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Wenn der Computer rechnet, kann die Kündigung ohne Vorwarnung kommen. (Symbolbild) bild: shutterstock

Wenn der Computer die Kündigung ausspricht: Algorithmen rechnen, wer entlassen wird

Algorithmen spielen nicht nur bei der Einstellung von Bewerbern eine wichtige Rolle. Auch bei Entlassungen kommen sie zum Einsatz – mit teilweise absurden Folgen.

Adrian Lobe / ch media



Im vergangenen Jahr wollte der Software-Entwickler Ibrahim Diallo wie jeden Morgen ganz normal zur Arbeit gehen. Sein Arbeitsplatz: ein Büro im Wolkenkratzer LA 1 in Los Angeles. Als er seine Karte auf das Drehkreuz legte, so beschreibt er es in seinem Blog, leuchtete die Anzeige unter einem Piepton rot auf. Diallo versuchte es noch ein paar Mal, doch ihm wurde stets der Zugang verweigert. Dann drückte der Security-Mann an der Pforte einen Knopf und öffnete die Schranke.

«Ich glaubte zunächst an einen Scherz», erklärt Diallo, schliesslich passierte er den Wachmann jeden Tag. Doch am nächsten Tag funktionierte seine Zugangskarte wieder nicht. Diallo dachte, dass es sich um ein technisches Problem handelte. Sein Badge hatte in der Vergangenheit wiederholt gestreikt. Also kontaktierte er das Management, eine neue Karte zu beantragen. Daraufhin wurde ihm eine temporäre Ausweiskarte ausgestellt. Diallo gelangte zu seinem Arbeitsplatz, doch als er versuchte, sich an seinem Computer einzuloggen, poppte eine Fehlermeldung auf. Am darauffolgenden Tag konnte der Security-Mann kein Ersatzdokument ausstellen, weil Diallos Name an der Eingangstür rot aufleuchtete. Ein Manager musste ihn ins Gebäude eskortieren. Zu seinem Entsetzen musste er feststellen, dass seine gesamten Dateien gelöscht wurden und er aus dem System abgemeldet wurde.

Computer wacht über Arbeiter-Effizienz

Was dann folgte, ist ein geradezu kafkaeskes Schauspiel: Nach dem Mittagessen tauchten zwei Security-Männer und eskortierten ihn zum Ausgang. Diallo wurde entlassen. Doch das seltsame an der Sache war, dass ihm das niemand mitgeteilt hat. Er erhielt kein förmliches Kündigungsschreiben. Seine Chefin hatte ihm tags zuvor noch versichert, dass alles in Ordnung sei und das Problem rasch behoben würde. Doch inzwischen hatten die Computersysteme längst unabhängig eine Entscheidung gefällt. Diallo wurde von einem Algorithmus gefeuert.

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Erst drei Wochen später fand der Programmierer eine Erklärung: Kurz nachdem er eingestellt worden war, wurde sein direkter Vorgesetzter entlassen und über ein Subunternehmen im Homeoffice beschäftigt. In dieser Übergangszeit hat dieser schlicht versäumt, Diallos befristete Stelle zu verlängern. Wenn ein Arbeitsvertrag ausläuft, übernimmt das System die Kontrolle: Es sendet automatische Aufträge, den Zugang zu verweigern oder den Account zu sperren. So entspann sich eine irreversible, algorithmische Befehlskette, an deren Ende jeder seinen Arbeitsanweisungen nachgekommen war und Diallo ohne Job dastand.

Die Personalie ist ein Lehrbuchfall in Organisationssoziologie: Es zeigt, wie Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche in automatisierten Systemen diffundieren und Systemprozesse ausser Kontrolle geraten. Die Entlassungsmaschinerie konnte niemand stoppen – gerade weil sich jeder an die (Programmier-)Vorschriften hielt, griff jedes Rädchen ins andere. Das ist kein Einzelfall. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass bei Amazon zwischen August 2017 und September 2018 Hunderte «ineffiziente» Arbeiter in Logistikzentren von Computeralgorithmen gefeuert wurden.

