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Das iPhone stiess 2007 nicht gerade auf unbändige Begeisterung.
Das iPhone stiess 2007 nicht gerade auf unbändige Begeisterung.
Bild: AFP
Kommentar

Darum wird 2014 für Apple-Fans ein sehr gutes Jahr

Trotz Rekordzahlen steht der iPhone-Hersteller im Kreuzfeuer. Das ändert sich dank iWatch und Co., meint der watson-Redaktor.
01.02.2014, 18:2123.06.2014, 13:38

Sind Sie auch der Meinung, dass Apple nicht (mehr) innovativ und dem Untergang geweiht ist? Willkommen im Club!

Vier Mal pro Jahr legt Apple die Geschäftszahlen vor – und wird an der Wall Street abgestraft. Die Aktie taucht, Investoren springen ab, sogenannte Experten treten in Aktion und stimmen den Chor von der fehlenden Innovation an. «Apple Is Doomed.» 

Nun werden Behauptungen nicht automatisch wahr, wenn man sie wiederholt. Und bekanntlich sind Affen die besseren Anleger. Anders ausgedrückt: Das von Gier und Hektik geprägte Treiben an der Börse spiegelt nicht den Wert eines Unternehmens.

Apples Gewinn entspricht Googles Umsatz

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Apple ist um Welten erfolgreicher als jede Bank. Mit dem gewichtigen Unterschied, dass das Unternehmen nicht mit dem von Kunden geliehenen Geld arbeitet, sondern dieses mit realen Produkten verdient. 

Allein im letzten Geschäftsquartal hat das US-Unternehmen einen Gewinn von 13,1 Milliarden Dollar eingefahren – das entspricht dem Umsatz des Rivalen Google, dessen Aktienkurs in diesen Tagen neue Höhen erreicht.

Doch dreht sich dieser Artikel nicht ums Geld, sondern um Innovation. Die Tech-Unternehmen sollen uns mit Hardware und Software das Leben erleichtern und die Welt – Stück für Stück – verbessern.

Ist das Apple in der Vergangenheit gelungen? Und noch viel wichtiger: Schaffen es die Kalifornier auch in Zukunft?

«We have a lot to look forward to in 2014, including some big plans that we think customers are going to love.»
Tim Cook im Dezember 2013.
Quelle: 9to5mac.com

Apple-Chef Tim Cook liess Ende letztes Jahr in einem Schreiben an die Mitarbeiter verlauten, dass man «grosse Pläne» habe fürs 2014. Die Zeit ist tatsächlich (über)reif für das nächste grosse Ding. Oder die nächsten grossen Dinger. Damit ginge eine längere «Durststrecke» zu Ende.

«Was haben wir denn da?» Das erste iPad.
«Was haben wir denn da?» Das erste iPad.
Bild: Getty Images

Schon zu Lebzeiten von Steve Jobs war es so, dass Apple nicht Jahr für Jahr bahnbrechende neue Produkte herausbrachte. 2001 wurde der iPod lanciert, 2007 folgte das iPhone und 2010 das iPad.

Doch nun sollen 2014 gleich mehrere völlig neue Produkte hinzukommen. Die iWatch wird mit biometrischen Sensoren die gesundheitsbewussten Nutzer ansprechen. Gemäss jüngsten unbestätigten Meldungen sollen sich verschiedene medizinisch interessante Werte erfassen lassen, wie Temperatur, Puls, Zucker- und Sauerstoffgehalt im Blut etc. Die Daten sollen drahtlos vom Handgelenk aufs iPhone oder iPad übertragen und unter iOS 8 in einer App namens Healthbook gespeichert werden. In der Pipeline steckt ausserdem etwas für die gute Stube – erfindet Apple das Fernsehen neu?

Die ersten Reaktionen werden die gleichen sein wie bei früheren Lancierungen: Die Apple-Fans sind begeistert, bei den Journalisten herrscht Zurückhaltung und Skepsis. «Funktioniert das?»

An den Produkten, die dieses Jahr herausgebracht werden, hat der 2011 verstorbene Apple-Gründer noch mitgewirkt.
An den Produkten, die dieses Jahr herausgebracht werden, hat der 2011 verstorbene Apple-Gründer noch mitgewirkt.
Bild: AFP

Bezahlen mit dem Daumen

Apple verfolgt nicht die Strategie, neue Technologien als erstes auf den Markt zu bringen. Das war in den Pionierzeiten anders. Ab 1976 baute Steve Wozniak mit seinem Jugendfreund den ersten Personal Computer zusammen. 1984 folgte der erste Mac. In der Folge machte es sich Apple zur Gewohnheit, den Markt erst zu beobachten und eigene Produkte vergleichsweise spät zu lancieren.

Aktuelles Beispiel ist der Fingerabdruck-Scanner beim iPhone 5S. Nach dem Getöse rund um den Start und den mehr oder weniger originellen Sprüchen («Nun muss die NSA keine Fingerabdrücke mehr sammeln...») hat sich die Sicherheitstechnik im Alltag etabliert.

