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Zahlreiche Monster gibt es in «The Witcher 3» zu bekämpfen ... Bild: cd projekt red

Review

«The Witcher 3»-Review: Ein Tag im Leben eines Monsterjägers

Nach mehreren Verschiebungen ist das polnische Rollenspiel «The Witcher 3» endlich erschienen. Ob es hält was es verspricht, erfahrt ihr anhand eines Arbeitstags im Leben als Hexer.



«The Witcher 3» ist riesig. Unfassbar riesig. Das mittelalterliche Fantasy-Rollenspiel sei grösser als «Skyrim» und «GTA V» zusammen, behaupten die Entwickler CD Projekt Red. Mit Grösse allein gewinnt das polnische Game aber noch keinen Blumentopf. Entscheidend ist die Geschichte, das Kampfsystem, die Abwechslung. Wer die Karte öffnet, blickt auf eine Landschaft gespickt mit kleinen Ortschaften, Schlössern und mysteriösen Sümpfen, die es zu erkunden gilt. Auf was der Hexer Geralt von Riva dabei allerhand trifft, erzähl ich euch jetzt:

Ein Tag voller Abenteuer

Nachdem ich mich aus dem Startgebiet Weissgarten verabschiedet habe, zieht es mich ins vom Krieg gezeichnete Velen. Mit der kitschig roten Morgensonne im Rücken reite ich auf meinem treuen Gaul Plötze Richtung Burg des Blutigen Barons. Dort erhoffe ich mir Hinweise auf den Verbleib meiner Zieh-Tochter Ciri (mehr dazu in der Infobox).

the witcher 3

In jedem Ort warten neue Aufgaben auf den Hexer. bild: cdprojektred

Hä? «The Witcher»? Um was geht's überhaupt?

«The Witcher 3: Wild Hunt» ist der dritte Teil von Entwickler CD Projekt Red und basiert auf den Büchern des Autors Andrzej Sapkowski. Beide stammen aus Polen. Geralt, der Witcher oder zu Deutsch, der Hexer, ist ein Monsterjäger, ein Mutant, der eine mittelalterliche Fantasywelt von Ghulen und sonstigen Fabelwesen befreit. Im Spiel ist man auf der Suche nach Ciri, der Zieh-Tochter von Geralt. Sie ist auf der Flucht vor der Wilden Jagd, einer mystischen dunklen Reiterschar, deren Pläne im Dunklen liegen.

Ich komme nicht weit, da erhasche ich im Augenwinkel eine Bewegung. Ein nebelumwobenes Wesen streift um eine umgekippte Kutsche herum. Da es meine Aufgabe als Hexer ist, die Welt vor bösen Monstern zu tilgen, zögere ich keinen Moment und stürze mich mit meinem Silberschwert auf das hässliche Ding. Als es mich erblickt, wird es plötzlich unsichtbar und drei Nebelschleier schwirren auf mich zu. Ich mache im letzten Moment eine Hechtrolle zur Seite als sich das Monster wieder manifestiert und mit seinen Krallen nach mir langt. Ich forme das Igni-Zeichen und eine Feuerwelle setzt das Ungetüm in Brand. Ich spüle in der Zwischenzeit einen Trank hinunter, der meine Schwerthiebe verstärkt und hacke auf das Vieh ein. Nach einem kurzen aber heftigen Gefecht liegt es blutend zu meinen Füssen. Ich entledige es seinem Gehirn, um damit später neue Tränke zu brauen. Mein Monsterbuch hat in der Zwischenzeit einen frischen Eintrag erhalten zu Nebling – die Sumpfkreatur, die ich eben erlegt habe. In Zukunft weiss ich, welche Öle ich auf das Schwert schmieren muss, gegen welche Bomben es am empfindlichsten ist und dass das Aard-Zeichen, das eine Druckwelle auslöst, wirkungsvoller gewesen wäre.

Detektiv spielen und Monster jagen

Im nächsten Kaff sehe ich mir die Anschlagstafel an und finde einen Auftrag, ein Monster zu erledigen, das die Gegend unsicher macht. Der Auftraggeber erzählt mir, dass schon mehrere Bewohner dem geheimnisvollen Wesen zum Opfer gefallen sind und schickt mich in den nahe gelegenen Wald. Auf einer Lichtung finde ich Spuren eines Kampfes. Mit meinen Hexersinnen folge ich den Blutspritzern bis zu einer angenagten Leiche. In perfekter Sherlock-Holmes-Manier analysiere ich das Opfer und komme zum Schluss, dass hier ein Werwolf am Werk sein muss. Da ich bereits mit einem zu tun hatte, sagt mir mein schlaues Buch, welche Schwächen das Biest aufweist.