epa07508401 (FILE) - An employee works at the Amazon logistic and distribution center in Werne, Germany, 22 November 2018 (reissued 15 April 2019). German trade union Verdi said that workers at four Amazon logistic centers in Germany -- in Rheinberg, Werne, Bad Hersfeld and Koblenz -- went on strike on 15 April 2019 as part of their long-running campaign for better pay and conditions. The strike is set to last until 18 April 2019, in some centers, media reported.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Amazon-Mitarbeiter beim verladen der Ware. Bild: EPA/EPA

Interne Dokumente, die das Tech-Portal «The Verge» enthüllte, zeigen, dass das «Amazon-System die Produktivitätsrate von jedem einzelnen Mitarbeiter trackt und automatisch Warnungen und Kündigungen (...) ohne Input der Vorgesetzten generiert». Wenn die Angestellten zu lange Pause machen oder bestimmte Vorgaben nicht erfüllen, erzeugt das System automatisch eine Warnung, die zur Entlassung führen kann. Wenn Ziel nicht erfüllt, dann Kündigung, so lautete die brutale Logik.

Amazon-Mitarbeiter sind ohnehin schon grossem Druck ausgesetzt. Computer erfassen jede Warenbewegung, jeder Arbeitsschritt wird streng kontrolliert. Wie viele Pakete werden eingelagert? Wie viele wieder eingepackt? Ist Mitarbeiter X produktiv genug? Der Investigativ-Reporter James Bloodworth, der sich für seine Buchrecherchen heimlich in ein Amazon-Lager im englischen Staffordshire einschleuste, berichtet, dass Mitarbeiter in Flaschen urinierten, aus Angst, für Leerlaufzeiten bestraft zu werden und ihre Arbeitsstelle zu verlieren.

Frage nach der Zulässigkeit

Die Mitarbeiter klagen über Druck, schlechte Bezahlung und Überwachung am Arbeitsplatz. Nach dem Black Friday protestierten in der Folge in ganz Europa Tausende Amazon-Mitarbeiter mit dem Slogan «Wir sind keine Roboter».

Die arbeitsrechtliche Frage ist, ob Kündigungen durch Maschinen überhaupt zulässig sind – und wie sozialverträglich automatisierte Entlassungen sind. Zwar betonte Amazon, dass Vorgesetzte die automatisierten Entscheidungen überstimmen könnten und bei Kündigungen der Mensch schlussendlich immer das letzte Wort habe. Doch woher will der Betroffene das wissen?

Black-Box-Systeme wie Algorithmen entscheiden schon heute – reichlich intransparent – ob man einen Job oder bei der Bank einen Kredit bekommt. Doch sie entscheiden auch zunehmend, ob man seinen Arbeitsplatz behält – oder gekündigt wird. Die Gefahr, von einem Roboter entlassen zu werden, ist womöglich grösser, als von diesem ersetzt zu werden. (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • aligator2 03.06.2019 13:49
    Highlight Highlight Gutes Buch zu diesem Thema: Weapons of Math Destructions von Cathy O'Neil

    Behandelt neben solchen Algorithmen auch daraus abgeleitete Themen wie impliziter Rassismus und selbst-verstärkende Kreisläufe.
    • RichPurnell 03.06.2019 17:07
      Highlight Highlight Es geht hier um fix nach Regeln programmierte (Verwaltungs)Software nicht um selbstlernende Algorithmen.
      Das ist wie Schuhe mit Handschuhe vergleichen.
  • tobs. 02.06.2019 15:39
    Highlight Highlight Also der erste Abschnitt mit dem Programmierer ist etwas an den Haaren herbeigezogen. Es hört sich eher nach einer soliden Betriebssoftware an, welche mit sauberen Daten arbeitet und den Prozess gut durcharbeitet. Dafür braucht es sicherlich keine Algorithmen. Hier haben eher Vorgesetzte und HR bei der Kommunikation versagt, aber auch der Angestellte, er hat ja einen befristeten Vertrag unterzeichnet und wusste das dieser ausläuft?🤔
    • Winschdi 02.06.2019 21:03
      Highlight Highlight Absolut! Das hat soviel mit Algorithmen zu tun wie ich mit Journalismus. Völliger Quatsch, das ist ganz einfach eine gute Access Management Software.

