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epa08200395 A worker using a mask leaves the Mobile World Congress' facilities in Barcelona, Spain, 07 February 2020. Ericsson and LG announced that they will not attend the Mobile World Congress due to coronavirus. The Congress will run from 24 to 27 February.  EPA/Toni Albir

Krisenstimmung in Barcelona: Immer mehr Firmen sagen ihre Teilnahme am Mobile World Congress ab. Bild: EPA

Droht weltgrösster Handy-Messe MWC wegen Corona das Aus? Nun sagen auch Amazon und Sony ab

Die weltweit führende Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) in Barcelona droht wegen des Coronavirus zu einer Geisterveranstaltung zu werden. Mit Amazon und Sony sagten zwei weitere Grossunternehmen ihre Teilnahme ab.



«Da wir grössten Wert auf die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Kunden, Partner, Medien und Mitarbeiter legen, haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, uns von der Ausstellung und Teilnahme am MWC 2020 zurückzuziehen», erklärte Sony am Montag. Ähnlich begründete auch Amazon sein Fernbleiben.

Zuvor hatten bereits der schwedische Telekomausrüster Ericsson, der südkoreanische Elektronikkonzern LG und der Chiphersteller Nvidia ihre Teilnahme am MWC abgesagt. Man folge der Empfehlung vieler Gesundheitsexperten, im Moment auf unnötige internationale Reisen zu verzichten, hiess es bei LG zur Begründung.

Andere Aussteller wie die chinesischen Konzerne Huawei, ZTE und Lenovo sowie der südkoreanische Elektronikgigant Samsung stehen noch zu ihren Auftritten in Barcelona. Sie haben aber Vorsichtsmassnahmen ergriffen und schicken beispielsweise Mitarbeiter aus China schon 14 Tage vorab nach Europa, um somit zu verhindern, dass infizierte Personen auf der Messe auftreten. Samsung will weniger Personal nach Barcelona entsenden. ZTE sagte die Pressekonferenz ab und will nun stattdessen die Neuheiten am Messestand präsentieren.

Sony wirbt auf YouTube

Sony weicht jetzt auf das Internet aus. Statt der geplanten Pressekonferenz am 24. Februar will sich der japanische Konzern auf seinem YouTube-Kanal direkt an die potenziellen Käufer wenden und dort seine Produktneuheiten vorstellen.

Für den MWC-Veranstalter GSMA ist das ein gefährliches Experiment. Sollten Firmen wie Sony die Erfahrung machen, dass sie über YouTube eine ähnlich grosse Reichweite erzielen wie mit einem teuren Messeauftritt, könnte das die Zukunft des Mobile World Congress in Frage stellen.

Der MWC gilt als die weltweit wichtigste Veranstaltung der Mobilfunkbranche und ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Die GSMA erwartete zu der Messe in diesem Jahr mehr als 100'000 Besucher und mehr als 2800 Aussteller.

Messe trifft Vorsichtsmassnahmen

Die GSMA versucht nun, keine Panik unter Ausstellern und Messebesuchern aufkommen zu lassen. In einer E-Mail an die registrierten Besucher schrieb der Verband, er sei den chinesischen Ausstellern wie Huawei und ZTE dankbar, dass sie vorbeugende Massnahmen ergriffen hätten.

Die GSMA und die katalanischen Behörden verlassen sich aber nicht nur auf freiwillige Schritte der Aussteller und Messebesucher. So werde allen Reisenden aus der chinesischen Krisenprovinz Hubei der Zugang zum MWC verwehrt, heisst es in der E-Mail. Personen, die sich in China aufgehalten haben, müssten den Nachweis erbringen, dass sie das Land vor mindestens 14 Tagen verlassen haben.

Darüber hinaus will die GSMA mit zusätzlichen Hygienemassnahmen Vertrauen schaffen: So sollen Cateringbereiche, Handläufe, Toiletten, Ein- und Ausgänge sowie öffentliche Touchscreen-Bildschirme verstärkt gereinigt und desinfiziert werden. Der Leiter des Dienstes für Präventivmedizin und Epidemiologie des Krankenhauses Clínic de Barcelona, Antoni Trilla, betonte: «Wir befinden uns nicht in einer Ausnahmesituation und unser Gesundheitssystem ist bereit».

(oli/sda/awp/dpa)

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