Anthropic gibt Banken Zugriff auf neue Hacker-KI – Sorge vor Angriffen wächst weltweit
Das US-Startup Anthropic will europäischen Banken Insidern zufolge demnächst Zugang zu seinem neuen KI-Modell gewähren. Damit sollen sie Gelegenheit bekommen, ihre Computersysteme auf mögliche Schwachstellen zu testen und entsprechende Sicherheitslücken zu schliessen. Über den genauen Zeitrahmen machten die Insider unterschiedliche Angaben, die von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen reichten.
Anthropic entwickelt den KI-Chatbots Claude. Ein neues, noch unveröffentlichtes Sprachmodell (LLM) der Firma zeichnet sich durch verbesserte Fähigkeiten beim Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen in Computerprogrammen aus. Anthropic verzichtet daher vorerst auf die Veröffentlichung von «Mythos Preview».
Ausgewählte US-Banken konnten die KI im Rahmen des von Anthropic angekündigten «Project Glasswing» bereits einsetzen, um ihre IT-Systeme auf Herz und Nieren zu prüfen.
Finanzinstitute arbeiten teilweise noch mit sehr altem Programmcode. Das neue KI-Modell von Anthropic soll nun eingesetzt werden, um logische Fehler und Schwachstellen zu erkennen und zu beheben.
Nervöse Aufsichtsbehörden
Branchenvertreter befürchten eine Flut von Hackerangriffen mithilfe von Mythos Preview. So warnte der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, vor den Risiken der Software. «Wir müssen den Missbrauch dieser Technologie verhindern.»
Die Bankenbranche gilt mit ihrer zum Teil veralteten IT-Infrastruktur als besonders anfällig für Angriffe durch generative künstliche Intelligenz.
Regierungsvertreter der USA, Kanadas und Grossbritanniens haben sich bereits mit führenden Vertretern der Finanzbranche getroffen, um die von generativer KI ausgehenden Bedrohungen zu erörtern.
Auch mehrere asiatische Finanzaufsichtsbehörden gaben am Montag bekannt, dass sie Massnahmen ergreifen, um die Risiken durch «Mythos Preview» zu bewältigen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Laut Bericht wurden Krisensitzungen abgehalten und Expertenteams eingesetzt, um Massnahmen zu prüfen.
Ein Sprecher der australischen Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) erklärte, man beobachte die Verwendung der neuen Anthropic-KI zusammen mit anderen Regulierungsbehörden genau, um mögliche Auswirkungen auf den Markt zu beurteilen.
Die Zentralbank von Singapur erklärte:
Quellen
- Berichte der Nachrichtenagentur Reuters
- reuters.com: Asia regulators monitor Anthropic's Mythos for potential banking risks
(dsc/t-online)