  • Don Alejandro 02.06.2019 14:17
    Highlight Highlight Das allerschlimmmste ist, dass diese Algorithmen nicht transparent und per se schikanös sind. Für eine methodische Anwendung im Einzelfall meist nicht zu gebrauchen, aber dennoch muss der "Einzelfall" daraus die Konsequenzen tragen. Ein guter Vorgesetzter kann dies selbst beurteilen, aber diesen fehlt meistens wie bei allen Mitarbeitern heutzutage die Zeit dafür. Dies ist übrigens auch wohl der Hauptgrund, warum es überhaupt eingesetzt wird.
    • NotWhatYouExpect 03.06.2019 08:00
      Highlight Highlight Algorithmen sind ganz klar Transparent sowie wurden diese von Menschen geplant und implementiert.

      Auch werden die Werte ganz klar festgelegt.
  • RichPurnell 02.06.2019 13:43
    Highlight Highlight Algorithmen treffen keine Entscheidungen, da sie nicht denken können.
    Das Design und die Regeln stammen von Menschen, wenn die schlechte Systeme umsetzen muss man sich danach nicht wundern.
    Ein Algorithmus ist immer so schlau/gerecht wie sein Ersteller.

    Generell in den USA sollte man wohl eher das Arbeitsrecht ändern, dann dieses macht solche Regeln erst möglich und ist somit Ursache des Problems.
  • DemonCore 02.06.2019 12:46
    Highlight Highlight Andrew Wang, ein unabhängiger Präsidentschaftskandidat sagt, die Revolutionen und Arbeiteraufstände des 19. und frühen 20. Jahrhunderts werden nichts sein, gegen die Aufstände des 21. Jahrhunderts, wenn Automatisierung und KI nicht sozialverträglich eingeführt werden.
  • Nony 02.06.2019 12:28
    Highlight Highlight Tja. Da sieht man mal wieder. Der Mitarbeiter ist ist das wichtigste Kapital der Firma
  • RescueHammer 02.06.2019 12:16
    Highlight Highlight Fürchterlich! Es erinnert an die industrielle Revolution in den 1900er, nur sind es heute „intelligente Systeme“, aber im Resultat ist es identisch. Sie hiessen früher Rockefeller heute Bezos.
  • Hierundjetzt 02.06.2019 11:30
    Highlight Highlight Ok. In der Schweiz sind 95% der Firmen KMU mit 1 - 150 MA.

    Bei uns gibt es eher keine Subunternehmer, die einen Manager im Homeoffice anstellen (Steuer, SVA, SUVA), damit er die gleiche Arbeit wie bis anhin ausführt.

    Dazu ist unser Arbeitsgesetz viel zu strikt (zum Glück)

    Trotzdem: ein schönes Beispiel, was passiert, wenn eine Firma eine dermassen schlechtes Betriebsklima hat, dass nur nach Vorschrift gearbeitet wird.
  • Mimomimo 02.06.2019 11:26
    Highlight Highlight Eines von vielen Beispielen, wo nicht verstanden wurde, wie Algos genutzt werden müssen. Algos liefern nur eine Interpretation der Daten. Und eine Empfehlung. Der Entscheid wie damit umgegangen wird, muss immer ein Mensch treffen. Wenn die nächsten Schritte durch eine Software erfolgen, muss dies idealerweise in Echtzeit kontrolliert werden.
    Korrekt geschriebene Algos machen nie Fehler, nur die Menschen, die ihre Ergbnisse benutzen.
    Letztlich hat hier die Qualitätssicherung versagt. Langfristig werden solche Firmen vom Markt verschwinden. Hoffentlich ohne grossen Schaden verursacht zu haben.
  • Frausowieso 02.06.2019 11:26
    Highlight Highlight Der Mann wusste doch, dass sein Arbeitsverhältnis temporär ist und er keinen Verlängerungsvertrag erhielt. Das ist keine Kündigung und das Vertragsenddatum ist einem schon bei Vertragsunterzeichnung bekannt.
    Wird so im System erfasst und nach Ablauf kappt das System alle Zugänge. Das ist in jedem grösseren Unternehmen so. Als temp Mitarbeiter kann man doch nicht einfach davon ausgehen, dass der Vertrag verlängert wird
  • Madison Pierce 02.06.2019 11:17
    Highlight Highlight Erinnert mich an meine Versicherung: aus heiterem Himmel werde ich von ihr betrieben. Der Beamte sagt mir noch, die Betreibung sei an die falsche Adresse gerichtet gewesen, sie hätten es korrigiert.

