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Wer Bücher nicht in Papierform kauft, muss mit deren Verlust rechnen ...
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bild: shutterstock

Microsoft im Shitstorm: «eBooks funktionieren nicht mehr»

Der Windows-Konzern hat den Verkauf von eBooks eingestellt. Die digitalen Kopien sind ab heute nicht mehr lesbar.
01.07.2019, 09:47
«Ich kann diesen Satz nicht fassen: ‹Die Bücher funktionieren nicht mehr›. Ich sage es immer wieder und es wird mit jedem Mal schlimmer»
Rob Donoghue, Game-Designer
quelle: twitter

Hast du gewusst, dass Microsoft neben Software auch Bücher im Angebot geführt hat, sogenannte eBooks?

Ab heute Montag, 1. Juli, lassen sich bei Microsoft bezogenen eBooks allerdings nicht mehr lesen. Auch die kostenlosen Downloads nicht. Und alle vom User gemachten Kommentare und Markierungen sind unwiderruflich verloren.

DRM

Das Problem ist der Kopierschutz. Also der digitale Sicherheitsmechanismus, mit dem das Unternehmen verhindern will, dass eBook-Dateien weitergegeben werden.

In der Fachsprache wird das DRM genannt. Das Kürzel steht für Digital Rights Management und bedeutet, dass Dateien nur geöffnet und genutzt werden können, wenn eine entsprechend Lizenz vorliegt. Das wird über einen DRM-Server kontrolliert, der automatisch kontaktiert wird, wenn man eine bestimmte Datei öffnen und den Inhalt lesen will.

Diesen DRM-Server deaktiviert Microsoft. Und so kann, bzw. muss, man tatsächlich sagen, dass die bei Microsoft gekauften Bücher nun nicht mehr funktionieren.

«Konsumentenfeindlich»

Die Reaktionen bei Twitter ...

Bei Reddit schreibt ein User:

«Noch eine weitere ernüchternde Erinnerung daran, dass mit DRM gekaufte/gehortete Daten nur gemietete Daten sind. Du kannst und wirst den Zugriff darauf jederzeit verlieren.»
quelle: reddit.com

Ein anderer Reddit-User ärgert sich:

«Das Schlimmste ist, dass die Leute, die das Buch/Musik/Film/Spiel/Software/was auch immer über Piraterie bezogen haben, den Zugang nicht verlieren, ja nicht einmal bemerken werden, dass dies geschieht. Nur die zahlenden Kunden verlieren.»

Viele tun es

Bleibt anzumerken, dass betroffene Kunden vorgewarnt wurden, und keinen finanziellen Verlust hinnehmen müssen. Microsoft erstattet ihnen den volle Kaufpreis. Und falls sie vor der offiziellen Ankündigung Notizen oder Markierungen in eBooks vorgenommen hatten, sollen sie zusätzlich 25 US-Dollar Guthaben für den Microsoft-Store erhalten.

Der Windows-Hersteller hatte schon im April informiert, dass er seinen eBook-Store schliessen wird. Der Verkauf warf offenbar zu wenig Geld ab.

Praktisch alle grossen Unternehmen setzen auf DRM, um das Kopieren von urheberrechtlich geschützten Inhalten zu verhindern, oder zumindest einzudämmen.

Marktführer Amazon versehe seine Kindle-eBooks mit einem vergleichbaren Kopierschutz, der sich aber mit Software wie Calibre relativ einfach entfernen lasse, schreibt futurezone.at.

Was hilft?

DRM-geschützte eBooks lassen sich mit der Open-Source-Software Calibre bearbeiten und «aufbohren». Das Programm gibts für Windows, Mac-Computer und Linux.

Das Problem: In Deutschland und vielen anderen Ländern ist das Entfernen des Kopierschutzes unter Strafe gestellt. In der Schweiz können Privatpersonen nicht belangt werden, wenn sie den Kopierschutz beseitigen, um für den eigenen Gebrauch eine Kopie anzufertigen.

eBooks, die im ePub-Format vorliegen, können optional mit einem DRM-Schutz versehen sein. Mehr Informationen zum offenen Standard gibts bei wikipedia.de.

Verwendete Quellen:

(dsc, via boingboing.com)

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