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Mark Higbie of San Francisco looks at the new Apple iPhone that was on display behind a glass enclosure at the Macworld Conference in San Francisco 09 January 2007. Apple chief executive Steve Jobs made the company's long-awaited jump into the mobile phone business.    AFP PHOTO/Tony AVELAR (Photo credit should read TONY AVELAR/AFP/Getty Images)

Das iPhone stiess 2007 nicht gerade auf unbändige Begeisterung. Bild: AFP

Kommentar

Darum wird 2014 für Apple-Fans ein sehr gutes Jahr

Trotz Rekordzahlen steht der iPhone-Hersteller im Kreuzfeuer. Das ändert sich dank iWatch und Co., meint der watson-Redaktor.



Sind Sie auch der Meinung, dass Apple nicht (mehr) innovativ und dem Untergang geweiht ist? Willkommen im Club!

Vier Mal pro Jahr legt Apple die Geschäftszahlen vor – und wird an der Wall Street abgestraft. Die Aktie taucht, Investoren springen ab, sogenannte Experten treten in Aktion und stimmen den Chor von der fehlenden Innovation an. «Apple Is Doomed.» 

Nun werden Behauptungen nicht automatisch wahr, wenn man sie wiederholt. Und bekanntlich sind Affen die besseren Anleger. Anders ausgedrückt: Das von Gier und Hektik geprägte Treiben an der Börse spiegelt nicht den Wert eines Unternehmens.

Apples Gewinn entspricht Googles Umsatz

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Apple ist um Welten erfolgreicher als jede Bank. Mit dem gewichtigen Unterschied, dass das Unternehmen nicht mit dem von Kunden geliehenen Geld arbeitet, sondern dieses mit realen Produkten verdient. 

Allein im letzten Geschäftsquartal hat das US-Unternehmen einen Gewinn von 13,1 Milliarden Dollar eingefahren – das entspricht dem Umsatz des Rivalen Google, dessen Aktienkurs in diesen Tagen neue Höhen erreicht.

Doch dreht sich dieser Artikel nicht ums Geld, sondern um Innovation. Die Tech-Unternehmen sollen uns mit Hardware und Software das Leben erleichtern und die Welt – Stück für Stück – verbessern.

Ist das Apple in der Vergangenheit gelungen? Und noch viel wichtiger: Schaffen es die Kalifornier auch in Zukunft?

«We have a lot to look forward to in 2014, including some big plans that we think customers are going to love.»

Tim Cook im Dezember 2013. Quelle: 9to5mac.com

Apple-Chef Tim Cook liess Ende letztes Jahr in einem Schreiben an die Mitarbeiter verlauten, dass man «grosse Pläne» habe fürs 2014. Die Zeit ist tatsächlich (über)reif für das nächste grosse Ding. Oder die nächsten grossen Dinger. Damit ginge eine längere «Durststrecke» zu Ende.

SAN FRANCISCO - JANUARY 27:  An event guest plays with the new Apple iPad during an Apple Special Event at Yerba Buena Center for the Arts January 27, 2010 in San Francisco, California. CEO Steve Jobs and Apple Inc. introduced its latest creation, the iPad, a mobile tablet browsing device that is a cross between the iPhone and a MacBook laptop.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

«Was haben wir denn da?» Das erste iPad. Bild: Getty Images

Schon zu Lebzeiten von Steve Jobs war es so, dass Apple nicht Jahr für Jahr bahnbrechende neue Produkte herausbrachte. 2001 wurde der iPod lanciert, 2007 folgte das iPhone und 2010 das iPad.

Doch nun sollen 2014 gleich mehrere völlig neue Produkte hinzukommen. Die iWatch wird mit biometrischen Sensoren die gesundheitsbewussten Nutzer ansprechen. Gemäss jüngsten unbestätigten Meldungen sollen sich verschiedene medizinisch interessante Werte erfassen lassen, wie Temperatur, Puls, Zucker- und Sauerstoffgehalt im Blut etc. Die Daten sollen drahtlos vom Handgelenk aufs iPhone oder iPad übertragen und unter iOS 8 in einer App namens Healthbook gespeichert werden. In der Pipeline steckt ausserdem etwas für die gute Stube – erfindet Apple das Fernsehen neu?

