Digital
Blogs

Ein Westschweizer Autor sagt was er von der KI beim Schreiben hält

Utilisation de l’IA dans la littérature: où fixer la limite?
Nicolas Feuz ist Jurist und Autor. bild: Rosie&Wolfe / Imago / Unsplash, montage watson
Röstibrücke

Ein Buch mithilfe von KI schreiben? Ein Westschweizer Autor antwortet

Der Fall Thélyson Orélien zeigt, wie stark unsere Gesellschaft polarisiert und wirft eine grundlegende Frage auf: Welche Rolle soll künstliche Intelligenz in der Literatur spielen? Unser Kolumnist Nicolas Feuz analysiert die Debatte.
08.11.2026, 09:0608.11.2026, 09:06
nicolas feuz / franc-parler

Seit dem Bekanntwerden des Falls Thélyson Orélien sorgt das Thema für Schlagzeilen. Es ist heikel, spaltet und polarisiert. Und es zeigt einmal mehr, dass in unserer Welt zunehmend kein Platz mehr für Zwischentöne bleibt. Jede noch so kleine Kontroverse führt zu extremen Positionen, eine sachliche Debatte scheint kaum noch möglich zu sein.

Röstibrücke

Jeden Sonntag lädt watson Persönlichkeiten aus der Romandie ein, um aktuelle Ereignisse zu kommentieren oder ein Thema ins Licht zu rücken, das sonst zu wenig Beachtung findet.

Mit dabei: Nicolas Feuz (Schriftsteller), Anne Challandes (Schweizer Bauernverband), Roger Nordmann (Berater, ehem. SP-Nationalrat), Damien Cottier (FDP), Céline Weber (GLP), Karin Perraudin (Groupe Mutuel, ehem. CVP), Samuel Bendahan (SP), Ivan Slatkine (Verleger) und die QoQa-Otte.

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Alles ist entweder schwarz oder weiss, die Grautöne verschwinden hinter gegensätzlichen Positionen:

«Wenn du nicht für mich bist, bist du gegen mich. Wenn du nicht so denkst wie ich, höre ich dir nicht zu.»

Die sozialen Medien als Schlachtfeld

Diese zunehmende geistige Verarmung erreicht in den sozialen Medien ihren Höhepunkt. Sie sind zum neuen Schauplatz eines Populismus geworden, den die politischen Extreme mit Fake-Accounts und Trollen befeuern, um ein verzerrtes Bild der Realität zu vermitteln. Ein regelrechtes Schlachtfeld voller Fake News und Verschwörungstheorien aller Art.

Beispiele gibt es zuhauf. Ich beschränke mich auf die bevorstehenden französischen Präsidentschaftswahlen. In den sozialen Medien entsteht der Eindruck, es gebe nur noch zwei Möglichkeiten: Marine Le Pen und den Rassemblement National (RN) oder Jean-Luc Mélenchon und La France insoumise (LFI). Doch spiegeln die sozialen Medien tatsächlich die Wahlabsichten der Französinnen und Franzosen wider?

Hoffen wir, dass sich zwischen Pest und Cholera eine Mehrheit für einen Mittelweg entscheidet, der eher Heilung als Chaos verspricht. Vielleicht wird diese Mehrheit unterschätzt, gerade weil sie sich von den sozialen Medien fernhält oder sich ihre Fähigkeit zum kritischen Denken bewahrt hat.

Die ebenso verabscheuungswürdige wie zerstörerische Polarisierung erfasst nach und nach jeden Bereich unserer hochvernetzten Welt. Sie betrifft jedes Thema, das eigentlich eine vertiefte Auseinandersetzung, Verständnis, Analyse und die Fähigkeit zum Nachdenken erfordern würde, bevor man sich ein Urteil bildet. Doch in einer Welt, in der die sofortige Verfügbarkeit von Informationen oberste Priorität hat, bleibt für gründliche Recherchen und Reflexion kaum noch Zeit. Die Folge: Selbst grundlegende Prinzipien wie die Unschuldsvermutung werden auf dem Altar der Ignoranz und Dummheit geopfert.

