehr fällt mir spontan nicht ein, lieber Mike. Wenn Sie zweiteres vermitteln können, dann haben Sie sehr viel getan. HIV ist heute wieder im Vormarsch, weil es nicht mehr ernstgenommen wird. Es ist keine Randgruppenkrankheit mehr. HIV ist unter uns. 

Herzliche Gratulation Ihrer Tochter! Und auch Ihnen und Ihrer Frau. Der Geburtstag eines Kindes ist ja auch immer ein grosser Feiertag für die Eltern und 18 ist eine ganz besondere Etappe.  

Alles Liebe. Ihre Kafi. 
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