    Da war es klar: habe der Versicherung meinen Umzug vergessen zu melden. Als Rechnung und Mahnungen als unzustellbar zurück kamen, hat "das System" automatisch die Betreibung eingeleitet.

    Bei der Hotline sagte man mir, das sei schon etwas blöd, zumal sie meine Mailadresse und Handynummer hätten. Aber ein Mail oder Anruf vor der Betreibung sei "vom System" nicht vorgesehen.
    • DemonCore 02.06.2019 12:45
      Highlight Highlight Dann gibt es ja auch keinen Grund andere Daten als die Adresse anzugeben. Ein idiotensicheres System, das irgendwann nur noch Idioten heranzüchtet.
    • NotWhatYouExpect 03.06.2019 08:05
      Highlight Highlight @Madison Pierce: Ja das sind halt so edge Cases die man nicht einplanen und halt schlicht vergisst. Wichtig ist wie danach die Leute darauf reagieren und meistens machen die das dann falsch.

      Hatte auch so ein Problem wo ich 40 Rappen zu wenig bezahlt habe. Danach habe ich 2 Mahnungen bekommen über den ganzen Betrag wo ich mir sicher war, dass ich den Bezahlt hab. Jedoch halt diese 40 Rappen übersehen. Und bam kam die Betreibung von über 40 Rappen.

  • walsi 02.06.2019 11:12
    Highlight Highlight Viele Personaler sind irgendwie schizophren. Wenn du fragst warum sie im Personalwesen arbeiten erklären sie, dass sie gerne mit Menschen arbeiten. Sie unternehmen aber alles, damit sie nicht mit Menschen zu tun haben. Keine Telefonnummer in Stellenanzeigen, anonyme Bewerbungsplattformen usw. Mit Menschen arbeiten bedeutet, dass es auch unangenehm wird. Wenn man das nicht will, sollte man sich einen anderen Job suchen.
  • Maedhros Niemer 02.06.2019 11:08
    Highlight Highlight Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein Witz klingt: Ich fordere die artgerechte Haltung von Menschen!
    • DemonCore 02.06.2019 15:28
      Highlight Highlight Das sollten wir alle tun. Die moderne Gesellschaft hat fast nichts mit artgerechter Haltung zu tun.
  • 45rpm 02.06.2019 10:44
    Highlight Highlight Der Titel und Leadtext sind doch reinstes Clickbait!
    Es ist nicht so, dass der Algorithmus nach Lust und Laune den Ibrahim Diallo aus heiteren Himmel gekündigt hat. Er hatte einen befristeten Arbeitsvertrag, der an einem vordefinierten Zeitpunkt ausläuft.
    Und hier hats halt der Chef verpennt, das Enddatum im System rauszunehmen.