Ein Autor wird den Löwen zum Frass vorgeworfen

Was auch immer man darüber sagt oder denkt: Thélyson Orélien hat die Folgen zu spüren bekommen – und bekommt sie noch immer zu spüren. Denn es musste offenbar schnell gehen, sein Buch in Misskredit zu bringen und eine mögliche Auszeichnung mit dem Prix Goncourt oder dem Prix Renaudot zu verhindern. Dabei wusste man damals nicht und weiss bis heute nicht, in welchem Umfang der Autor beim Schreiben auf künstliche Intelligenz zurückgegriffen hat.

Thélyson Orélien hat sich leider gleich mehrere Dinge zuschulden kommen lassen: Zunächst rückte er durch seine zahlreichen Nominierungen für renommierte Literaturpreise an die Spitze einer ganzen Reihe von Schriftstellern, die bereits KI einsetzen – wenn auch in unterschiedlichem Ausmass. Hinzu kam der Vorwurf des Plagiats, den der Autor selbst eingeräumt hat. Und schliesslich die Lüge über den Einsatz von KI, den sein Verlag in Quebec bestätigt hat. Dabei hätte Orélien von Anfang an offenlegen können und müssen, wie genau er die Technologie eingesetzt hatte.

L'écrivain canado-haïtien Thélyson Orélien.
Der kanadisch-haitianische Schriftsteller Thélyson Orélien.bild: afp

Eine solche Offenheit hätte die Krise möglicherweise noch rechtzeitig entschärfen können. Stattdessen hat ihn seine Lüge endgültig unglaubwürdig gemacht. Was immer er heute sagt, es ist zu spät. Man glaubt ihm nicht mehr. Wenn ein Schriftsteller KI einsetzt, ist das kein Verrat. Eine Lüge hingegen schon. Und sie kann vernichtend sein.

Trotz allem ist man beinahe versucht, Thélyson Orélien zu entschuldigen und echtes Mitgefühl für ihn zu empfinden. Denn das öffentliche Tribunal, dem er ausgesetzt war und noch immer ist, sprengt jede Vorstellungskraft. Eine regelrechte Hasswelle in einer Welt, die keine Zurückhaltung mehr kennt.

So sehr, dass ich in ihm heute unweigerlich einen Winkelried sehe, der an vorderster Front geopfert wurde, indem man ihn in die Speere des Feindes warf. Damit sollte eine Bresche in den hastig errichteten Schutzwall einer Literaturwelt geschlagen werden, die von der Wucht dieser neuen Technologie völlig überrollt wurde.

Thélyson Orélien hat für viele andere bezahlt, weil er das Pech hatte, im falschen Moment am falschen Ort im Rampenlicht zu stehen. Was seine Verteidigung gegen die ersten Vorwürfe betrifft, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er entweder keine Kommunikationsprofis an seiner Seite hatte, obwohl er sie dringend gebraucht hätte, oder dass diese ihn äusserst ungeschickt beraten haben.

Die heikle Frage nach politischen Motiven

Hinter den ursprünglichen Anschuldigungen stehen der Schriftsteller Samuel Fitoussi und ein Kollektiv, das den anonymen X-Account «Balance ton Claude» betreibt. Auch ihre Kommunikationsstrategie bietet reichlich Angriffsfläche. Samuel Fitoussi bestritt zunächst ebenfalls, an den Anschuldigungen beteiligt gewesen zu sein. Erst nachdem die Redaktion des «Figaro», für den er selbst als Kolumnist schreibt, entsprechende Informationen veröffentlicht hatte, räumte er seine Beteiligung öffentlich ein.

Samuel Fitoussi erklärt, er wolle vor dem Einsatz von KI in der Literatur warnen. Gleichzeitig ist er selbst Unternehmer und Investor im KI-Bereich. Will er seinen Feind also von innen heraus besser kennenlernen? Das muss jeder selbst beurteilen.

Schliesslich bestreitet Samuel Fitoussi jegliche politische Einflussnahme bei seinem Vorgehen. Gleichzeitig erklärt er offen, dass er im zweiten Wahlgang den RN wählen würde, wenn die einzige Alternative LFI wäre. Und nun greift er ausgerechnet ein erfolgreiches Buch scharf an, das sich für Migranten einsetzt.

Ein kausaler Zusammenhang ist zwar nicht nachgewiesen und wird vom Betroffenen bestritten. Dennoch darf man sich über entsprechende Verknüpfungen nicht wundern, selbst wenn diese möglicherweise bloss populistisch sind und vom gegnerischen politischen Lager instrumentalisiert werden.

