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«Kein Zweifel an Absicht»

Polizistin vor Élysée-Palast in Paris angefahren – kein Zusammenhang mit «Charlie Hebdo»-Angriffen

15.01.2015, 08:4415.01.2015, 14:14

In Paris ist eine Polizistin in der Nähe des Amtssitzes des französischen Präsidenten angefahren und verletzt worden. Zunächst berichteten Augenzeugen gegenüber dem TV-Sender France Info, der Unfall sei absichtlich geschehen. Später betonten Ermittler, es habe sich um einen «einfachen Verkehrsunfall» gehandelt. «Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesem Ereignis und den Angriffen der vergangenen Woche in Paris.»

Hier ereignete sich der Vorfall: Kreuzung vor dem Élysée-Palast.
Hier ereignete sich der Vorfall: Kreuzung vor dem Élysée-Palast.Bild: googlemaps

Der Fahrer des Wagens und sein Beifahrer wurden festgenommen. Der 19-jährige Fahrer war laut Ermittlerangaben in der Nacht auf Donnerstag nahe des Elysée-Palastes in die falsche Richtung in eine Einbahnstrasse gefahren und hatte die Nerven verloren. 

Er fuhr die Polizistin an einer Kreuzung vor dem Präsidentenpalast an, fuhr noch einige Minuten weiter und verliess dann zusammen mit dem Beifahrer das Auto. Beide Männer wurden schnell festgenommen. «Der Fahrer hatte keinen Blutalkohol und noch weniger das Profil eines jungen Radikalisierten», sagte ein Ermittler. Seinen Führerschein hatte er erst seit kurzem. 

Verletzungen an Schulter und Hand

Staatschef François Hollande, der zuvor die neue Pariser Philharmonie eingeweiht hatte, begab sich umgehend zu dem Krankenwagen, in dem die Polizistin behandelt wurde, und erkundigte sich nach ihrem Zustand, wie aus dem Umfeld des Präsidenten verlautete. Die Frau wurde an einer Schulter und Hand verletzt und zu weiteren Kontrollen in ein Spital gebracht. 

Eine Polizeisprecherin sagte gegenüber «Europe1», dass es sich um eine 37-jährige Beamtin handle. Sie habe sich bei dem Vorfall zudem die Knie und den Rücken verletzt. «Meine Kollegin, die mit der Sicherung des Élysée beauftragt war, bemerkte ein Auto, das entgegen der Einbahnstrasse fuhr. Sie hat sich dem Wagen genähert.» 

Bei einer Anschlagsserie hatten drei Islamisten in der vergangenen Woche im Grossraum Paris 17 Menschen erschossen, bevor sie selbst von Polizisten getötet wurden. Unter den Opfern waren acht Mitarbeiter der Satirezeitung «Charlie Hebdo» und drei Polizisten. In Frankreich werden weitere Anschläge befürchtet, im Grossraum Paris herrscht nach wie vor die höchste Terrorwarnstufe. (rar/sda/afp) 

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Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht
Die Anschläge in der belgischen Hauptstadt konnten eigentlich niemanden wirklich überraschen. Dennoch taten sie es – und auch der nächste Anschlag wird es tun. 

Die Einschläge kommen näher: Nach dem 11. September 2001, mit dem der islamistische Terror sich endgültig in die Aufmerksamkeit der westlichen Welt bombte, kamen 2004 die Sprengsätze in den Madrider Vorortzügen, 2005 die Selbstmordattentate von London und schliesslich 2015 die Anschläge von Paris und jetzt in Brüssel. Zählt man die kleineren und die vereitelten Anschläge dazu, ergibt sich über die Jahre hinweg eine Art ansteigendes Grundrauschen des Terrors. 

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