    Ist mir übrigens Ende 2018 auch ähnlich passiert. Mein befristeter Arbeitsvertrag wurde verlängert, aber im Zugangssystem wurde das Datum noch nicht angepasst. So kam ich nicht ins Gebäude.
  • Avenarius 02.06.2019 10:04
    Highlight Highlight Je mehr wir bei menschlichen Aufgaben an Algorithmen glauben, desto mehr geben wir von unserem Talent weg, nach Menschenkenntniss und Einschätzung ein gutes Resultat zu finden. Je mehr wir unser Hirn und Herz ausschalten desto mehr nähern wir uns wieder der Steinzeit. Aga uga aga uga ....
    Algorithmen sind gut, dort wo sie niemanden verletzen.
    Sie auch schon kleinere Katastrophen produziert - Algorithmen an der Börse, bei facehook, der Post usw.
    Die Idee der Algorithmen ist aber gut. Genau wie ein Hammer - nur richtig handhaben !
  • Töfflifahrer 02.06.2019 09:28
    Highlight Highlight Jetzt ist mir auch klar warum ich 3 Pakete erhalte, wenn ich bei Amazon 3 oder 4 Produkte bestellte.
    • Klaus07 02.06.2019 10:12
      Highlight Highlight Und mit ihrer Bestellung unterstützen Sie noch diesen Sklaventreiber.
      Ich werde mein ganzes Leben lang, nie ein einziges mal bei dieser Firma etwas bestellen.
    • häxxebäse 02.06.2019 11:27
      Highlight Highlight Dann kauf woanders ein...
  • DichterLenz 02.06.2019 09:23
    Highlight Highlight Komplett irreführende Schlagzeile. Seine Vorgesetzte hatte den auslaufenden Vertrag vergessen zu verlängern....
  • Triple A 02.06.2019 08:59
    Highlight Highlight Schrecklich! Von Robotern geführt zu werden ist unmenschlich. Wir müssen dafür sorgen das menschengerecht produziert und dies auf den Produkten vermerkt wird - wie bei „bio“.
    • rodolofo 02.06.2019 09:37
      Highlight Highlight "Frei von mechanistischem Denken"?
    • Avenarius 02.06.2019 10:07
      Highlight Highlight .... handmade by humans ... das ist eine gute Idee von Ihnen !
  • Linus Luchs 02.06.2019 08:49
    Highlight Highlight Amazon ist ein perverses System. Ganz oben der reichste Mann der Welt, ganz unten die Menschenverachtung. Gegen diese Art von "Fortschritt" müssen wir uns wehren. Als Konsumenten und als Wähler.
    • Avenarius 02.06.2019 10:10
      Highlight Highlight Wieviel würden Sie einem Päckchen-Verteiler pro Stunde in den USA zahlen, wo glaube ich, USD 9.-- das mindeste sind?
      Bezos ist ein cleverer Kerl und macht mehr Gutes als Schlechtes. Ausserdem zahlt er hunderte von Millionen von Steuern die die USA wieder in die Kriegswirtschaft pumpen können - anstatt Bildung.
      Bezos ist cool, die USA weniger.
    • demian 02.06.2019 10:47
      Highlight Highlight Den meisten Konsumenten ist das egal solange a) er selbst nicht betroffen ist und b) das Produkt billig zu haben ist.
    • walsi 02.06.2019 11:05
      Highlight Highlight Richtig, aber Amazon ist verdammt praktisch. Dort bekommst du alles was du willst in der Ausführung und Farbe wie du willst. Wenn du zum lokalen Händler gehst hat er oft das was du willst nicht oder in einer anderen Farbe, dann muss er es erst bestellen und du musst zweimal dort hin.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skeptischer Optimist 02.06.2019 08:25
    Highlight Highlight Das alles läuft unter dem Label "artificial intelligence".