Steckt eine verborgene Absicht dahinter oder handelt es sich um Ungeschicklichkeit? Auch das muss jeder selbst beurteilen. Wurde die Kommunikation aufseiten der Ankläger also ebenso schlecht gehandhabt wie aufseiten der Verteidigung? Schwer zu sagen. Eines ist sicher: Aufmerksamkeit verkauft sich, auch wenn sie negativ ist.

Wird auch der Ankläger zum Opfer negativer Schlagzeilen?

Thélyson Orélien hat eine mediale Aufmerksamkeit erhalten, die weit über jene rund um die jüngste Verleihung des Prix Goncourt 2026 hinausgeht. Dessen Preisträger hat übrigens gerade eingeräumt, in seinem Text teilweise KI eingesetzt zu haben, was die Situation doch ziemlich kurios macht.

Es würde mich kaum überraschen, wenn Thélyson Orélien am Ende mehr Exemplare seines Buches verkaufen würde als der Gewinner des Prix Goncourt. Sollte das unausgesprochene Ziel der Anschuldigungen darin bestanden haben, die Stimme der Migranten zum Schweigen zu bringen, wäre dieses Vorhaben jedenfalls gescheitert.

Hat Fitoussi die mediale Aufmerksamkeit womöglich auch genutzt, um seinen eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern? Schwer zu sagen. Das wäre jedenfalls eine ziemlich riskante Wette. Denn der Effekt von positiver und negativer Aufmerksamkeit könnte auch ihn treffen. Einerseits könnten Neugierige seine Bücher entdecken wollen, andererseits könnten sich andere dazu entschliessen, ihn zu boykottieren.

So etwa zwei Buchhandlungen, die mir sagten: «Ich weiss nicht, ob ich Oréliens Buch weiterhin unterstützen werde. Aber Fitoussis Bücher haben in meinen Regalen nichts mehr verloren. Ich habe sie zur Rückgabe aussortiert.»

Als ich sie darauf hinwies, dass wir Fitoussis tatsächliche Beweggründe nicht kennen und er in der Sache möglicherweise recht hat, bekam ich folgende Antwort: «Ich gewähre Fitoussi dieselbe Unschuldsvermutung, die er Orélien gewährt hat.» Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Denn in meinem Denken als Strafrechtler klang dieser Satz so treffend. Gleichzeitig kam mir ein anderes Bild in den Sinn: der mittelalterliche Mythos, wonach man manchmal den Überbringer schlechter Nachrichten tötete.

Die eigentliche Frage liegt woanders

Der Fall Thélyson Orélien hat zumindest eines bewirkt: Er hat die abgeschottete Verlagswelt dazu gebracht, endlich den Kopf aus dem Sand zu ziehen.

Der Einsatz von KI in der Literatur ist ein wichtiges Thema, bei dem wir eine Polarisierung unbedingt vermeiden sollten. Denn es gibt nicht bloss zwei Kategorien: Bücher, die zu 100 Prozent von Menschen geschrieben wurden, und Bücher, die zu 100 Prozent von KI stammen. Die überwiegende Mehrheit der heutigen und künftigen Bücher wird eine Mischform sein.Denn noch einmal: Wir wissen bis heute nicht, wie genau Thélyson Orélien KI eingesetzt hat.

Hat er sie lediglich für «Recherchen» genutzt, wie er behauptet? Angesichts der Entscheidung seines Verlags in Québec wohl kaum. Hat er die KI damit beauftragt, die Handlung ganz oder teilweise zu entwickeln? Hat er den ersten Entwurf des Textes ganz oder teilweise von KI schreiben lassen? Oder hat er lediglich seinen eigenen Entwurf mithilfe von Formulierungsvorschlägen der KI überarbeitet? Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir es nicht.

Marc Voltenauer und ich haben uns öffentlich klar zum Einsatz von KI als Arbeitsinstrument beim Schreiben positioniert. Mithilfe von KI zu arbeiten, ist nicht dasselbe, wie einen Text von KI schreiben zu lassen.

