Charlie Hebdo
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Achmet merabet

Der getötete Polizist Ahmed Merabet. Bild: twitter

Blutbad bei «Charlie Hebdo»

«JeSuisAhmed» – Twitter-Tribut für toten muslimischen Polizisten

Das Video ist schwer zu ertragen: Als die beiden Attentäter nach dem Blutbad auf der Redaktion von «Charlie Hebdo» mit ihrem Auto die Flucht ergreifen, stellt sich ihnen ein Polizist entgegen: Ahmed Merabet. Der 40-Jährige ist mit seinem Velo auf Streife und versucht, die Terroristen mit seiner Pistole zu stoppen.

Doch er wird selber getroffen. Als er hiflos am Boden liegt, schreit ihn einer der Täter an: «Willst du uns töten?» Merabet erwidert: «Nein, schon gut, Chef.» Es nützt nichts, der Terrorist tötet ihn mit einem Kopfschuss.

Die Bestürzung ist gross, denn Ahmed Merabet war selber Muslim. Er arbeitete seit acht Jahren im 11. Arrondissement von Paris und hatte sich laut der Zeitung «Le Figaro» erst kürzlich für den Dienst bei der Kriminalpolizei qualifiziert. Er war unverheiratet, hatte aber eine Freundin. Ein Vertreter der Polizeigewerkschaft bezeichnete ihn als ruhig und besonnen.

Zahlreiche Twitter-User bekunden dem toten Polizisten unter dem Hashtag «JeSuisAhmed» ihre Anteilnahme, in Anlehnung an «JeSuisCharlie». Für Aufsehen sorgte ein Tweet von Dyab Abou Jahjah, Autor und Kolumnist der belgischen Zeitung «De Standaard»: «Ich bin nicht Charlie. Ich bin Ahmed, der tote Bulle. Charlie hat meinen Glauben und meine Kultur lächerlich gemacht, und ich starb, als ich sein Recht verteidigte, dies zu tun.»

Bis Freitagmittag verzeichnete dieser Eintrag rund 20'000 Retweets. Andere User sagten schlicht «Danke», oder sie rühmten Merabet als «jene Art Muslim, mit dem ich verbunden sein will».

Ein weiterer Polizist wurde Opfer des Massakers bei der Satirezeitung: Franck Brinsolaro, 48 Jahre alt, persönlicher Leibwächter von «Charlie Hebdo»-Chefredaktor Stéphane Charbonnier. Er starb in den Redaktionsräumen. Besonders tragisch: Der aus Marseille stammende Polizist hatte erst kürzlich geheiratet und war Vater einer einjährigen Tochter. Auch für ihn gibt es zahlreiche Ehrbezeugungen auf Twitter.

(pbl)

Charlie-Hebdo-Titelblätter

Solidarität mit «Charlie Hebdo» in aller Welt

08.01.2015: So berichteten die Zeitungen über die Attacke auf «Charlie Hebdo»



Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 09.01.2015 15:19
    Highlight Highlight So makaber es klingt, aber eine bessere Werbung für „Soumission“, das neue Buch Michel Houellebecqs über die kommende Islamisierung Frankreichs, kann es kaum geben. Auch wenn es sicher zu früh ist über die wahren Motive der Mörder zu spekulieren, so scheinen sie es schon auf die Respektlosigkeit des "Charlie Hebdo" in religiösen Dingen abgesehen zu haben. Und es sind leider immer wieder Muslime, denen eine gesunde Distanz zu Witzen über ihre Religion fehlt. Es kommt aber zukünftig im Zusammenhang mit dem Islam noch wesentlich grösseren Ärger auf Europa zu.

«Es ist eben nicht nur toter Stein»: Warum uns der Brand der Notre-Dame so beschäftigt

In Paris ging am Montag die berühmten Notre-Dame-Kathedrale in Flammen auf. Noch am selben Abend werden mehrere Hundert Millionen Euro für den Wiederaufbau gespendet und es treffen Beileidsbekundungen aus der ganzen Welt in Frankreich ein. Doch warum löst die Zerstörung alter Gebäude bei uns eine solch tiefe Bestürzung aus? Archäologe Urs Niffeler gibt Antwort.

Herr Niffeler, warum berührt der Brand der Notre-Dame Menschen auf der ganzen Welt?Urs Niffeler: Einerseits ist die Kathedrale weltbekannt. Viele Menschen haben Paris bereits einmal besucht und können sich so persönlich an den wunderschönen Bau erinnern. Andererseits hat die Notre-Dame auch einen grossen ideellen, geistesgeschichtlichen und künstlerischen Wert.

Was meinen Sie konkret mit ideellem Wert?Bauten wie der Notre-Dame oder die Stätten in Palmyra, die teilweise vom «IS» zerstört …

Artikel lesen
Link zum Artikel