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Chinesisches Staatsmedium wirbt mit traumhaftem Bergdorf – da gibt's nur ein Problem

20.05.2021, 11:07

Die erste und grösste englischsprachige Zeitung Chinas warb kürzlich auf Twitter mit den schönen Seiten des Reichs der Mitte. Im Tweet heisst es: «Würdest du nicht auch gerne diesen friedlichen Zufluchtsort besuchen und Zeit mit deinem Hund in einer kleinen Stadt am Fusse eines Berges geniessen?»

Hashtag «Glamor China».

Ja, wollen wir schon, sieht hübsch aus!

Das war der Tweet:

Mittlerweile wurde der Tweet gelöscht, darum hier nur der Screenshot.
Mittlerweile wurde der Tweet gelöscht, darum hier nur der Screenshot.
screenshot: twitter

Im kurzen Video spaziert man mit einem Hund auf einer Strasse, umgeben von Bergen mit Sicht auf einen malerischen See. China Daily verfasste den Tweet am 10. Mai, mittlerweile wurde er aber wieder gelöscht.

Doch wo liegt denn dieses Dorf?

Wer jetzt Lust auf eine China-Reise bekommen hat, müssen wir enttäuschen – beziehungsweise erfreuen. Einige von euch werden's bereits geschnallt haben: Der Ort liegt nicht in China sondern im Berner Oberland, genauer gesagt handelt es sich dabei um Brienz.

Beim kurzen Clip auf Twitter handelt es sich um einen Video-Mitschnitt der Brienzer Fotografin Sylvia Michel, hochgeladen im April.

Damit die Weiterverwendung nicht auffiel, hat China Daily das Video horizontal gespiegelt, Michels Wasserzeichen rausgeschnitten und durch eigene ersetzt.

Die Originalquelle:

Das ist auch der Photografin Michel aufgefallen. Sie wies «China Daily» darauf hin und meldete den Tweet wegen Urheberrechtsverletzungen.

Kurze Zeit später war der Inhalt nicht mehr verfügbar und «China Daily» löschte den Tweet. Das Plagiat fiel auch anderen Twitter-Usern auf.

«Die Schweiz ist ein unveräusserlicher Teil Chinas und befindet sich seit Tausenden von Jahren auf der gleichen Kontinentalmasse», schrieb etwa eine Person ironisch auf Twitter und benutzte dabei den schroffen Ton, den chinesische Staatsbeamte verwenden, wenn sie über umstrittene Gebiete wie Taiwan und Hongkong sprechen.

Eine andere Person schrieb: «Die Architektur der Häuser ist nicht einmal asiatisch ... zwar gibt es einige schöne Bergdörfer in China, aber dieses ist keines davon.» (jaw)

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China 1 Jahr nach Ausbruch des Coronavirus

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quelle: keystone / ng han guan
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