Ich folge der Spur weiter in eine Höhle. Da ich meine Hände frei haben muss, nehme ich einen Trank mit dem ich für kurze Zeit im Dunklen sehen kann. Keine Sekunde zu spät, denn schon springt mich das drei Meter grosse Wolfsmonster an. Ich brenne ihm ein schönes Loch in den Pelz und werfe gleich noch eine Samum-Bombe nach, die es blendet. Ich hechte hin und zieh ihm mit dem Silberschwert ein paar über den Schädel. Davon wird der Werwolf erst recht wütend und rammt mir seine Krallen in die Brust. Schnell ein Heiltrank hinunterstürzen und aus der Distanz mit der Armbrust das Monster beharken. Von den vielen toxischen Tränken verfärbt sich mein Gesicht bereits gefährlich violet und ich muss aufpassen, mich nicht zu vergiften. Nach einem langen blutigen Kampf ist der Werwolf schliesslich erledigt. Ich zücke mein Messer und schneide mir meine Trophäe ab, die ich mir fortan an mein Pferd hänge und die mir einen Stärke-Bonus verleiht.

the witcher 3

Eine lauschige Bootsfahrt im Abendrot, aber aufgepasst: Wer weiss, was alles im trüben Wasser lebt. Bild: kotaku

In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden und das Mondlicht taucht die Welt in blaue Schatten. Ich erreiche schliesslich mein eigentliches Ziel, die Burg des Blutigen Barons. Der füllige Herscher will mir jedoch erst Auskunft über Ciri geben, wenn ich im Gegenzug seine Familie aufspüre. Was darin endet, dass ich ein fliegendes Babymonster Gassi führe, aber das ist eine andere Geschichte.

In «The Witcher 3» erlebt man ein faszinierendes Abenteuer am nächsten. Egal wo hin man geht, warten Intrigen, geheimnisvolle Wesen und versteckte Schätze. 

«The Witcher 3: Wild Hunt» ist ein Meisterwerk

«The Witcher 3» brilliert auf ganzer Linie. Als erstes wäre da die fantastische Grafik. Völlig Schnuppe, ob der Trailer von der Game-Messe E3 2013 möglicherweise besser ausgesehen hat. «The Witcher 3» ist ein optischer Leckerbissen und kriegt von mir drei Michelin-Sterne. Noch nie hat eine Fantasywelt so lebensecht und detailliert ausgesehen. Der Tag-Nacht-Wechsel, der Wind und der Regen während man auf einer Nussschalte über das Wasser segelt, sorgen für eine einzigartige Kulisse.

Weiter geht es mit dem stimmungsvollen Soundtrack, der vom leisen Rauschen und Knacken in düsteren Wäldern zur temperamentvolle Orchestermusik anschwillt, wenn man sich in einem Kampf befindet. Das Kampfsystem ist fordernd, aber fair. Man muss geschickt Öle, Tränke und Zauberzeichen einsetzen, um den unterschiedlichen Gegnern Herr zu werden. Und da wären wir schon beim nächsten Punkt: die Monster. Statt der immer gleichen Skelette und Zombies trifft man in «The Witcher 3» auf noch unverbrauchte Gegnerscharen, die immer neue Herausforderungen bieten.

the witcher 3

Geralt ist ein ziemlicher Weiberheld. Bild: cdprojektred

Zusammengehalten wird das ganze von packenden Geschichte. Egal, ob man in einem verlassenen Haus ein zerfetztes Manuskript entdeckt und so eine neue Aufgabe findet, ob man Monsteraufträge erledigt oder der Hauptstory folgt, alles ist hervorragend vertont und erzählt. Jede Person hat ihre eigenen Beweggründe und Geschichte. Ab und zu muss Geralt zudem Entscheidungen fällen, die sich massgeblich auf die Story auswirken. Das Spiel kann auf 36 verschiedene Arten enden, versprechen die Entwickler.

