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epa04445109 A photograph made available 13 October 2014 shows Liberian health workers in a burial squad carrying the body of an Ebola victim in Monrovia, Liberia 27 September 2014. Health workers union in Liberia proposed a strike 13 October 2014 demanding danger pay but most workers kept on working in Liberia where statistics from the World Health Organization show the number of deaths attributed to the Ebola outbreak has risen above 4,000 in the worst-affected West African countries of Guinea, Liberia and Sierra Leone.  EPA/AHMED JALLANZO

Beunruhigende Bilder aus Westafrika. Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Internet-Adressen zu verkaufen

Das Geschäft mit der Angst: ebola.com gibt's ab 150'000 Dollar – ein Schnäppchen?

Ob atomare Verstrahlung oder tödliche Seuche: Wieder einmal versuchen Domain-Händler, mit Web-Adressen viel Geld zu verdienen.



In den USA herrscht höchste Ebola-Alarmstufe, wie der SPIEGEL berichtet. «Vor allem konservative Medien und Politiker verbreiten Desinformation über die Seuche ...» 

Und was tun die aufgescheuchten Bürgerinnen und Bürger? Sie gehen ins Internet und googeln nach weiterführenden Informationen. Nicht wenige dürften dabei auf Ebola.com landen. Zumindest in Amerika, dem Land der unbegrenzten Dot-Com-Möglichkeiten.

Ebola.com gehört einer kleinen Firma, die mit Internet-Adressen handelt und nun ein gutes Geschäft wittert. Die Domain soll an ein grosses, respektive vor allem zahlungskräftiges, Pharma-Unternehmen abgegeben werden. Für 150'000 Dollar oder mehr.

Das wäre kein ungewöhnlicher Deal, wie der US-Sender CNBC online berichtete. Dem Konzern Johnson & Johnson gehörten beispielsweise die Domains Cancer.com (Krebs) und Obesity.com (Fettsucht). Derweil haben sich die Konkurrenten Pfizer und GlaxoSmithKline die Domains Arthritis.com und Diabetes.com gesichert.

«Outbreak» gesehen

Ebola.com gehört der im US-Bundesstaat Nevada beheimateten Domain-Händlerin Blue String Ventures. Wie der Geschäftsführer Jon Schultz in einer Stellungnahme gegenüber CNBC erklärte, stiess er dank Hollywood darauf. Er habe den Film «Outbreak» gesehen.

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Trailer zum Seuchen-Film «Outbreak» von 1995: Die «grösste medizinische Krise aller Zeiten», ausgelöst durch ein Äffchen. video: youtube

Schultz und sein Geschäftspartner besitzen auch andere Internet-Adressen, die sich um Gesundheit und Medizin drehen. So etwa BirdFlu.com (Vogelgrippe) und PotassiumIodide.com. Diese Adresse richtet sich an Leute, die sich vor radioaktiver Verstrahlung fürchten und im Internet nach einem Gegenmittel (Jod-Tabletten) suchen.

Die Domain-Broker erklären, dass 150'000 Dollar der momentane Preis für Ebola.com sei. Sprich: Wenn sich die Situation verschlimmert und die Seuche weiter um sich greift, steigt der Wert der Internet-Adresse.

150'000 Dollar seien kein riesiger Betrag für eine Premium-Domain, heisst es. Andere Adressen seien für siebenstellige Beträge verkauft worden. In diesem Jahr gingen etwa Whisky.com für 3,1 Millionen Dollar an eine bayerische Firma, und MI.com für 3,6 Millionen an den chinesischen Smartphone- und Tablet-Hersteller Xiaomi.

Profitgier vs. öffentliches Image

Wer Ebola.com kauft und für eigene Werbezwecke verwendet, muss mit dem öffentlichen Vorwurf rechnen, von einer tödlichen Seuche profitieren zu wollen. Bereits sind mehrere tausend Menschen gestorben.

Laut einem Marketing- und Markenexperten ist ausserdem fraglich, ob grosse Unternehmen überhaupt daran interessiert sind. Ebola passe nicht in die Strategie der Pharma-Multis, mit der Behandlung und Heilung von weit verbreiteten Krankheiten wie Krebs oder Diabetes Geld zu verdienen. 

Laut CNBC-Bericht lehnten denn auch verschiedene Pharma- und Biotech-Unternehmen den Kauf von Ebola.com ab.

So bleibt die Website vorläufig in der Hand der Domain-Händler. Wer die Seite aufruft, findet Links zur Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und zu drei wissenschaftlichen Beiträgen. Aber auch fragwürdige Werbung ist dort zu finden: So wird ein umstrittenes Buch angepriesen, das einfachen Schutz vor viralen Erkrankungen verspricht.

So betrachtet würde es nicht schaden, wenn die Domain aufgekauft und von unseriösen Inhalten befreit würde. Abgesehen davon stehen aber auch die folgenden Domains zum Verkauf:

ebola.org

ebola.net

ebola.eu

ebola.info

Die Preise hängen vom weiteren Verlauf der Seuche ab...

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • metall 14.10.2014 16:54
    Highlight Highlight http://www.google.org/flutrends/
  • sleepalot 14.10.2014 16:52
    Highlight Highlight Domainhandel ist ein ganz normaler alltäglicher Prozess. Es werden jeden Monat für ca. 4 Millionen USD Domains gehandelt. Die Adressen kann man wie ein Grundstück betrachten. Wer zuerst kommt, malt zuerst.
    Die Domain wird verkauft, nicht die Webseite (wie geschrieben). Der Preis ist absolut angemessen. Moralisch verwerflich? Nein, es hätte jeder die Domain registrieren können.
    Grüsse

    Ein Domainhändler :-)
    • @schurt3r 14.10.2014 17:33
      Highlight Highlight Bitte genau lesen! Im Text heisst es korrekt, dass die Domain verkauft werden soll. PS. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Domain-Händler, ein Business wie viele andere ;-)

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