Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kamera der Firma Taser (Archivbild): Mehr Technik für US-Polizisten.

Kamera der Firma Taser (Archivbild): Mehr Technik für US-Polizisten. Bild: TASER

Nach tödlichen Polizeieinsätzen

Elektroschock-Pistolen und Bodycameras: So rüstet die Polizei von LA auf

Immer mehr amerikanische Polizisten werden mit Körperkameras ausgestattet. In Los Angeles gehen Beamte demnächst mit Kameras auf Streife, die das Geschehen filmen, sobald mit einem Taser geschossen wird. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Nach den Protesten um übertrieben harte Polizeieinsätze gegen Unbewaffnete – teils mit tödlichem Ausgang – waren in den USA Forderungen laut geworden, Polizisten mit Körperkameras auszustatten. Solche sogenannten Bodycams werden am Körper getragen, etwa in der Hemdtasche, an der Brille oder auch an der Uniformmütze. Diverse Modelle gehören zum Programm des amerikanischen Elektroschockpistolen-Herstellers Taser

Wie das Tech-Magazin The Verge berichtet, hat die Polizei von Los Angeles bei Taser kürzlich eine Grossbestellung über 8000 Körperkameras aufgegeben. Die Nachrichtenagentur Reuters machte jetzt bekannt, dass auch 3000 Elektroschockpistolen geordert wurden, die in direkter Verbindung mit den Kameras arbeiten. Feuert ein Polizist seine Elektroschockpistole ab, wird automatisch die vom Beamten getragene Körperkamera aktiviert, die das Geschehen aufzeichnet.

Sollen auch Schweizer Polizisten mit Körperkameras ausgerüstet werden?

Die Verbindung zwischen Kamera und Pistole soll via Bluetooth hergestellt werden. Dabei werden neben dem Tatortgeschehen eine Reihe weiterer Daten wie Datum, Uhrzeit und die Dauer des Einsatzes aufgezeichnet. Ausserdem wird erfasst, ob die Zielperson getroffen wurde und falls ja, mit welcher Stromstärke. Ein Taser-Sprecher sagte, diese Technologie liefere ein viel besseres Bild von den Ereignissen vor Ort. 

«Die Dinge sind nicht immer eindeutig» 

Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, hatte im Dezember bei der Vorstellung der Körperkamera-Offensive gesagt: «Auf der Strasse sind die Dinge nicht immer eindeutig.» Er hoffe, die Kameras würden den Strafverfolgern und der Öffentlichkeit helfen, die Wahrheit herauszufinden. 

The Verge legt in seiner Berichterstattung nahe, dass «Wahrheit» im Zusammenhang mit der Aufzeichnung von Polizeiarbeit ein relativer Begriff ist: So hätten die Fälle des von einem Polizisten überwältigten und erwürgten Eric Garner und des von einem Polizisten erschossenen zwölfjährigen Tamir Rice für heftige Kontroversen gesorgt, obwohl beide Ereignisse gefilmt worden waren. Im Fall Eric Garners hatte eine Grand Jury entschieden, keine Anklage gegen den New Yorker Polizisten zu erheben.

Das Weisse Haus hatte im Dezember angekündigt, massiv in kamerabezogene Aufrüstung der Polizei zu investieren. Für 263 Millionen Dollar sollen demnach landesweit 50'000 Körperkameras angeschafft werden. In den USA gibt es The Verge zufolge derzeit 750'000 Polizeibeamte.

(meu)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • kdeana 08.01.2015 23:25
    Highlight Highlight wären nicht die Sekunden VOR dem Taser-Einsatz sogar relevanter als die DANACH? Ansonsten kann ich das Thema wohl eher nicht professionell beurteilen.
  • Jörg Mäder 08.01.2015 11:10
    Highlight Highlight Ich finde Polizisten sollten durchaus solche Kameras haben. Aber es muss klar ersichtlich sein, wann sie filmen (kleines rotes Licht oberhalb der Linse oder so). So dass jemand, der mit dem Polizisten spricht, sich dessen klar ist.

App soll schon bald Corona-Infektionen erkennen – das musst du wissen

Die US-Firma NeuTigers arbeitet an einem Corona-Echtzeit-Test, der auf handelsüblichen «Wearables» wie der Apple Watch funktioniere. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur «CovidDeep»-Technologie.

Während eine Corona-Impfung auf sich warten lässt, gilt das häufige Testen als Schlüssel zur Eindämmung der Seuche und für eine weitergehende Öffnung der Wirtschaft.

Beim gegenwärtigen Prozedere sind die Gesundheitsbehörden allerdings vielerorts nicht in der Lage, mit den Ansprüchen bezüglich der Corona-Tests Schritt zu halten. Öfters lassen Resultate auf sich warten. Zudem sollten sich viel mehr Menschen testen lassen. Und dies immer wieder.

Hier könnte eine neuartige «Wearable»-Technologie …

Artikel lesen
Link zum Artikel