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Der über das Tor-Netzwerk erreichbare Schwarzmarkt Silk Road ist attackiert worden.
Der über das Tor-Netzwerk erreichbare Schwarzmarkt Silk Road ist attackiert worden.
Screenshot: watson
Hacker stehlen Bitcoins

Schwerer Schlag gegen Silk Road 2.0 – Populäre Drogen-Verkaufsplattform wurde angeblich geplündert

Einer der wichtigsten Umschlagplätze für Drogen im Internet steht vor dem Aus. Unbekannte haben die deponierten Bitcoin-Guthaben gestohlen.
13.02.2014, 23:0312.11.2014, 11:41

«I am sweating as I write this.» Mit diesen Worten beginnt der Administrator des Silk-Road-Forums seine Ankündigung. Was folgt, sind Informationen, die den Online-Drogenhandel auf einer der populärsten Plattformen im Darknet massgeblich erschüttern werden.

Hackern sei es gelungen, die Plattform zu plündern. Konkret sollen Unbekannte dank einer Sicherheitslücke in der Bitcoin-Software wiederholt Beträge der virtuellen Währung abgebucht haben, die auf einem Treuhandkonto der Betreiber deponiert waren. Das Konto soll laut Mitteilung des Administrators «komplett leer» sein. 

Dazu muss man wissen, dass die Drogen-Verkaufsplattform nach dem sogenannten Escrow-Prinzip funktioniert hat. Die Kunden bezahlten Beträge in der virtuellen Währung Bitcoin im Voraus ein – und gaben die Zahlungen an die Dealer in der Regel dann frei, wenn die Ware per Post eintraf.

Im Darknet werden alle illegalen Substanzen gehandelt, unter anderem auch Kokain.
Im Darknet werden alle illegalen Substanzen gehandelt, unter anderem auch Kokain.
Bild: Keystone

Mithilfe der Anonymisierungs-Software TorBrowser werden zahlreiche Schwarzmärkte im Internet betrieben. Silk Road 2.0 war der Nachfolger der im vergangenen Oktober vom FBI stillgelegten Plattform.

Nutzer der Plattform zeigten sich im Forum in ersten Reaktionen entsetzt. Dies sei ein «vernichtender Schlag». Das Vertrauen in das Escrow-System sei dahin, meinten Betroffene, die gemäss eigenen Angaben tausende von Dollars an die Hacker verloren haben. Wer wie viel Geld «verloren» hat, kann nicht überprüft werden. Ein Experte bezifferte den Schaden gegenüber dem Blog des US-Magazin Forbes mit 2,6 Millionen Dollar. Gleichzeitig wurden im Silk-Road-Forum Stimmen laut, die den Schilderungen des Administrators misstrauten.

Transaktionen blockiert

Es war dies nicht der erste angebliche Hackerangriff auf die Plattform. Fachleute hatten in den letzten Wochen wiederholt vor Sicherheitslücken in der Bitcoin-Software gewarnt. Mehrere frei zugängliche Websites, über die Bitcoins gehandelt werden, mussten Transaktionen blockieren.

Der Silk-Road-Administrator versuchte derweil am Donnerstagabend, die Gemüter zu beruhigen. Niemand sei in Gefahr, es seien keine sensiblen Informationen nach draussen gelangt und die Unbekannten hätten sich keinen Zugriff auf den Server verschaffen können. Zwar sei viel Geld weg, doch bedeute dies nicht das Ende des Online-Schwarzmarktes. Gleichzeitig wurde zur Jagd auf die Hacker aufgerufen.

«Utopia» von Polizei geschlossen

Gerade erst hat ein anderer Online-Schwarzmarkt für Schlagzeilen gesorgt. Laut Medienberichten wurde eine Plattform namens Utopia von der Polizei geschlossen. Sie wäre von den Betreibern eigentlich als Alternative zu Silk Road gedacht gewesen. Es kam am Donnerstag zu Verhaftungen in Deutschland sowie in den Niederlanden.

In New York muss sich zurzeit der frühere mutmassliche Betreiber von Silk Road vor Gericht verantworten. Unter dem Pseudonym «Dread Pirate Roberts» (benannt nach der Figur eines Fantasyfilms) habe ein 29-Jähriger mit der Website Silk Road den «ausgeklügeltsten und umfangreichsten kriminellen Marktplatz im Internet» geschaffen, zeigte sich Staatsanwalt Preet Bharara überzeugt. Unter mehr als 13'000 Schlagwörtern wie «Cannabis» oder «Psychodelisches» sei die ganze Bandbreite von illegalen Rauschmitteln gehandelt worden. Ebenfalls im Angebot: Zwielichtige Dienstleistungen wie das Fälschen von Ausweisen und das Hacken von Computern. Von der Gründung der Website im Januar 2011 bis zu Ulbrichts Verhaftung am 1. Oktober 2013 seien hunderte Millionen Dollar durch die dunklen Kanäle geflossen.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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