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Facebook startet Plattform für Online-Shops

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Facebook startet Plattform für Online-Shops

19.05.2020, 22:0419.05.2020, 22:04

Facebook will es Händlern leichter machen, Online-Shops bei dem Netzwerk anzulegen. Mit seinen 2.6 Milliarden Mitgliedern könnte das Netzwerk die Gewichte im Online-Handel ordentlich verschieben. Und bekommt zugleich Zugang zu neuen Daten über das Kaufverhalten.

Facebook will zur Plattform für den Online-Handel werden - und könnte mit seiner gewaltigen Reichweite die Branche aufmischen. Über eine neue Funktion sollen Händler unkompliziert Online-Shops erstellen können, die über Facebook und Instagram erreichbar sind. Dazu kommt «Live Shopping» - die Möglichkeit, Waren in einem Video-Livestream zu verkaufen.

Das Projekt solle vor allem kleineren Unternehmen helfen, in der Corona-Krise zu überleben, sagte Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg der Nachrichtenagentur dpa. «Es ist etwas, woran ich schon länger interessiert war, aber als Covid-19 kam, wurde es wirklich kritisch und dringend.»

Viele kleinere Unternehmen - deren Werbeanzeigen wichtig für das Geschäft von Facebook sind - stünden vor dem Aus und suchten den Ausweg erstmals im Online-Geschäft. Deswegen sei die Entwicklung von Facebook Shops «drastisch beschleunigt» worden. Unter den ersten Ländern, in denen bereits seit Dienstagabend Facebook-Shops eingerichtet werden konnten, ist etwa Deutschland.

Daten über die Kunden

Facebook wird die Shopping-Plattform Daten über das Verhalten der Kunden bringen - ähnlich wie bei anderen Angeboten des Online-Netzwerks, wie Zuckerberg betonte. «Wir werden sehen, mit welchen Shops sie interagieren, an welchen Produkten sie interessiert sind, was sie kaufen und so weiter.» Derzeit sei aber keine Funktion vorgesehen, um diese Informationen mit Freunden zu teilen, und niemand sonst ausser dem Nutzer, dem Shop und Facebook bekomme Zugriff darauf.

Die Einrichtung der Facebook-Shops werde für Händler kostenlos sein, sagte Zuckerberg. Gebühren würden lediglich etwa für Bezahlfunktionen fällig - «aber dabei geht es grösstenteils darum, unsere Kosten zu decken». Facebook gehe davon aus, dass Werbeanzeigen der Händler die Einnahmen des Online-Netzwerks erhöhen werden.

Facebook-Gr�nder Mark Zuckerberg will aus Facebook eine Plattform f�r den Online-Handel machen. (Archivbild)
Mark Zuckerberg sagt, er habe die Idee mit dem Onlineshop schon länger.Bild: AP

«Unser Werbesystem funktioniert mit Auktionen, bei denen ein Unternehmen so viel bietet, wie ihm eine Anzeige wert ist. Wenn wir eine Anzeige wertvoller machen können, weil jemand, der sie anklickt, mit grösserer Wahrscheinlichkeit etwas kauft, werden wir mehr Geld mit Werbung verdienen», beschrieb er Facebooks Gedankengang.

Punkten will Facebook auch mit der Verknüpfung seiner verschiedenen Dienste. So wird man einen Online-Shop per WhatsApp, den Facebook Messenger oder die Chatfunktion von Instagram anschreiben können. Wenn im Facebook-System eine Kreditkarte hinterlegt ist, kann man direkt damit bezahlen.

Schminken mit Augmented Reality

Das ausprobieren - zum Beispiel von Kosmetik - soll mit Hilfe der sogenannten «erweiterten Realität» (Augmented Reality) erleichtert werden, bei der virtuelle Inhalte auf dem Display mit realen Bildern gemischt werden. So kann man etwa Make-Up-Farben auf dem Gesicht oder Möbelstücke im Zimmer einblenden. Zudem arbeitet das Online-Netzwerk auch an einer Integration von Bonuspunkte-Programmen.

Facebook mit seinen 2.6 Milliarden Nutzern und einem gut eingespielten Online-Werbesystem könnte zu einem mächtigen Konkurrenten selbst für grosse Handelsplattformen wie Amazon und Ebay werden. Die Shopping-Plattform dürfte zugleich die Aufmerksamkeit von Regulierern auf sich ziehen - wie alles, was ein Unternehmen von Facebooks Grösse mache, sagte Zuckerberg.

«Aber ich denke nicht, dass unsere Reaktion darauf sein kann, nichts Neues zu machen.» Viele Menschen und Unternehmen wollten Facebooks Produkte nutzen und verliessen sich auf sie. «Wir sind in der Verantwortung, innovativ zu sein, und ich denke, wir sind eine der Institutionen weltweit, die wirklich helfen können.» (sda/dpa)

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