9 Apps, die das Zusammenleben leichter machen – ob in der WG oder mit Partner
Überquellende Abfallkübel, eine viel zu hohe Stromrechnung, bergeweise ungewaschene Kleider und ein Badezimmer, das sich, äh, gewaschen hat ...
Wir gehen hier nicht weiter auf schmutzige Details ein. Sicher ist: Zusammenziehen ist wie ein Endgegner-Level in einem Videospiel. Was zunächst nach purer Freiheit und gemütlichen Abenden klingt, endet häufig mit passiv-aggressiven WhatsApp-Nachrichten.
Doch bevor du alle Hoffnungen fahren lässt: Es gibt eine Lösung, und die kommt per Handy-App.
Ob es um die absolut faire Aufteilung einer Pizza-Rechnung geht, einen Putzplan, der tatsächlich funktioniert, oder die Frage, wer die letzte Milch aufgebraucht hat – moderne Apps können im Alltag helfen.
watson hat sich durch den App-Dschungel gewühlt und stellt einige der besten «Friedensstifter» für Wohngemeinschaften (WGs) und Paare vor.
Der Fokus liegt auf europäischen Anbietern, die auf Datensparsamkeit und den Schutz der Privatsphäre achten oder gar eine vorbildliche Lösung liefern.
Alle hier genannten Apps sind fürs iPhone und für Android-Smartphones verfügbar und bieten einen deutlich höheren Datenschutz als die US-Konkurrenz. Wobei wir um Apple und Google fast nicht herumkommen. Und wir müssen über «Freemium»-Angebote reden.
1. Finanzen im Griff
Nicht nur wegen dem berüchtigten «Januar-Loch» ist es sinnvoll, den Überblick über die eigenen Finanzen zu haben. Hier kommt BudgetCH ins Spiel. Es ist die offizielle App des Dachverbandes Budgetberatung Schweiz.
Die App bietet Beratung und praktische Vorlagen für verschiedene Lebenssituationen (WG, Paar, Familie, Single) und hilft auch dabei, Rückstellungen für Steuern oder Versicherungen nicht zu vergessen.
Gut zu wissen: Der Verband ist weder vom Bund noch von Kantonen abhängig. Die Finanzierung erfolgt über eigene Dienstleistungen, Spenden sowie durch Partnerschaften mit Stiftungen und Unternehmen.
Apropos Datensicherheit: Die User-Daten bleiben lokal auf dem Gerät oder werden (optional) verschlüsselt in einer Schweizer Cloud synchronisiert. Zudem lässt sich die App auch ohne Registrierung (per E-Mail) nutzen.
Verfügbare Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, wobei die App automatisch die Systemsprache des Smartphones übernimmt.
Fazit: Die App ist quasi ein Muss für Schweizer WGs und Paare, da sie wichtige regionale Kostenfaktoren (wie das hiesige Krankenkassensystem) berücksichtigt.
👎 Was verbesserungswürdig ist: Leider weist die App (auf Deutsch) gewisse Tippfehler auf.
2. Kosten aufteilen
Wer schuldet wem wie viel? Eine Frage, die früher oder später bei jeder Wohngemeinschaft auftaucht. Splid ermöglicht das einfache Erfassen von (Haushalts-)Ausgaben und die korrekte Abrechnung pro Person.
Die deutsche App funktioniert auch offline, kann über 150 Währungen umrechnen und erstellt übersichtliche PDF-Dokumente. Das Daten-Synchronisieren zwischen Geräten ist sehr einfach. Die volle Funktion für grosse Gruppen erfordert einen kleinen Einmalkauf.
Fazit: Die vielleicht beste Lösung für WGs oder auf Reisen, um den Überblick über geteilte Rechnungen zu behalten, ohne mühsam abrechnen zu müssen.
3. Putzen und Ordnung halten
Mittlerweile haben sich viele digitale Helfer darauf spezialisiert, genau dort einzuspringen, wo unsere Disziplin (oder das Erinnerungsvermögen) versagt.
Die Rettung für Putz-Muffel und Gerechtigkeitsfanatiker ist «Tody». Die App eignet sich hervorragend für WGs, in denen es oft Streit wegen der Sauberkeit gibt.
Da die App objektiv anzeigt, wann eine Aufgabe fällig ist (und wer sie zuletzt erledigt hat), entfallen subjektive Vorwürfe wie «Ich putze hier immer alles allein».
Vorteile: Es lässt sich ein flexibler Putzplan nach Bedarf erstellen, statt nur stur nach Wochentagen. Und die User erhalten eine ziemlich motivierende Visualisierung des «Verschmutzungsgrades» ihrer Behausung.