Wenn Apple im nächsten Herbst das iPhone 6 vorstellt, ist die Zeit reif für das nächste Kapitel. Dann werden die Kalifornier voraussichtlich ein mobiles Bezahlsystem lancieren. Im Gegensatz zu bestehenden Systemen mit der NFC-Technologie dürfte es sich auf breiter Basis durchsetzen. Die Kreditkartendaten von mehr als 500 Millionen Nutzern sind bereits sicher bei iTunes hinterlegt. In naher Zukunft kann mit dem Daumen bezahlt werden, anstatt das Portemonnaie zu zücken. 

Damals spielte er noch die zweite Geige: Tim Cook neben Steve Jobs und Phil Schiller (von links).
Damals spielte er noch die zweite Geige: Tim Cook neben Steve Jobs und Phil Schiller (von links).
Bild: Getty Images

Fernsehen à la Steve Jobs?

Von Steve Jobs ist bekannt, dass er als junger Mann «eine Delle» ins Universum schlagen wollte. Dass er mit den iProdukten sehr viel Geld verdiente, hat ihn sicher nicht gestört. Doch im Kern ging es ihm nie darum, möglichst viele Geräte zu verkaufen. Jobs war ein Perfektionist und hat diese Mentalität in der «DNA des Unternehmens» verankert. Jedes Ding genügte erst dann, wenn es einfach zu bedienen war und dabei auch noch Spass machte. Das mag übertrieben klingen, zahlt sich aber langfristig aus. Dies beweisen Hunderte Millionen zufriedener Apple-Kunden, die dem Unternehmen treu bleiben.

Laut seinem Biografen Walter Isaacson wollte Jobs für Fernsehgeräte erreichen, was ihm für Computer, Musik-Player und Mobiltelefone gelungen war: Sie sollten einfach und elegant sein.

Apple TV: Aus Spass wird Ernst

Jobs bezeichnete Apple TV als «Hobby». Das ungewöhnlich bescheidene Statement des Apple-Chefs bezog sich auf die tiefen Verkaufszahlen – im Vergleich mit Apples wichtigsten Produkten, den Kassenschlagern iPhone und iPad. Und doch ist Apple TV mit mehr als 13 Millionen verkauften Exemplaren und einem Marktanteil von über 50 Prozent unangefochtener Marktführer bei den Set-Top-Boxen.

Seit kurzem führt Apple die TV-Box in seinem Online-Store nicht mehr als Zubehör, sondern als eigene Produkte-Kategorie, neben dem iPhone, iPad, iPod und dem Mac. Dies lässt auf gewichtige Veränderungen schliessen. Sprich: neue Hardware und neue Inhalte.

Laut Gerüchteküche legt Apple bei der nächsten Apple-TV-Generation einen Schwerpunkt auf Games: Neu sollen sich sogenannte Controller, die die Spielsteuerung erleichtern, via Bluetooth-Verbindung koppeln lassen. Die Spiele werden von Apple-Hardware auf den grossen Bildschirm gespiegelt. Geplant ist angeblich auch eine Erweiterung des Live-TV-Angebots. Dieser Schritt würde in den USA Sinn machen, wo Apple die Dominanz der Kabel-TV-Stationen brechen will.

Die Hardware setzt Massstäbe, entfaltet ihre Wirkung aber im Zusammenspiel mit der Software. Apple hat mit iTunes den Musikmarkt umgekrempelt und mit dem App Store eine milliardenschwere neue Branche geschaffen. Mit der nächsten Apple-TV-Generation kommen die Apps auf den grossen Bildschirm.

Und auch die Sprachsteuerung ist ein Thema. Siri wird immer leistungsfähiger – und neu zur TV-Fernbedienung?

Spracheingabe statt Tippen.
Spracheingabe statt Tippen.
Bild: Getty Images North America

Ein weiteres neues Betätigungsfeld von Apple sind die Autos. Wenn viele Lenker ein iPhone dabei haben, kann es im Cockpit auch als drahtlose Verbindung zu einer eigenen Navigations-Lösung eingesetzt werden. Laut Gerüchteküche wird «iOS in the Car» mit dem nächsten grösseren System-Update 7.1 im März veröffentlicht.

Inoffizielle Vorschau von «iOS in the Car»

«iOS in the Car» funktioniert: Ein unabhängiger Software-Entwickler hat dieses Demo-Video veröffentlicht. 

Kritiker sagen, dass Apple unter Tim Cook fett und faul geworden und nicht mehr innovativ sei. Die Antwort muss das Unternehmen in den kommenden 11 Monaten geben. Bleibt zu hoffen, dass man die wahnsinnig hohen Margen, respektive Preise, überdenkt. Und das viele Geld sollte in zukunftsweisende Projekte investiert werden, anstatt kurzfristigen Begehren von Investoren wie Carl Icahn zu entsprechen. Hier kann Apple sich eine Scheibe bei Erzfeind Google abschneiden. Die fahrerlosen Autos können helfen, die Strassen sicherer zu machen.

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