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Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis geht im Interview mit «Charlie Hebdo» voll auf Wolfgang Schäuble los.
Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis geht im Interview mit «Charlie Hebdo» voll auf Wolfgang Schäuble los. Bild: ERIC VIDAL/REUTERS
Griechischer Finanzminister in «Charlie Hebdo»

«Macht euch auf das Schlimmste gefasst»

«Charlie Hebdo» druckt nicht nur Karikaturen, sondern auch Interviews. In der aktuellen Ausgabe wettert der griechische Finanzminister Varoufakis gegen die Euro-Gruppe – mit einem gewagten Vergleich aus dem Mittelalter.
26.02.2015, 02:2926.02.2015, 08:25
Ein Artikel von
Spiegel Online

Die Macher der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» wissen, wie sie provozieren können. In der am Mittwoch erschienenen Ausgabe ist neben bissigen Karikaturen auch ein Interview mit einem zornigen griechischen Finanzminister, Giannis Varoufakis, abgedruckt. Darin warnt Varoufakis Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dessen Eurokollegen: «Wenn ihr denkt, ihr tut gut daran, progressive Regierungen wie unsere zur Strecke zu bringen, dann macht euch auf das Schlimmste gefasst.»

Varoufakis hat in den vergangenen Wochen hart mit Brüssel und Berlin gerungen, um für seine Linksregierung eine Verlängerung der Finanzhilfe bei weniger drastischen Sparauflagen zu erreichen. Zwar wird die Hilfe nun fortgesetzt, doch muss Athen die von der Vorgängerregierung zugesagten Kürzungen und Reformen weitgehend umsetzen.

Wenn demokratisch gewählten Regierungen wie der seinen die Luft abgeschnürt werde und die Wähler in die Verzweiflung gestürzt würden, «dann profitieren davon nur die Fanatiker, die Rassisten, die Nationalisten und all diejenigen, die von Angst und Hass leben», sagte Varoufakis.

Er verglich die von den Gläubigern abverlangten Haushaltskürzungen mit der Medizin des Mittelalters: «Damals wurden Aderlasse verschrieben, die die Kranken oft noch kranker machten, worauf sie erneut zur Ader gelassen wurden.»

Jetzt auf

Die «Charlie Hebdo»-Journalisten fragten Varoufakis auch, ob seine Regierung nicht die orthodoxe Kirche Griechenlands und die Reeder ein wenig stärker zur Ader lassen wolle als die Vorgängerregierungen. Das Problem sei, dass der «enorme Reichtum» der Kirche keinen allzu hohen Ertrag bringe, der versteuert werden könne, sagte der Finanzminister. Und die Reeder seien «sehr mobil», und es sei daher «wahrscheinlich, dass ihre Gewinne das Land verlassen würden, wenn sie versteuert werden müssten».

nck/AFP

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2 Kommentare
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Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht
Die Anschläge in der belgischen Hauptstadt konnten eigentlich niemanden wirklich überraschen. Dennoch taten sie es – und auch der nächste Anschlag wird es tun. 

Die Einschläge kommen näher: Nach dem 11. September 2001, mit dem der islamistische Terror sich endgültig in die Aufmerksamkeit der westlichen Welt bombte, kamen 2004 die Sprengsätze in den Madrider Vorortzügen, 2005 die Selbstmordattentate von London und schliesslich 2015 die Anschläge von Paris und jetzt in Brüssel. Zählt man die kleineren und die vereitelten Anschläge dazu, ergibt sich über die Jahre hinweg eine Art ansteigendes Grundrauschen des Terrors. 

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