Einbruch bei Investitionen: Chinas Wirtschaft geht es laut Analyse mieser, als es zugibt
Chinas Wirtschaft ist einer Studie zufolge im Jahr 2025 um 2,5 bis drei Prozent gewachsen und damit nur etwa halb so stark wie von der Regierung in Peking angegeben. Grund sei ein Einbruch der Anlageinvestitionen in der zweiten Jahreshälfte, heisst es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der US-amerikanischen Denkfabrik Rhodium Group.
Chinas Regierung dürfte auf ihrer Sitzung im März dagegen verkünden, das offizielle Wachstumsziel von «rund fünf Prozent» erreicht zu haben. Dem Bericht zufolge beläuft sich die nicht erfasste Nachfragelücke auf rund eine halbe Billion Dollar. Das chinesische Statistikamt reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Die Autoren verweisen auf einen Widerspruch in den offiziellen Daten. Diese zeigten zwar einen Rückgang der Anlageinvestitionen, während die Bruttokapitalbildung aber immer noch einen positiven Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) geleistet haben soll. «Die Geschichte des chinesischen Wirtschaftswachstums 2025 hängt davon ab, ob die Investitionen in der zweiten Jahreshälfte nur zurückgingen oder einbrachen», heisst es in dem Bericht.
«Immer in die gleiche Richtung»
Die Anlageinvestitionen in Strassen, Schienen, Wohnungen und Fabriken seien nach einem starken Jahresbeginn mit einem Plus von 4,2 Prozent im ersten Quartal bis Juni ins Minus gerutscht und bis Oktober um 12,2 Prozent eingebrochen. Den jüngsten offiziellen Daten zufolge sanken sie von Januar bis November um 2,6 Prozent, was vor allem auf einen Rückgang der Immobilieninvestitionen um 15,9 Prozent zurückzuführen war.
Für 2026 schätzt die Rhodium Group das Wachstum der Wirtschaft Chinas auf nur noch 1 bis 2,5 Prozent. Dies liegt deutlich unter der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 4,5 Prozent. «Die Fehlkalkulation für Chinas Wirtschaft hält schon zu lange an», so die Denkfabrik.
Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur Reuters