Die Daten-Synchronisierung mit anderen Personen erfordert allerdings ein Abo. Und in der Basisversion fehlen Push-Erinnerungen.
4. Einkaufsplanung
Die beste Einkaufszettel-App kommt aus der Schweiz. Sie heisst «Bring!» und hat einiges zu bieten.
Bring! eignet sich speziell für Haushalte, in denen spontan eingekauft wird. Wenn man sieht, was andere gerade im Laden in den Einkaufskorb gelegt haben, werden unnötige Doppeleinkäufe effizient vermieden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Einkaufszettel von den Usern auf dem neuesten Stand gehalten werden.
Abgesehen von der Live-Synchronisation sind auch Schweizer Händler mit Prospekten und Sonderangeboten integriert. Die kostenlose Version ist mittlerweile allerdings ziemlich werbelastig.
Pro-Tipp: Man kann auch über den Web-Browser sicher auf die eigenen Einkaufslisten zugreifen. Wer sich zuvor mit dem Apple-ID-Login in der App registriert hat, findet in diesem FAQ eine entsprechende Anleitung.
5. und 6. Mit Herz einkaufen
Ob Coop- oder Migros-Kind: Online-Einkaufen spart Zeit und Nerven. Und bei Grossbestellungen wird vielleicht sogar auch noch der Geldbeutel geschont, etwa wenn man von tiefen «Aktions»-Preisen profitiert.
Hier sollen aber zwei Alternativen vorgestellt werden, die auch viele Karmapunkte bringen! 😉
Farmy ermöglicht regionale Online-Einkäufe mit Fokus auf Bioprodukten. Die App eignet sich für alle, die Wert auf Qualität und umweltschonende Herkunft legen. Sie ist ideal, um gemeinsam den grossen Wocheneinkauf mit gesunden, regionalen Lebensmitteln zu planen, ohne schwer schleppen zu müssen. Nachteile: Das Preisniveau ist höher als bei den Detailhandelsriesen. Und der Mindestbestellwert macht kleine Einkäufe teuer.
Too Good To Go ist perfekt für flexible Sparfüchse und Menschen, die sehr aufs Geld achten und etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun möchten. Das geniale Konzept: Restaurants, Bäckereien, Cafés, Hotels und Supermärkte bieten ihr überschüssiges Essen zu stark vergünstigten Preisen für Selbstabholer an. Nachteile: Der Inhalt der Tüten ist eine Überraschung (schwierig für Allergiker). Und Abholzeiten sind oft am Abend.
7. Die Allrounder-App
Falls du ohnehin zu viele Apps auf dem Smartphone hast, ist vielleicht Livo die Lösung. Die App ist optimal für Haushalte, die eine einfache Komplettlösung für (fast) alles Organisatorische suchen. Ob Putzplan, eine Budgetübersicht oder gluschtige Rezepte.
Fazit: Klar deckt Livo einzelne Bereiche nicht in der gleichen Tiefe ab, wie spezialisierte Einzel-Apps. Dafür gibt es für die User gewisse Gamification-Elemente (Punkte sammeln), um die Motivation zu steigern.
8. Sicher kommunizieren
Natürlich ist eine Story über praktische europäische Haushalts-Apps ohne Threema undenkbar.
Die Schweizer Messenger-App ist ideal für die interne Kommunikation und auch praktisch, wenn man private Absprachen und Dokumente (Mietverträge etc.) nicht in US-amerikanischen Clouds wissen will.
Threema bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aller Nachrichten, Bilder und sogar Status-Meldungen. Man kann getrennte Gruppenchats anlegen, zum Beispiel für «WG-Organisation» und «WG-Plausch», ohne dass Meta und Co. alle User-Metadaten absaugen.
Gut für Handymuffel: Die (nach aussen) komplett anonyme Nutzung der App ist ohne Mobilfunknummer möglich. Bei WhatsApp-Hardcore-Jüngern dürfte hingegen ziemlich viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein.
9. Plan B
Die Schweizer App Flatfox ist quasi unverzichtbar für WGs in der Gründungsphase oder bei Mieterwechsel, um den «Papierkram» digital und einfach zu erledigen.
Die App ist für Mieterinnen und Mieter gratis. Und sie hilft nicht nur bei der Suche nach einem neuen WG-Zimmer oder einer anderen Unterkunft, sondern auch beim Melden von Schäden oder dem Organisieren von Wohnungsübergaben.
Wo gibt's das alles?
Und jetzt du!
Welche Apps bringen in deinem Haushalt einen praktischen Nutzen und sind gar «überlebenswichtig»? Oder kommst du ganz ohne digitale Helfer aus?
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