Der Kern unseres Berufs besteht darin, Geschichten zu erfinden und sie aufzuschreiben. Das ist es, was wir lieben, was uns Freude bereitet. Und diese Aufgaben werden wir niemals an eine Maschine delegieren.Als Arbeitsinstrument ist KI hingegen eine sehr gute Lektorin und Analystin. Sie ist ein äusserst leistungsfähiges Werkzeug, das die redaktionelle Arbeit erleichtert. Besonders bei einem Kriminalroman, in dem alles genau stimmen muss: Daten, Orte, Abläufe und so weiter.Sie erkennt Unstimmigkeiten, Lücken, Widersprüche, Wiederholungen und unnötige Abschweifungen. Bei einem Manuskript von 600 Seiten ist das besonders wertvoll.

KI spart enorm viel Zeit bei grundlegenden Fragen der Rechtschreibung, Grammatik, Syntax und Typografie. Auch beim Aufspüren bestimmter inhaltlicher Fehler erweist sie sich als beeindruckend effizient. Das bedeutet aber keineswegs, dass man die vorgeschlagenen Korrekturen nicht kritisch hinterfragen müsste. Denn nicht alle sind gerechtfertigt. Ausserdem erkennt die KI längst nicht jeden Fehler. Auch bei Vorschlägen zur Umformulierung von Sätzen sind eine gewisse Distanz und Vorsicht angebracht. Denn genau hier verläuft die Grenze zwischen einer KI, die korrigiert, und einer KI, die selbst Texte generiert.

KI ersetzt weder die Arbeit des Autors noch jene des Verlags oder des Korrektorats. Sie ist eine wirksame Unterstützung, macht aber den menschlichen Blick, die hohen Ansprüche und das Fachwissen von Profis nicht überflüssig.Und ich werde meinen eigenen literarischen Stil, selbst wenn er nicht perfekt ist, tausendmal lieber beibehalten, als auf glatte, stereotype Formulierungen zurückzugreifen, die nicht von mir stammen.

Vor allem aber werden die Grundideen meiner Geschichten, die Entwicklung der Handlung und das Schreiben des ersten Entwurfs immer meine Aufgaben bleiben. Ich werde sie niemals an eine Maschine delegieren.

Warum ein Gütesiegel für Bücher ohne KI keinen Sinn ergibt

Ein mögliches Gütesiegel für Bücher, die zu 100 Prozent von Menschen geschrieben wurden, lehnen wir ab. Es könnte nur für Verwirrung sorgen. Was würde «100 Prozent menschlich» überhaupt bedeuten? Dass der Autor überhaupt keine KI verwendet hat, nicht einmal für seine Recherchen? Dass er während des Schreibens allein in einem Zimmer ohne Internetzugang eingesperrt war?

Denn heute ist jede Internetsuchmaschine wie Google mit KI ausgestattet. Das Gütesiegel könnte folglich nur an Autoren vergeben werden, die ausschliesslich in Büchern recherchieren.Und wer würde dieses Gütesiegel vergeben? Der Verlag selbst? Mit welchen Garantien? Eine «unabhängige» Organisation? Wie liesse sich das überprüfen?

Ein solches Gütesiegel könnte auch eine gewisse Heuchelei offenbaren. Denn zahlreiche Autoren nutzen seit Langem Programme wie Antidote. Dabei handelt es sich um eine weitverbreitete Schreibsoftware, die Texte korrigiert, intelligente Umformulierungen vorschlägt und bereits KI einsetzt.

Müsste man also gleich mehrere Gütesiegel schaffen? «100 Prozent menschlich», «100 Prozent menschlich, aber mit Antidote» oder «Menschlich, aber mit begrenztem KI-Einsatz für Recherchen, Analysen und die redaktionelle Bearbeitung»?

Und müsste man auf Büchern von Alexandre Dumas wie «Die drei Musketiere» oder «Der Graf von Monte Christo» vermerken: «Originalidee des Autors, vollständig von einem Ghostwriter geschrieben und bei der abschliessenden Durchsicht vom Autor nach seinem Geschmack überarbeitet»? Denn wie Alexandre Dumont, Digitalexperte des belgischen Rundfunks RTBF, bereits im März 2026 und damit lange vor Bekanntwerden des Falls Thélyson Orélien einen Artikel betitelte: Was, wenn KI der Ghostwriter des 21. Jahrhunderts wäre?

«Sie schreibt, der andere unterschreibt. Diskret, kompetent, unsichtbar. (…) Ghostwriting ist kein Betrug. Es ist ein Beruf, eine Zusammenarbeit, eine Kunst, sich selbst zurückzunehmen.» Denn zu Zeiten des Ghostwritings, das auf eine lange und anerkannte Tradition zurückblickt, lag «der Wert nicht im Tippen. Er lag in der Geschichte, die erzählt werden sollte, in der Haltung, die vertreten werden sollte, und in den Erfahrungen, die geteilt werden sollten.»