Die ersten Reaktionen werden die gleichen sein wie bei früheren Lancierungen: Die Apple-Fans sind begeistert, bei den Journalisten herrscht Zurückhaltung und Skepsis. «Funktioniert das?»

A miniture figure (R) of the co-founder of Apple, Steve Jobs is displayed in front of an Apple Store at Ginza shopping district as people queue to wait overnight to purchase the new iPhone 5s and 5c in Tokyo on September 19, 2013. The new iPhones go on sale on September 20.    AFP PHOTO/Toru YAMANAKA        (Photo credit should read TORU YAMANAKA/AFP/Getty Images)

An den Produkten, die dieses Jahr herausgebracht werden, hat der 2011 verstorbene Apple-Gründer noch mitgewirkt. Bild: AFP

Bezahlen mit dem Daumen

Apple verfolgt nicht die Strategie, neue Technologien als erstes auf den Markt zu bringen. Das war in den Pionierzeiten anders. Ab 1976 baute Steve Wozniak mit seinem Jugendfreund den ersten Personal Computer zusammen. 1984 folgte der erste Mac. In der Folge machte es sich Apple zur Gewohnheit, den Markt erst zu beobachten und eigene Produkte vergleichsweise spät zu lancieren.

Aktuelles Beispiel ist der Fingerabdruck-Scanner beim iPhone 5S. Nach dem Getöse rund um den Start und den mehr oder weniger originellen Sprüchen («Nun muss die NSA keine Fingerabdrücke mehr sammeln...») hat sich die Sicherheitstechnik im Alltag etabliert.

Wenn Apple im nächsten Herbst das iPhone 6 vorstellt, ist die Zeit reif für das nächste Kapitel. Dann werden die Kalifornier voraussichtlich ein mobiles Bezahlsystem lancieren. Im Gegensatz zu bestehenden Systemen mit der NFC-Technologie dürfte es sich auf breiter Basis durchsetzen. Die Kreditkartendaten von mehr als 500 Millionen Nutzern sind bereits sicher bei iTunes hinterlegt. In naher Zukunft kann mit dem Daumen bezahlt werden, anstatt das Portemonnaie zu zücken. 

CUPERTINO, CA - AUGUST 7:  (L-R) Tim Cook, Chief Operating Officer, Apple CEO Steve Jobs and Phil Schiller, EVP Product Marketing, answers questions after Jobs introduced new versions of the iMac and iLife applications August 7, 2007 in Cupertino, California. The all-in-one desktop computers now have a slimmer design in aluminum casings with faster chips and glossy screens and is up to $300 cheaper then their predecessors. (Photo by David Paul Morris/Getty Images)

Damals spielte er noch die zweite Geige: Tim Cook neben Steve Jobs und Phil Schiller (von links). Bild: Getty Images

Fernsehen à la Steve Jobs?

Von Steve Jobs ist bekannt, dass er als junger Mann «eine Delle» ins Universum schlagen wollte. Dass er mit den iProdukten sehr viel Geld verdiente, hat ihn sicher nicht gestört. Doch im Kern ging es ihm nie darum, möglichst viele Geräte zu verkaufen. Jobs war ein Perfektionist und hat diese Mentalität in der «DNA des Unternehmens» verankert. Jedes Ding genügte erst dann, wenn es einfach zu bedienen war und dabei auch noch Spass machte. Das mag übertrieben klingen, zahlt sich aber langfristig aus. Dies beweisen Hunderte Millionen zufriedener Apple-Kunden, die dem Unternehmen treu bleiben.