Viele kleine und ein grosser Bug

Zu bemängeln gibt es nur Kleinigkeiten. Beim Reiten durch den Wald bleibt das Pferd gern an Bäumen und Hindernissen hängen, die Dialoge bieten meist nur eine beschränkte Auswahlmöglichkeit und was besonders nervt: es gibt keine Schnellspeichermöglichkeit, denn Geralt stirbt ziemlich oft. Zudem wird das Spiel von diversen kleinen Bugs geplagt. Einer der grösseren betrifft die Xbox One und verhindert bei gewissen Spielern korrektes Speichern oder laden. CD Projekt Red hat angekündigt, so schnell wie möglich ein Update zu liefern.

Bild

Zahlreiche kuriose Gestalten trifft man auf seinen Abenteuer an. bild: watson

Abgesehen davon ist «The Witcher 3» ein voller Erfolg. Das, was ich bisher gesehen habe, hat mich begeistert und ich kann es kaum erwarten, noch unzählige Stunden in dieses Meisterwerk zu versenken.

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«The Witcher 3» wurde mir von CD Projekt Red zur Verfügung gestellt und ist erhältlich für PC (getestet), PS4 und Xbox One.

Der Launch-Trailer

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YouTube/gamespot

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    Alle Leser-Kommentare
  • mrgoku 27.05.2015 15:08
    Highlight Highlight hört sich schon sehr sexy an. ich komm einfach mit game wo man droelf sachen machen muss/kann nicht klar. ich mag es lieber simpel ohne schnick schnack. ein klares ziel und fertig... vieleicht ist deswegen counter-strike das einzige game welches ich länger als 30min zocken kann ohne dass es mich angurkt... oder ist einfach meine einstellung falsch? weil so werde ich nieeee ein game "geil" finden... -.-

    kennt jemand das game TERA? ist ein Online MMO, gratis auf steam...?!
  • C0BR4.cH 27.05.2015 08:33
    Highlight Highlight Das Spiel war für mich so oder so ein "Must-Have". Da ich die Bücher gelesen und die Vorgänger gespielt habe, bin ich ein grosser Fan der Geschichte hinter The Witcher. Ich habe mir sogar mal den recht schlecht gemachten Film und Serie angeschaut.

    Um so positiver war ich überrascht, als ich dieses Meisterwerk des RPG-Genres anfing zu spielen! Absolut empfehlenswert für jeden RPG-Fan. Eines der wohl besten Spiele, die ich je gespielt hatte.
  • Don Huber 27.05.2015 07:18
    Highlight Highlight Ich kaufte jedes Witcher und bei jedem Witcher hasse ich diese Alchemie die man anwenden muss. Das kotzt mich an. Ich kapiers einfach nicht, woher ich all die Zutaten herkriegen soll, zumal es keine Hinweise gibt, welche Zutaten ich wo für ein Öl herkriege. Oder muss man einfach alles sammeln und wenn man Glück jat, kann man mal etwas herstellen ???
    • Philipp Rüegg 27.05.2015 08:12
      Highlight Highlight Ich sammle einfach alles, was ich finde und schaue dann, ob wieder ein Rezept grün wird. Finde das System in dieses Teil wesentlich besser als früher. Jeden Trank muss man nur einmal brauen und danach reicht es, zu meditieren und alle Tränke, Öle und Bomben werden aufgefrischt. Finde ich genial
    • Daylen 27.05.2015 08:32
      Highlight Highlight Ich bin ganz der Meinung von Philipp Rüegg. Die Tatsache das man alle alchemistischen Rezepte nur ein mau braut, bringt genug Motivation alles einzusammeln. Mein Inventar beinhaltet ca. 30 Gewichtseinheiten mit Zutaten für welche ich noch nicht einmal Rezepte gefunden habe.
    • Don Huber 27.05.2015 09:39
      Highlight Highlight ahhhhh coool. Ihr habt mir schon geholfen !! Dachte man müsse das ständig wieder brauen. Jetzt bin ich wirklich motiviert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Timmy :D 27.05.2015 06:55
    Highlight Highlight Habe am Montag die Story durchgespielt und es gabs selten, dass mir ein Ende so nahe ging wie dieses. Einfach Grandios.
  • Lil'Ecko 27.05.2015 06:37
    Highlight Highlight Habs noch nie gespielt, an die Pro's: Ist es auch was für Neueinsteiger, ohne eine unmenge an Zeit zu investieren bevor man begreift worum/wie es geht (Gameplay/Charaktere/Story/Vorgeschichte etc.)?