Der Unterschied zwischen Werkzeug und Autor

Dennoch gibt es zwischen KI und einem menschlichen Ghostwriter einen grundlegenden Unterschied. Und ich zitiere erneut Alexandre Dumont, weil sein Text so treffend ist:

«Ein menschlicher Ghostwriter passt sich nach einer langen Einarbeitungsphase an deine Stimme an. Er interviewt dich, liest deine früheren Texte und versucht, hinter deinem Stil zu verschwinden. Das erfordert enormes Können. KI macht das standardmässig nicht. Wenn du sie einfach bittest, einen Artikel zu schreiben, wird sie etwas Brauchbares produzieren, das oft generisch ist und vor allem nichts damit zu tun hat, wer du wirklich bist.»
«Deshalb beruht meine Methode auf einem einfachen Prinzip: Ich liefere den ersten Entwurf. (…) Die KI kommt nicht zum Einsatz, um an meiner Stelle etwas zu erfinden. Sie hilft mir dabei, den Text zu verfeinern, zu strukturieren, Lücken zu schliessen und die Stimmigkeit zu überprüfen. (…) Die Stimme bleibt meine. Die KI ist die unsichtbare Mitarbeiterin, nicht die Autorin. Kurz gesagt: Ich bleibe der Architekt des Endergebnisses. (…) Der Ghostwriter des 21. Jahrhunderts ersetzt den Autor nicht. Er gibt ihm Zeit zum Nachdenken zurück. Und das ist vielleicht die beste Definition eines guten Mitarbeiters, ob Mensch oder Maschine.»

Zusammenfassend gilt: Mithilfe von KI zu arbeiten, ist nicht dasselbe, wie einen Text von KI schreiben zu lassen. Ein Buch, bei dem KI als Werkzeug für Recherchen, Analysen und die redaktionelle Bearbeitung eingesetzt wurde, stellt für mich überhaupt kein Problem dar. Die Geschichte muss aber unbedingt jene des Autors oder der Autorin bleiben. Und das eigentliche Schreiben darf nicht an eine Maschine delegiert werden.

Und was die jüngste Initiative betrifft, einen Literaturpreis für Bücher zu schaffen, die zu 100 Prozent von KI geschrieben wurden: Was für eine geniale Idee, ganz auf der Höhe des geistigen Niveaus unserer Zeit! Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass bald auch ein Guide Michelin für Junkfood geschaffen wird, der McDonald's, KFC und Burger King mit Sternen auszeichnet!

Nicolas Feuz ist ...
... von Haus aus Jurist. Von 1999 bis 2010 war er Untersuchungsrichter, anschliessend wurde er Staatsanwalt des Kantons Neuenburg – ein Amt, das er seit 2011 bis heute innehat, mit Spezialisierung auf die Bekämpfung des Drogenhandels. Seit 2010 schreibt er parallel dazu Kriminalromane für Erwachsene als auch für Jugendliche.
infobox image
bild: Rosie&Wolfe
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Warum der KI-Boom böse enden könnte
1 / 9
Warum der KI-Boom böse enden könnte

Er gehört zu den Hauptverantwortlichen für den aktuellen KI-Boom: OpenAI-Chef Sam Altman. Doch die immensen KI-Investitionen der Techkonzerne bergen gewaltige Risiken. Es häufen sich Anzeichen, dass Erwartungen und Realität auseinanderdriften.

quelle: keystone / mark schiefelbein
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Wie bei Terminator» – so könnte KI uns laut eines Ex-Anthropic-Entwicklers alle auslöschen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
alle jahre wieder
Die dümmsten Passwörter der Welt – reloaded
Wenn Sie in der nachfolgenden Rangliste Ihr Lieblingspasswort finden, müssen Sie handeln. 
Fingerabdruck- Scanner hin oder her: Einfach zu erratende Passwörter sind ein Sicherheitsproblem und werden auch 2014 so manchem IT-Verantwortlichen die Schweissperlen auf die Stirn treiben. Zum Jahresbeginn hat das US-Unternehmen SplashData die schlimmsten Passwörter erhoben, wie der Tech-Blog Recode berichtet.
Zur Story