Laut seinem Biografen Walter Isaacson wollte Jobs für Fernsehgeräte erreichen, was ihm für Computer, Musik-Player und Mobiltelefone gelungen war: Sie sollten einfach und elegant sein.

Apple TV: Aus Spass wird Ernst

Jobs bezeichnete Apple TV als «Hobby». Das ungewöhnlich bescheidene Statement des Apple-Chefs bezog sich auf die tiefen Verkaufszahlen – im Vergleich mit Apples wichtigsten Produkten, den Kassenschlagern iPhone und iPad. Und doch ist Apple TV mit mehr als 13 Millionen verkauften Exemplaren und einem Marktanteil von über 50 Prozent unangefochtener Marktführer bei den Set-Top-Boxen.

Seit kurzem führt Apple die TV-Box in seinem Online-Store nicht mehr als Zubehör, sondern als eigene Produkte-Kategorie, neben dem iPhone, iPad, iPod und dem Mac. Dies lässt auf gewichtige Veränderungen schliessen. Sprich: neue Hardware und neue Inhalte.

Laut Gerüchteküche legt Apple bei der nächsten Apple-TV-Generation einen Schwerpunkt auf Games: Neu sollen sich sogenannte Controller, die die Spielsteuerung erleichtern, via Bluetooth-Verbindung koppeln lassen. Die Spiele werden von Apple-Hardware auf den grossen Bildschirm gespiegelt. Geplant ist angeblich auch eine Erweiterung des Live-TV-Angebots. Dieser Schritt würde in den USA Sinn machen, wo Apple die Dominanz der Kabel-TV-Stationen brechen will.

Die Hardware setzt Massstäbe, entfaltet ihre Wirkung aber im Zusammenspiel mit der Software. Apple hat mit iTunes den Musikmarkt umgekrempelt und mit dem App Store eine milliardenschwere neue Branche geschaffen. Mit der nächsten Apple-TV-Generation kommen die Apps auf den grossen Bildschirm.

Und auch die Sprachsteuerung ist ein Thema. Siri wird immer leistungsfähiger – und neu zur TV-Fernbedienung?

SAN FRANCISCO, CA - MARCH 07:  The voice dictation buttons are shown on the new iPad during an Apple product launch event at Yerba Buena Center for the Arts on March 7, 2012 in San Francisco, California. In the first product release following the death of Steve Jobs, Apple Inc. introduced the third version of the iPad and an updated Apple TV.  (Photo by Kevork Djansezian/Getty Images)

Spracheingabe statt Tippen. Bild: Getty Images North America

Ein weiteres neues Betätigungsfeld von Apple sind die Autos. Wenn viele Lenker ein iPhone dabei haben, kann es im Cockpit auch als drahtlose Verbindung zu einer eigenen Navigations-Lösung eingesetzt werden. Laut Gerüchteküche wird «iOS in the Car» mit dem nächsten grösseren System-Update 7.1 im März veröffentlicht.

Inoffizielle Vorschau von «iOS in the Car»

«iOS in the Car» funktioniert: Ein unabhängiger Software-Entwickler hat dieses Demo-Video veröffentlicht.  Video: YouTube/Steven Troughton-Smith

Kritiker sagen, dass Apple unter Tim Cook fett und faul geworden und nicht mehr innovativ sei. Die Antwort muss das Unternehmen in den kommenden 11 Monaten geben. Bleibt zu hoffen, dass man die wahnsinnig hohen Margen, respektive Preise, überdenkt. Und das viele Geld sollte in zukunftsweisende Projekte investiert werden, anstatt kurzfristigen Begehren von Investoren wie Carl Icahn zu entsprechen. Hier kann Apple sich eine Scheibe bei Erzfeind Google abschneiden. Die fahrerlosen Autos können helfen, die Strassen sicherer zu machen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Donald 02.02.2014 05:22
    Highlight Highlight Auch nicht wahrer wird, wenn man es immer wieder schreibt, dass Google und Apple Rivalen oder Erzfeinde sind. Immer diese Hobbyjournalisten hier...
    • @schurt3r 02.02.2014 09:42
      Highlight Highlight Bleiben wir doch sachlich – und schauen ein paar Jahre zurück.