    Wer bei Amazon kauft, fördert die Diktatur.
    • zeromaster80 02.06.2019 08:58
      Highlight Highlight Wer irgendwas aus China kauft auch aber da nehmen die Leser von Watson eine andere Haltung ein.
    • Scooby doo 02.06.2019 09:12
      Highlight Highlight Klar kaufe ich nichts bei amazon,aber was zeromaster80 geschrieben hat, stimmt auch voll und ganz. Ich kaufe nur in der Schweiz. Wieviel davon aus China stammt,kann ich nicht erahnen. Es ist sowieso besser die einheimischen Läden zu unterstützen,weil sonst irgendwo in der schweiz wieder ein Job verloren geht... Und das ohne einsatz eines algorithmus.....
    • Triple A 02.06.2019 09:15
      Highlight Highlight zeromaster80 hat natürlich Recht. Die chinesische Regierung setzt auf absolute (auch digitale) Kontrolle. Es ist eine Diktatur, die grossen Unternehmen stehen unter staatlichem Einfluss und das Einzelschicksal ist dem Staat egal. Also, wenn man denkt es komme nicht mehr schlimmer als bei amazon - es ist bereits (viel) schlimmer, in China!
      PS: Würde ich das soeben Geschriebene in China schreiben, würde ich sanktioniert!
    Weitere Antworten anzeigen
  • grandvlad 02.06.2019 08:22
    Highlight Highlight Wie war's wenn wir gleich alle gechipt oder Fußfesseln tragen würden, das bestätigt ehrlicher der Lauf der Zeit.... 🙄
    Grundlage des tschech. Wortes ist das Substantiv robota „Arbeit, Fronarbeit“, das auf das altkirchenslawische rab „Sklave“ zurückgeht.-wir sind auf dem besten Weg dazu😣
    • Maedhros Niemer 02.06.2019 11:05
      Highlight Highlight Wow, danke für die Worterklärung.
      Ich hoffe (wohl leider vergebens), dass die Roboter mechanisch bleiben. Tendenziell scheint das Wort aber bedeutungsmässig wieder Richtung menschlicher Tieflohnsklave zu wechseln.
  • salamandre 02.06.2019 08:14
    Highlight Highlight Das mag erst der Anfang sein, aber vermutlich findet sich auch hier niemand der die Bremse zieht.
    • rodolofo 02.06.2019 09:36
      Highlight Highlight Alle "müssen".
      Die Post experimentiert mit selbstfahrenden Paketbox und Paket-Drohnen.
      Da immer mehr online bestellt wird, werden also in naher Zukunft sehr viele selbstfahrende Paketboxen auf den Trottoirs und Fussgängerstreifen unterwegs sein, die Fussgänger nerven und in über deren Köpfen wird ein ohrenbetäubendes Dröhnen sein, wie in einem Bienenstock...
      Und sehr viele Pöstler, die bereits heute einen "Lätsch" machen, weil "das Persönliche" nur noch in der Post-Werbung existiert, wo alle dem Pöstler freudig zuwinken, wenn er in seiner Freizeit herumspaziert, werden dann arbeitslos sein...
  • Leider Geil 02.06.2019 07:55
    Highlight Highlight Die Geschichte hab ich vor einem gefühlten Jahr schon mal irgendwo gelesen.
    Wer für solche Firmen arbeiten will hat mein Mitleid.
    • Nickoseli 02.06.2019 10:24
      Highlight Highlight Die meisten Betroffenen haben wohl leider keine Wahl... Niemand will so arbeiten, manche müssen leider. Bei der nächsten Bestellung vielleicht einmal daran denken...
    • Leider Geil 02.06.2019 13:31
      Highlight Highlight https://www.bbc.com/news/technology-44561838 vom juni 2018 ihr blitzler
    • Leider Geil 02.06.2019 13:49
      Highlight Highlight Ich bestelle nicht bei zalando, amazon usw usf. Ich benutze keine selbstbediehnungskassen bei coop und migros usw usf. Ich gehe nicht zu starbucks und zu mc donalds usw usf. Aber ja, ich bin auch nicht perfekt.
      Ausserdem steht in der version der story von bbc vom 21.06.2018: "He decided to move to another job."
      Also hatte er sehr wohl eine Wahl.
  • wolge 02.06.2019 07:52
    Highlight Highlight Taylorismus in Reinkultur...

    Ich empfehle allen das herausragende Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux zu lesen. Unternehmen, Wirtschaft, Politik und Schulen müssen sich neu erfinden. Wir müssen aufhören uns in seelenlosen, technokratisierten Systemen sinnlosen Tätigkeiten zu widmen und uns rein auf Gewinn und Macht zu konzentrieren. Wir sollten einem Sinn nachstreben der es sich zum Ziel macht der Gesellschaft/Natur zu dienen. Wir sollten die Masken die wir tragen ablegen, wieder ganz Mensch sein dürfen und auf unser Innerstes, auf unsere Mitmenschen und die Natur hören lernen
  • rodolofo 02.06.2019 07:39
    Highlight Highlight Eine "Black Mirror - Horrorvision" wird Wirklichkeit...
    "China" ist bereits viel näher, als wir denken...
    Aber diese "Weiterentwicklung" der Patriarchalen Herrschaft mithilfe von gefühllosen, von männlichen Technokraten programmierten Maschinen ist so unausweichlich, wie die Gentechnik in der Agro-Industriellen Landwirtschaft, die mit ihren Monokulturen und Gift-Spritzungen (oh, Verzeihung, PflanzenSCHUTZ-Mittel hätte ich sagen müssen!) unsere Lebensgrundlagen so weit ausgeplündert, ausgelaugt und verwüstet haben, dass jetzt NEUE LEBEWESEN designt werden sollen, nebst den Neuen Menschen...
  • Nurmalso 02.06.2019 07:34
    Highlight Highlight Und sind erst alle Menschen gleich, kann man beliebig umsortieren
    Hier im Westen sind wir frei und müssen nichts, nur funktionieren
    Ich seh die Schafe unbeirrbar vor die Hunde gehen
    Die effizienten Menschen werden effizient zu Grunde gehen
    De Sade hat es kommen sehen, überschaut und schrieb es auf
    Seine Menschenpyramiden fressen jene, die sie bauen
    Es ist der Fiebertraum vom Geist im Maschinenraum
    Am Ende siegen die Systeme über die, die ihnen trauen.

