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Netflix-Film «Cuties» in der Kritik: Was du dazu wissen musst

21.08.2020, 11:2122.08.2020, 14:54

Netflix schockiert seine Zuschauer mit dem neuen französischen Film «Cuties». Dieser läuft seit dem 1. April in den französischen Kinos, auf Netflix soll er ab 9. September als Stream verfügbar werden. Doch dagegen wehren sich nun viele. Was es mit dem neuen Netflix-Film auf sich hat, erfährst du hier.

Worum geht es in «Cuties»?

Der französische Film (Original-Titel: «Mignonnes») handelt von der elfjährigen Amy. Sie stammt aus einer senegalesischen Immigranten-Familie und wohnt in einem ärmlichen Viertel von Paris. Bald schon ist Amy vom rebellischen Nachbarsmädchen Angelica fasziniert und will ihrer Tanzgruppe «Cuties» beitreten. Es folgt ein Kampf zwischen familiärer Tradition und modernem Tanz.

Warum wird «Cuties» so stark kritisiert?

Die Tanzgruppe «Cuties» widmet sich vorwiegend dem Tanzstil des Twerking. Für viele ist dieser Tanzstil viel zu lasziv für 11-Jährige. Obwohl der Film erst in einigen Kinos in Frankreich und am Sundance Film Festival im Januar gezeigt wurde, gaben bereits der Trailer und eine Plakatkampagne von Netflix genug Stoff für eine Kontroverse.

Der Trailer zu «Cuties»:

Was sagen die Kritiker?

Die Kritiker stört besonders die Sexualisierung von 11-jährigen Mädchen. Diese seien im Trailer und auf dem Plakat viel zu leicht bekleidet und würden sich in für ihr Alter unangemessenen Posen zeigen. So ruft unter anderem auch Ex-Pornosternchen Jenna Jameson auf Twitter zum Boykott des Netflix-Films auf.

Weitere Kritiker empfinden zudem die Geschichte als zu stereotypisch. Viele stören sich daran, dass sich Amy als muslimisches Mädchen nur dank einer weissen Kollegin und erotischem Tanz von den Zwängen eines traditionellen Islams loszusagen weiss.

Was sagt die Macherin von «Cuties»?

Maïmouna Doucouré gewann für «Cuties» am Sundance Film Festival den World Cinema Dramatic Directing Award.
Maïmouna Doucouré gewann für «Cuties» am Sundance Film Festival den World Cinema Dramatic Directing Award. Bild: EPA

Die französische Filmemacherin und Kopf hinter dem Film – Maïmouna Doucouré – sagt in einem Interview mit cineuropa: «Es ist ein kompromissloses Porträt einer 11-Jährigen, die in eine Welt geworfen wurde, in der ihr von allen Seiten unterschiedliche Zwänge aufgebürdet werden.» Doucouré ging es dabei nicht darum, über die Mädchen zu urteilen, sondern sie zu zeigen, ihnen zuzuhören und sie zu verstehen.

In ihrer Recherche zum Film stiess Doucouré auf Instagram auf viele solche Mädchen. Das Problem sei dabei: «Heute gilt, je sexier, desto mehr wird eine Frau objektiviert und desto mehr Erfolg hat sie auf Social Media», so die Französin im Interview. Mit ihrem Film wolle sie genau eine Debatte darüber anstossen. Damit scheint sie Erfolg zu haben.

Wie geht es nun weiter mit dem Netflix-Film?

Netflix hat sich auf Twitter mittlerweile für das Poster entschuldigt. Der Release des Filmes ist aber trotz schlechter Bewertungen weiterhin für den 9. September geplant. Dann wird «Cuties» weltweit (ausser in Frankreich) als Stream verfügbar sein.

(leo)

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