      Steve Jobs fühlte sich verraten, als Google mit Android in direkte Konkurrenz zu Apple trat. Der Google-CEO Eric Schmidt war während der Entwicklung von iPhone und iPad im Apple-Verwaltungsrat gewesen. Dann brachte Google 2008 ein mobiles Betriebssystem heraus, das Apples iOS (2007) in vielen Punkten glich (Multi-Touch, Swipe-Funktion etc.). Kann beispielsweise nachgelesen werden in der offiziellen Jobs-Biografie des renommierten US-Journalisten Walter Isaacson.

      Wir wissen, was folgte. Der Patentkrieg hält bis heute an. Apple nimmt sich jeweils einen Android-Hersteller vor, zielt aber (auch und vor allem) auf Google …

      Natürlich arbeiten Unternehmen weiter zusammen, wenn es sein muss bzw. wirtschaftlich Sinn macht. Das zeigt ja auch das Beispiel Apple-Samsung. Dicke Freunde (bezogen aufs Top-Management) sehen aber definitiv anders aus.
  • beadini 01.02.2014 23:30
    Highlight Highlight Ich bin gespannt, was Apple im Jahr 2014 auf die Beine stellt. Wir sollten uns einmal wieder daran erinnern was noch vor wenigen Jahren möglich war und daher auch etwas weniger erwarten! Unsere Erwartungshaltung und ich gebe zu, auch meine, ist manchmal wahrscheinlich einfach übertrieben zu hoch!? Ich freue mich auf die neue Ideen von Apple, wann auch immer sie eintreffen....
  • metall 01.02.2014 20:55
    Highlight Highlight Die verdienen mir zuviel!
  • RudeDog 01.02.2014 19:46
    Highlight Highlight Hmmm... Apple erfindet also dieses Jahr den Fernseher und die Kreditkarte. Oder so. Freu mich drauf.

    Ganz allgemein beschlich mich bei der Lektüre dieses Artikels das Gefühl, der Autor wolle sich für Apple entschuldigen. Wieso denn? Die Firma bleibt die Nummer 1 bei Senioren und Technikverweigerern.
    • @schurt3r 01.02.2014 20:16
      Highlight Highlight Danke für das Feedback! Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, Apple zu entschuldigen. Das iPhone ist in der Schweiz Marktführer, liegt das an den Senioren? Die Kreditkarte ist zum Glück längst erfunden, nun gehts darum, die lästigen (und unsicheren) Passwörter/PINs zu ersetzen.
    • Die Tipperia 01.02.2014 22:02
      Highlight Highlight Danke Dani Schurter. Etwas Besseres als iOS gibt es eben nicht. Darum Marktführer. Aber der NSA nach Pin und Pw nun auch noch den Daumenabdruck liefern? Sollen wir Zahnarzt und Coiffeur bitten auch noch die DNA beizutragen?
    • @schurt3r 02.02.2014 09:04
      Highlight Highlight Befürchte, die NSA kommt an sehr viele persönliche Daten ran. Aber die kompletten Fingerabdrücke von iPhone-5S-Nutzern sind nicht dabei. Die biometrischen Daten (nicht die ganzen Fingerabdrücke) bleiben verschlüsselt auf dem Gerät und werden nicht übertragen.

      Ob wir das Apple glauben sollen? Mir sind keine Studien/Hacks bekannt, bei denen Dritte an die fremden Daten herankamen - und es dürften es einige versucht haben.

      Touch ID ist für Apple eine Schlüssel-Technologie, Stichwort mobiles Bezahlen. Da wär es "tödlich" für die Glaubwürdigkeit, wenn das Unternehmen einer Lüge überführt würde.

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