Sechs gestartet, drei im Fangnetz – Vonn mit dem Heli weggeflogen
Die letzte Weltcup-Abfahrt der Frauen vor den Olympischen Spielen in Crans-Montana ist nach lediglich sechs Athletinnen abgebrochen worden. Drei von ihnen waren auf der Piste Mont Lachaux, wo in einem Jahr die WM-Rennen stattfinden, gestürzt: Die Österreicherin Nina Ortlieb mit der Startnummer 1, Marte Monsen aus Norwegen und als letzte Lindsey Vonn.
Die amerikanische Speed-Queen blieb nach ihrem Sturz einige Minuten in den Fangnetzen liegen. Danach fuhr Vonn zwar selbstständig die Piste hinunter, schien jedoch sichtlich mit Schmerzen zu kämpfen. Im Zielraum verschwand sie rasch im Sanitätszelt – und das ausgerechnet unmittelbar vor ihrem grossen Saisonziel: Am Sonntag, 8. Februar steht in Cortina die Olympia-Abfahrt auf dem Programm.
Dass sie mit dem Helikopter aus dem Zielraum geflogen wurde, sei eine Vorsichtsmassnahme, sagte im «Blick» der Rennchef ihrer Skimarke Head.
Nicht das «Titan-Knie» betroffen
Vonns Trainer Aksel Lund Svindal konnte zunächst keine Neuigkeiten vermelden. «Sie hat schon ein wenig Schmerzen», sagte er im ORF. Er bleibe positiv, dass es bei den Schmerzen bleibe und nichts gerissen sei. Betroffen seien das linke Knie und der linke Fuss. «Sie wird jetzt untersucht und dann wissen wir mehr.» Die 41-jährige Vonn fährt mit einer Titan-Teilprothese im rechten Knie.
Corinne Suter kam ohne Sturz durch. Im SRF-Interview betonte die Zentralschweizerin, sie habe in Crans-Montana noch nie eine so gute Piste erlebt: «Von der Sicht her war es schwieriger, aber es war gut zu fahren.»
Kritik von Rennfahrerinnen
Grund für den Rennabbruch war stärker gewordener Schneefall nach Vonns Sturz. «Die Sicht verschlechterte sich», sagte FIS-Renndirektor Peter Gerdol. Zudem hätten die Prognosen für die nächsten Stunden noch schlechteres Wetter vorausgesagt. «Wir wollen Verletzungen verhindern», begründete Gerdol.
Am Start sei die Meldung über den Abbruch nicht von allen Fahrerinnen verstanden worden, sagte Cornelia Hütter im ORF. «Ich bin jetzt heruntergefahren. Es schneit, aber die Sicht war ganz okay.» Diplomatisch meinte die Österreicherin: «Ich bin nicht hundert Prozent der Meinung, dass man das Rennen hätte abbrechen müssen. Aber so ist es.»
Morgen Samstag (11 Uhr) soll im Wallis ein Super-G der Frauen stattfinden. Am Sonntag (11 Uhr) bestreiten Marco Odermatt, Weltmeister Franjo von Allmen und Co. die letzte Abfahrt vor den Olympischen Spielen. (ram/sda)
