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Das Team hinter der AirConsole: v. l. Entwicklerin Alice Ruppert, Programmierer François Weber, Pixel-Künstler Chin-Ho J. Kwong, Produktmanager Rafael Morgan und CEO Andrin von Rechenberg. Martina Hegentobler, ebenfalls Entwicklerin, fehlt im Bild. bild: zvg

Die AirConsole ist die erste «Spielkonsole» aus der Schweiz und sie kostet dich keinen Rappen

Ein Zürcher Startup will den Spielemarkt aufmischen und das gemeinsame Sofa-Game-Erlebnis wieder aufleben lassen. Allerdings nicht nur zu Hause, sondern im Büro, in der Mittagspause oder unterwegs.



Das waren noch Zeiten, als man Mittwochnachmittags schulfrei hatte und beim besten Freund zu Hause stundenlang Super Nintendo spielen konnte. «Heute spielt jeder allein zu Hause. Wir wollen das Sofaerlebnis wieder in den Alltag zurückbringen», sagt Rafael Morgan, Produktmanager beim Zürcher Startup N-Dream – und zwar mit der AirConsole. 

Konsole ist allerdings ein etwas irreführender Begriff. Alles, was man zum Spielen benötigt, ist ein Smartphone und ein Gerät mit einem Browser wie ein Tablet, Fernseher oder Laptop. Die Smartphones dienen als Controller und das Tablet beispielsweise fungiert als gemeinsames Display. Anschliessend logt sich jeder Mitspieler mit seinem Handy – und dem Tablet – auf der AirConsole-Webseite ein. Dort tippt man den Code ein, der auf dem Tablet angezeigt wird. Und schon kann es losgehen. Man muss dazu nicht mal im gleichen WLAN-Netzwerk sein. 

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Jeder Mitspieler muss lediglich die Nummer oben rechts im Bild auf seinem Smartphone-Browser eintippen und schon kann's losgehen. Bild: zvg

Mit den Smartphones klickt man sich durch ein Angebot von Spielen und wählt eines davon aus. Noch ist die Auswahl etwas dürftig. «Zum Start am 4. September werden sechs bis zehn Spiele verfügbar sein, die meisten davon stammen von uns», erklärt Andrin, Gründer und CEO von N-Dream. Allerdings sollen laufend neue dazukommen.

Eine offene Plattform für alle Game-Entwickler

Jeder kann seine Spiele auf der AirConsole-Plattform veröffentlichen. Bedingung ist, dass sie gratis sind. Vorstellbar sei, dass zusätzliche Levels oder Funktionen gekauft werden können. Ansonsten soll der Service durch Werbung finanziert werden. Im Vergleich zu Apple und Co. werde der Gewinnanteil für Entwickler wesentlich grosszügiger ausfallen, sagt Rafael.

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Der Controller variiert von Spiel zu Spiel. Auch Bewegungssteuerung ist denkbar. Bild: watson

«Bereits existierende Browser-Games können praktisch ohne zusätzlichen Aufwand auf die AirConsole portiert werden», so Andrin. Bei iOS- oder Android-Games wird der Aufwand etwas grösser, aber auch das sei in manchen Fällen möglich. In beiden Fällen ist der entscheidende Faktor, ob sich das Spiel gut mit einem Smartphone steuern lässt und ob es mehrspielertauglich ist.

Bei ihrem Besuch bei watson haben Andrin und Rafael diverse Spiele vorgestellt. Darunter «Tic Tac Boom», ein «Bomberman» ähnlicher Titel, ein Quiz-Game sowie den NES-Emulator. Mit letzterem lassen sich alte Nintendo-Games spielen. Alles relativ einfache Games, aber für eine kurze Runde in der Pause genau das Richtige.

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Mit dem NES-Emulator lassen sich alte Nintendo-Klassiker spielen – natürlich nur, wenn man die Originale besitzt. screenshot: watson

In einem halben Jahr aus dem Boden gestampft

Schon jetzt ist es beeindruckend, was das Team aus sechs Mitarbeitern auf die Beine gestellt hat. Die Idee für die AirConsole hatte Andrin Anfang Jahr. Rafael und der Rest vom Team arbeitet erst seit 40 Tagen bei N-Dream – zu 100 Prozent. In dieser kurzen Zeit wurde die Plattform entwickelt, mehrere Spiele programmiert und ein Marketingschlachtplan erstellt. Dazu gehört eine Werbetour mit dem kultigen italienischen Dreiräder Apecar. Auf die Ladefläche kommen mehrere Fernseher und damit geht's dann von Stadt zu Stadt.

Auf die Frage, wie erfolgsgebunden das Projekt sei, erklärt Andrin, dass man dank guten Investoren rund 18 Monate durchhalten könne. Dennoch hofft das Team, dass zahlreiche Entwickler auf das Projekt aufspringen und Inhalte produzieren werden. Ohne fremde Spiele hat die AirConsole kaum Überlebenschancen. Auch wird sich zeigen müssen, ob die Smartphone-Gelegenheitszocker überhaupt Interesse auf gemeinsame Spielpartien in der Kaffeepause haben, oder ob eine «Runde Candy Crush» auf dem WC den Hunger bereits gestillt hat. «Echte Gamer» wiederum greifen vielleicht lieber direkt zur PS4 oder Xbox One. Nur hat die eben nicht jeder im Büro stehen.

Mehr Infos zur AirConsole findest du auf dem offiziellen Twitter-Account.

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