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KI-Boom beschert Samsung historischen Rekordgewinn

A person walks by a logo of Samsung Electronics at an exhibition hall for the Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) in Gyeongju, South Korea, Thursday, Oct. 30, 2025. (AP Photo/Lee Jin-man)
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Die Nachfrage nach leistungsfähigen Computerchips ist riesig. Bild: keystone

KI-Boom beschert Samsung historischen Rekordgewinn – doch da gibt es ein Problem

Der südkoreanische Techkonzern Samsung Electronics hat im vierten Quartal des letzten Jahres einen historischen Rekordgewinn eingefahren. Nun warnen die Verantwortlichen vor einem Chipmangel.
29.01.2026, 08:1129.01.2026, 08:34

Südkoreas grösstes Unternehmen weist in seinen aktuellen Geschäftszahlen einen Betriebsgewinn in Höhe von 20,1 Billionen Won (umgerechnet rund 11,8 Milliarden Euro) für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 aus – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Verdreifachung. Zugleich ist es der grösste Quartalsgewinn, den Samsung in seiner Unternehmensgeschichte je erzielen konnte.

Die Zahlen übertrafen auch die bereits hohen Erwartungen des Marktes. So war eine unter Ökonomen durchgeführte Umfrage von Südkoreas amtlicher Nachrichtenagentur Yonhap von einem leicht niedrigeren Betriebsgewinn ausgegangen.

Die für den Halbleiter-Produzenten positive Entwicklung fusst vor allem auf dem anhaltenden Boom künstlicher Intelligenz, welcher die Nachfrage und auch die Preise für leistungsstarke Computerchips rasant in die Höhe getrieben hat. Samsung Electronics ist einer der weltweit führenden Produzenten für Computerchips.

Wo ist das Problem?

Die weltweite Nachfrage nach Computerchips für KI-Rechenzentren übertrifft die produzierten Mengen. Davon profitieren Hersteller wie Samsung, doch könne dies zu Gegenwind für andere Geschäftsbereiche wie Smartphones und Displays führen, wie Reuters schreibt.

Der Grund: Die stark steigenden Preise für Speicherchips erhöhten die Kosten in Samsungs Smartphone- und Display-Sparten. Davon betroffen sei auch der Samsung-Firmenkunde Apple, ein Chip-Grossabnehmer im Bereich von «Consumer»-Produkten wie dem iPhone.

Samsung gab nun bekannt, dass die Produktion der nächsten Generation sogenannter «High-Bandwidth Memory»-Chips (HBM4) bereits laufe und die Auslieferung im Februar auf Wunsch eines «grossen Kunden» erfolgen soll, womit laut Reuters Nvidia gemeint ist.

Der Wettlauf um den Aufbau einer KI-Infrastruktur veranlasse die Chiphersteller, ihre Produktionskapazitäten auf Speicher mit hoher Bandbreite für KI-Server umzuleiten, sagt ein Branchenexperte, was das Angebot an herkömmlichen Speicherchips verknappte.

«Das hat es den Chipherstellern ermöglicht, die Preise aggressiv anzuheben, weil eine grosse und robuste Nachfrage besteht, die sie unmöglich vollständig decken können.»
Tobey Gonnerman, Präsident der Halbleiter-Vertriebsorganisation Fusion Worldwide

Wie reagieren die grossen US-Techkonzerne?

Microsoft mit neuem KI-Chip

Diese Woche hat Microsoft seinen neuen Spezialchip vorgestellt, der künftig grosse KI-Anwendungen schneller und günstiger machen soll. Der Chip Maia 200 ist speziell für die Ausführung von KI-Modellen entwickelt, nicht für das Trainieren von Sprachmodellen.

Er wird zunächst in Microsofts Rechenzentren in der Zentralregion in den USA eingesetzt. Nach Unternehmensangaben arbeitet der Maia 200 als «KI-Beschleuniger» besonders energieeffizient und bietet ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als andere Systeme.

Bei Chips für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz sind aktuell Systeme des Halbleiter-Spezialisten Nvidia das Mass der Dinge, was zu einer aufgeheizten Nachfrage nach ihnen führt. Die selbst entworfenen Chips sollen Microsoft dabei helfen, sich aus der strategischen Abhängigkeit von Nvidia zu lösen und die Betriebskosten in Griff zu halten.

Ausserdem verspricht sich der Softwareriese davon, dass damit Software und Hardware besonders eng aufeinander abgestimmt werden können. Damit soll sich deutlich mehr Leistung pro Watt herausholen lassen.

Im hart und kämpften KI-Markt verfolgen auch die Microsoft-Wettbewerber Google, Amazon und Meta eigene ehrgeizige Hardware-Projekte, um sich aus der Abhängigkeit von Nvidia zu befreien.

Geplant: KI-Chip «Made in USA»

Microsoft arbeitet bereits an einem Nachfolger des Maia 200, der unter dem Codenamen «Clea» (Maia 300) entwickelt wird. Er soll nicht mehr bei TSMC in Taiwan hergestellt werden, sondern in den USA.

Damit möchte der US-Techkonzern zum einen seine Lieferkette absichern. Sollte es zu Spannungen um Taiwan kommen, wäre die Versorgung durch den amerikanischen Chiphersteller Intel mit Fabriken in US-Bundesstaaten Arizona oder Ohio gesichert.

Die Entscheidung für Intel wurde aber auch dadurch begünstigt, dass TSMC durch Aufträge von Apple und Nvidia und anderen in der Regel ausgebucht ist.

Quellen

(dsc)

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