Drastische Strafe drohte in den USA: Tesla streicht sein grösstes Werbeversprechen
Namen können täuschen. Im Auto ist das lebensgefährlich. Wer «Autopilot» liest, nimmt vermutlich schneller die Hände vom Lenkrad, als wenn die Rede von einem Fahrassistenzsystem ist. Dabei ist Teslas Technik bisher nur ein Assistent, aber kein digitaler Chauffeur. Der Druck einer US-Behörde zwingt den Konzern nun zu Klarheit.
Behörde drohte mit Verkaufsstopp
Hintergrund ist ein Machtwort der kalifornischen Verkehrsbehörde DMV. Die Aufseher warfen Tesla vor, Kunden mit dem Namen seines Assistenzsystems in die Irre zu führen. Das Wort «Autopilot» stelle die Fähigkeiten des digitalen Helfers übertrieben dar. Ohne Kurswechsel hätte Tesla in seinem wichtigen Markt Kalifornien 30 Tage lang keine Autos mehr verkaufen dürfen. Die Drohung sass.
Denn ein Verkaufsstopp hätte Tesla empfindlich getroffen. Allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres setzte das Unternehmen in Kalifornien rund 135'500 Fahrzeuge ab. Damit lag Tesla auf Platz drei hinter Toyota und Honda. Um das teure Verbot abzuwenden, gab das Unternehmen jetzt nach.
Der Fahrer bleibt in der Pflicht
Der Name «Autopilot» weckt Erwartungen, die das System nicht erfüllt. Rechtlich bleibt die Technik eine reine Fahrhilfe. Die Bilanz der letzten Jahre: zahlreiche schwere Unfälle und Klagen. Deshalb fordert Tesla trotz des Namens:
- Der Mensch muss den Verkehr ständig überwachen.
- Die Hände gehören ständig ans Lenkrad.
- Das Auto darf niemals ganz allein entscheiden.
Ärger auch in Deutschland und China
In Deutschland streiten Experten seit Jahren über Teslas Wortwahl. Konsumentenschützer kritisieren: Der Name gaukle Sicherheit vor, wo Vorsicht geboten ist. Gerichte stellten bereits fest, dass die Werbung Erwartungen weckt, die das Auto im Alltag gar nicht erfüllen kann. Offenbar war Tesla davon bislang nicht sonderlich beeindruckt.
Doch nicht nur der Begriff Autopilot, auch der Name für das fortgeschrittenere Assistenzsystem Full-Self-Driving (FSD) steht immer wieder in der Kritik. 2025 änderte Tesla den Namen in «Full Self-Driving (Überwacht)», wohl um sich rechtlich besser vor Klagen abzusichern. Zuvor hatte die US-Verkehrssicherheitsbehörde eine Überprüfung von Zwischenfällen mit Teslas «Full Self Driving»-Software eingeleitet.
Teslas fortschrittlichstes Assistenzsystem FSD, das bei uns noch gar nicht zugelassen ist, sorgte auch in China für Ärger. Tesla führte den erweiterten Autopiloten dort unter dem Namen «FSD Intelligent Assisted Driving» ein. Auf Druck der Behörden änderte Tesla den Namen 2025 zu «Intelligent Assisted Driving». Der Zusatz Full-Self-Driving (vollständig selbstfahrend) wurde gestrichen, da ihn China als irreführend eingestuft hatte.
Teslas Robotaxis bauen zu viele Unfälle
Teslas Technologie für autonomes Fahren wird Elon Musks jahrelangen Ankündigungen bislang nicht gerecht: Selbst bei Teslas Robotaxis mit dem Assistenzsystem Full-Self-Driving (FSD) zeigt sich nach acht Monaten im Testbetrieb eine Unfallrate weit über menschlichem Niveau. Je nach Berechnungsart sind die wenigen Robotaxis im texanischen Austin viermal oder gar neunmal öfter in Unfälle verwickelt als menschliche Fahrer. Dies, obwohl Teslas Robotaxis zum allergrössten Teil noch immer einen Sicherheitsfahrer an Bord haben, der im Notfall eingreifen kann.
Diese hohe Unfallrate hat es Tesla bislang verunmöglicht, seinen Robotaxidienst wie von Elon Musk versprochen auszuweiten. Rivale Waymo baut seinen Vorsprung laufend aus.
(t-online/oli)
Verwendete Quellen:
- automobilwoche.de: Tesla verzichtet auf umstrittenen Begriff
- t-online.de: Streit über "Autopilot" spitzt sich zu: Tesla droht Verkaufsstopp in Kalifornien