    Danke fürs Feedback😀
    • Philipp Rüegg 27.05.2015 08:14
      Highlight Highlight Man kann das Spiel spielen ohne die Vorgänger zu kennen. Natürlich kennt man dann schon ein paar Figuren und ein paar Insiderwitze aber im Grosse und Ganzen steht die Story für sich allein. Und worum es genau geht, weiss ich auch noch nicht genau, aber das gilt es herauszufinden. Meine Freundin spielt es auch mit Begeisterung und ohne Vorkenntnisse :)
    • C0BR4.cH 27.05.2015 08:28
      Highlight Highlight Nunja, man kann aufjedenfall das Spiel spielen und die Story gut verstehen ...
      ABER ich muss als Leser aller Bücher und spieler der beiden Vorgänger auch sagen, dass man klar einen sehr grossen Vorteil hat. Wenn du z.B. Ciri oder Yennefer zum erstenmal erblickst, weiss man eigentlich nur recht oberflächlich was sich hinter diesen Charakteren verbirgt. Als Leser der Bücher erkennt man diese sofort wieder und auch die Geschichten, die sich in solch Charakteren verbirgt.
    • Lil'Ecko 27.05.2015 09:20
      Highlight Highlight Danke😀
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oberon 26.05.2015 21:40
    Highlight Highlight Ein Hammer Game (PC), da hat sich das warten wirklich gelohnt.

    Leider etwas wenig Zeit aber mein LVL3 Hexer wird auch mal gross. ;)
  • kloeti 26.05.2015 19:02
    Highlight Highlight Auf dem PC kann man mit F5 schnellspeichern und das spiel läuft einiges flüssiger. Auf Xbone und PS4 fällt die framerate teilweise auf "cinematische" 24 fps. Für mich kaum verständlich, dass es auch anderthalb jahre nach erscheinen der Nextgen Konsolen nicht möglich ist wenigstens 30 fps zu halten.
    • Philipp Rüegg 26.05.2015 20:15
      Highlight Highlight Vielen Dank für den Tipp mit F5, davon war in den Einstellungen zumindest am Anfang nichts zu lesen. Das macht das Sterben gleich viel angenehmer :)
  • felixJongleur 26.05.2015 18:27
    Highlight Highlight warte noch auf die E3, news zu ps4 slim, je nachdem noch zuwarten. freue mich aber schon riesig auf den witcher!
  • goschi 26.05.2015 18:24
    Highlight Highlight Ein schlicht grandioses Spiel, ich glaube für mich eines der besten Spiele die ich je spielte.

    Es ist nicht sosehr das technische Grundgerüst (Kampfsystem funktioniert gut, die offene Welt ist wunderschön, abwechslungsreich und glaubwürdig), es sind vor allem die Geschichten, die hauen mich mal ums mal wieder um.
    Sei es die Geschichte um den Blutigen Baron, ich weiss nicht, ob mir je eine Geschichte so nahe ging, oder auch kleine Geschichten wie die um ein Mädchen, das ich zu seinen Eltern heimbringen sollte, usw.

    Einfach ein unglaubliches Spiel (und ich bin immer noch ganz am Anfang...)
    • Tobias K. 28.05.2015 23:08
      Highlight Highlight Mir ist gerade dein Kommentar in den Sinn gekommen als ich die Quest des blutigen Barons gespielt habe. Treffender könnte ich es nicht formulieren. Die geht ans Herz
    • goschi 29.05.2015 08:52
      Highlight Highlight Dann spiel sie weiter, bis zur Familienzusammenführung, mit allen Konsequenzen deiner bisherigen taten, mir ist gestern nicht nir ein Schauer über den Rücken gelaufen.

      Das Storydesign ist immer schon eine Stärke von CD Project gewesen, jetzt haben sie sich selbst übertroffen, das ist einfach zuweilen unbeschreiblich gut.
  • wololowarlord 26.05.2015 18:16
    Highlight Highlight kann ich nur bestätigen, top atmosphäre, spannende quests und forderndes kampfsystem. Die bugs sind vorhanden (und bei einem spiel dieser grösse verständlich), sind aber nicht spielspass-abträglich.
    Aber ohne silberbolzen nützt die armbrust gegen werwölfe nichts ;)

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