    *Prezident: Menschenpyramiden
  • Ökonometriker 02.06.2019 07:30
    Highlight Highlight Dem Mitarbeiter wurde nicht gekündigt, er hatte einfach nur einen temporären Arbeitsvertrag.
    • Sandro Lightwood 02.06.2019 07:56
      Highlight Highlight Ja, hier wurde einfach ein Roboter eingesetzt, der die verschiedenen Klicks in den Systemen durchführt, welche es nach einer Kündigung braucht (Accounts löschen, Zutritte löschen usw.). Ein Dummy-Roboter, der einfach nach Schema X immer dieselben Aufträge ausführt, sobald ein System ihm meldet, dass ein Arbeitsvertrag ausgelaufen ist oder gekündigt wurde. Nennt man Automatisierung von Prozessen.

      Grund für das Theater war aber menschliches Versagen, da der Chef vergessen hat zu verlängern.
    • regen 02.06.2019 08:50
      Highlight Highlight Sein vorher entlassene vorgesetzte hat vergessen, den befristeten vertrag zu verlängern, meinte ich gelesen zu haben. Es gab also zumindest eine option, das arbeitsverhältnis zu verlängern. Jemand hat aber scheinbar vergessen, den comuter damit zu füttern. Die maschine führt aber nur das aus, was ihr gefüttert wird und die entscheide werden nicht mehr kontrolliert.
    • Peter Amgalgen 02.06.2019 09:35
      Highlight Highlight Dieser "Roboter" heisst Identity-Management-System und ist heute Standard in allen mittleren und grösseren Unternehmungen - auch in der Schweiz. Wenn es ein definiertes Austrittsdatum (befristeter Arbeitsvertrag) gibt und dieses nicht angepasst wird, so ist sein Zugang zum Computer und Zutritt zum Gebäude automatisch gesperrt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Starcraft 02.06.2019 06:50
    Highlight Highlight Liest sich, wie eine neue Episode aus "Black Mirror".
    Bin gerade froh, in einem mittleren Familienbetrieb angestellt zu sein, wo man als Mensch behandelt und als Mitarbeiter geschätzt wird.
  • Natürlich 02.06.2019 06:42
    Highlight Highlight Nachdem ich diesen Bericht gelesen habe muss ich ganz ehrlich sagen: mir macht die Zukunft Angst...
  • Hinkypunk #wirsindimmernochmehr 02.06.2019 06:38
    Highlight Highlight Kranker Kapitalismus
    • redeye70 02.06.2019 06:48
      Highlight Highlight Da kommt noch viel mehr auf uns zu. China macht es vor mit der Totalüberwachung jedes einzelnen Bürger. Die Technologie ist da und unter dem Deckmantel der Verbrechensbekämpfung wird das auch bei uns flächendeckend zum Einsatz kommen. Wie damals während des Kalten Krieg wird man der Versuchung nicht widerstehen können und weit über dem gesetzlichen Rahmen handeln.
    • Ökonometriker 02.06.2019 07:33
      Highlight Highlight @redeye: das chinesische System ist weitaus löcheriger als Straf- und Betreibungsregister in der Schweiz und die Schengen-Kommunikation. Ein verzweifelter Versuch Ordnung ins Chaos zu bringen. Wenn in Europa die Überwachung so löcherig wäre wie hier in China würde die Mafia wieder auf dem Tisch tanzen...
    • redeye70 02.06.2019 09:09
      Highlight Highlight @Ökonometriker
      Mag vlt. sein. Kann ich nicht beurteilen. Aber was China in Planung hat und bereits ausführt steht beispielslos da in der Geschichte der Menschheit. Nicht mal die DDR konnte so umfassend ihr Volk bespitzeln.
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