Bundesrat
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Mitglieder von Bio Suisse, Kleinbauern Vereinigung, Schweizer Tierschutz STS, Schweizer Bergheimat, KAGfreiland und Swissaid auf dem Weg zur Bundesterrasse waehrend der Petitionseingabe

Bio-Bauern bei einer Demonstration auf der Bundesterrasse. Bild: KEYSTONE

Bundeshaus als Bunker

Die Bundesterrasse soll abgeschottet werden. Jetzt regt sich in Bern Widerstand



In Bern ist ein Rechtsstreit um die Neugestaltung der Bundesterrasse entbrannt. Die Grüne Partei Bern (GPB-DA) hat Einsprache gegen das Baugesuch der Eidgenossenschaft eingereicht. Die Partei befürchtet, der Bund setze sich über Abmachungen hinweg.

Die Stadt Bern hatte ihren Teil der Bundesterrasse vor zwei Jahren an die Eidgenossenschaft verkauft. Die 6000 Quadratmeter Land wechselten für netto 65'000 Franken den Besitzer. Im Gegenzug versprach der Bund, die Sanierung voranzutreiben. Jetzt will er mit der Neugestaltung vorwärts machen.

Menschen sonnen sich im Marzili-Bad, im Hintergrund das Bundeshaus, aufgenommen am Sonntag, 8. Juni 2014, in Bern. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Bundeshaus mit Terrasse und dem Strandbad Marzili. Bild: KEYSTONE

Das Anfang Juni publizierte Baugesuch rief allerdings Kritiker auf den Plan – allen voran GPB-Stadtrat Luzius Theiler, der die Pläne mit einer Motion im Stadtparlament und mit der Baueinsprache durchkreuzen will. Das teilte die Partei am Wochenende mit.

Flügeltore und Bodenrollgitter

Denn das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) plant unter anderem Flügeltore links und rechts des Parlamentsgebäudes sowie zwei versenkbare Bodenrollgitter auf der Bundesterrasse. Die beliebte Flaniermeile könnte so nach Bedarf abgesperrt werden.

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Grünen-Stadtrat Luzius Theiler. Bild: Stadt Bern

Dabei habe der Bund beim Kauf versprochen, dass die Bundesterrasse für die Öffentlichkeit frei zugänglich bleibe, kritisiert Theiler. Das solle auch so bleiben, beteuerten Vertreter der Stadt Bern jüngst in Medienberichten.

Gesperrt bei Demos und Staatsbesuchen

Es gehe lediglich darum, die Bundesterrasse etwa bei Demonstrationen oder Staatsbesuchen sperren zu können. Das werde schon heute gemacht. Ob dies mit mobilen oder fix installierten Sperren geschehe, spiele letztlich keine Rolle.

Stadtrat Theiler wehrt sich aber auch gegen die geplante Fällung von Bäumen. Historischer Baumbestand solle durch «plastisch-geometrische Grünkörper» ersetzt werden, kritisiert er in einem Communiqué. Im Rechtsstreit ist nun zunächst der Regierungsstatthalter am Zug.

Blick auf die offene Drogenszene auf der Terrasse des Bundeshauses in Bern (Archivbild vom Dezember 1990). Mit einem Zaun und Toren moechte der Bundesrat die Drogenszene und die Prostituierten aus der Umgebung des Bundeshauses vertreiben. Auf der Bundesterrasse soll eine Parkanlage entstehen. Dies erklaerte der Sicherheitschef der Bundesverwaltung am 22. Mai 1997. (vergleiche SDA bsd190) (KEYSTONE/Archive)

Schon früher war die Bundesterrasse ein Stein des Anstosses: Zum Beispiel in den 1990-er-Jahren, als es dort eine offene Drogenszene gab. Bild: KEYSTONE

(egg/sda)

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