DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Greece's Finance Minister Yanis Varoufakis gives a news conference after an extraordinary euro zone finance ministers meeting (Eurogroup) to discuss Athens' plans to reverse austerity measures agreed as part of its bailout, in Brussels February 20, 2015. Euro zone finance ministers agreed in principle on Friday to extend heavily indebted Greece's financial rescue by four months, averting a potential cash crunch in March that could have forced the country out of the currency area. REUTERS/Eric Vidal (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS HEADSHOT)

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis geht im Interview mit «Charlie Hebdo» voll auf Wolfgang Schäuble los.  Bild: ERIC VIDAL/REUTERS

Griechischer Finanzminister in «Charlie Hebdo»

«Macht euch auf das Schlimmste gefasst»

«Charlie Hebdo» druckt nicht nur Karikaturen, sondern auch Interviews. In der aktuellen Ausgabe wettert der griechische Finanzminister Varoufakis gegen die Euro-Gruppe – mit einem gewagten Vergleich aus dem Mittelalter.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Macher der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» wissen, wie sie provozieren können. In der am Mittwoch erschienenen Ausgabe ist neben bissigen Karikaturen auch ein Interview mit einem zornigen griechischen Finanzminister, Giannis Varoufakis, abgedruckt. Darin warnt Varoufakis Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dessen Eurokollegen: «Wenn ihr denkt, ihr tut gut daran, progressive Regierungen wie unsere zur Strecke zu bringen, dann macht euch auf das Schlimmste gefasst.»

Varoufakis hat in den vergangenen Wochen hart mit Brüssel und Berlin gerungen, um für seine Linksregierung eine Verlängerung der Finanzhilfe bei weniger drastischen Sparauflagen zu erreichen. Zwar wird die Hilfe nun fortgesetzt, doch muss Athen die von der Vorgängerregierung zugesagten Kürzungen und Reformen weitgehend umsetzen.

Wenn demokratisch gewählten Regierungen wie der seinen die Luft abgeschnürt werde und die Wähler in die Verzweiflung gestürzt würden, «dann profitieren davon nur die Fanatiker, die Rassisten, die Nationalisten und all diejenigen, die von Angst und Hass leben», sagte Varoufakis.

Er verglich die von den Gläubigern abverlangten Haushaltskürzungen mit der Medizin des Mittelalters: «Damals wurden Aderlasse verschrieben, die die Kranken oft noch kranker machten, worauf sie erneut zur Ader gelassen wurden.»

Die «Charlie Hebdo»-Journalisten fragten Varoufakis auch, ob seine Regierung nicht die orthodoxe Kirche Griechenlands und die Reeder ein wenig stärker zur Ader lassen wolle als die Vorgängerregierungen. Das Problem sei, dass der «enorme Reichtum» der Kirche keinen allzu hohen Ertrag bringe, der versteuert werden könne, sagte der Finanzminister. Und die Reeder seien «sehr mobil», und es sei daher «wahrscheinlich, dass ihre Gewinne das Land verlassen würden, wenn sie versteuert werden müssten».

nck/AFP

Charlie-Hebdo-Titelblätter

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Covid-19: Deutlich höhere Übersterblichkeit in der Schweiz als in erster Welle

Mit dem Winter und der zweiten Welle ist auch die Übersterblichkeit zurückgekommen – und diesmal deutlich stärker als im Frühling. Auch im Vergleich zum umliegenden Ausland steht die Schweiz schlecht da.

Über 5000 Personen sind in der Schweiz an Covid-19 verstorben. Im internationalen Vergleich weist die Schweiz in den letzten Wochen deutlich höhere Zahlen auf als andere europäische Länder.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Dass das Coronavirus viele Todesopfer fordert, zeigen auch die Daten zur Übersterblichkeit der Statistikplattform «Our World in Data». Diese zeigen, wie viele Personen mehr (aus einer bestimmten Altersgruppe) sterben als in einer Jahreszeit üblich. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel