Charlie Hebdo
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Amedy Coulibaly im Bekennervideo

Amedy Coulibaly im Bekennervideo. screenshot: Youtube

Terror in Paris

Bekennervideo von Amedy Coulibaly – hat er weiteren Anschlag verübt?



Nach der islamistischen Anschlagsserie in Paris sind am Wochenende neue Vorwürfe und weitere Einzelheiten bekannt geworden. Der Attentäter Amedy Coulibaly sei womöglich auch für die Schüsse auf einen Jogger am Mittwochabend im Grossraum Paris verantwortlich, teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag mit.

Die Ermittler stellten am Sonntag eine Verbindung zwischen Coulibaly und den Schüssen auf einen 32-jährigen Jogger südlich von Paris her. Die am Tatort gefundenen Patronenhülsen seien mit der Tokarew-Pistole abgeglichen worden, die nach der Geiselnahme am Freitag in einem jüdischen Supermarkt in Paris entdeckt worden war.

Der Jogger war bei dem Angriff in der Nähe von Coulibalys Wohnort lebensgefährlich verletzt worden. In einer Wohnung in Gentilly südlich von Paris entdeckten Ermittler laut einem Medienbericht persönliche Dokumente Coulibalys, mehrere Waffen und eine Sprengkapsel.

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Amedy Coulibaly, der Islamist. Screenshot aus dem Video

Der 32-Jährige soll am Donnerstagmorgen eine Polizistin südlich von Paris erschossen und am Freitag bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier Menschen getötet haben. Er wurde wie die beiden Angreifer auf die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» am Freitag bei einem Polizeieinsatz getötet.

Bekenner-Video aufgetaucht 

Am Sonntag tauchte im Internet ein Video auf, in dem sich ein Mann, der wie Coulibaly aussieht, zu dem Mord an der Polizistin bekennt. Die Authentizität der Aufnahme, die rasch wieder aus dem Netz entfernt wurde, wurde zunächst nicht bestätigt.

Der Internetdienst Site, der weltweit Terrorgruppen beobachtet, hält das Video für authentisch. Von offizieller französischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung der Authentizität. Coulibalys ehemaliger Anwalt bestätigte gegenüber der Zeitung «Le Monde», dass es sich im Video um den ursprünglich aus Mali stammenden Terroristen handelt.

In dem Video sind Szenen von Waffensammlungen und Trainingssequenzen zu sehen. Später scheinen Aufnahmen von der Erstürmung des koscheren Geschäfts im Osten von Paris verwendet worden zu sein, wo Coulibaly Geiseln genommen hatte und nach Angaben der Staatsanwalt vier Menschen tötete.

Der mutmassliche Attentäter bezeichnet sich in dem Video als Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Er habe seine Taten mit den «Charlie Hebdo»-Attentätern «abgestimmt». Der Islamist rechtfertigte die Anschläge mit Frankreichs Beteiligung an der internationalen Koalition gegen die IS-Extremisten.

Angehörige des Täters verurteilen Taten 

Coulibalys Mutter und zwei Schwestern verurteilten die Taten. «Wir teilen diese extremen Ideen überhaupt nicht und hoffen, dass es keine Vermischung zwischen diesen abscheulichen Taten und der muslimischen Religion gibt», erklärten sie.

Auch die Witwe des «Charlie Hebdo»-Attentäters Chérif Kouachi distanzierte sich von den Anschlägen. Izzana Hamyd «verurteilt die Taten ihres Mannes», erklärte einer ihrer Anwälte. Sie habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass er zu einem derartigen Gewaltverbrechen fähig sei.

Die Polizei fahndete unterdessen weiter nach Coulibalys Lebensgefährtin Hayat Boumeddiene. Nach Angaben aus türkischen Sicherheitskreisen reiste sie bereits am 2. Januar in die Türkei ein. Die 26-Jährige hält sich demnach «wahrscheinlich» inzwischen in Syrien auf. Boumeddiene wird als mögliche Komplizin Coulibalys gesucht. Das Video deutet darauf hin, dass es möglicherweise mindestens einen weiteren Komplizen gibt. (pbl/sda/afp)

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