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Die Anzahl Ebola-Fälle nimmt laut Ärzt ohne Grenzen exponenziell zu.
Die Anzahl Ebola-Fälle nimmt laut Ärzt ohne Grenzen exponenziell zu.Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE
UNO warnt, USA greifen ein

«Das Zeitfenster, um Ebola zu stoppen, schliesst sich»

16.09.2014, 18:0416.09.2014, 18:06

Die Ebola-Epidemie in Westafrika droht immer dramatischere Folgen zu haben. Jetzt warnt die UNO vor einer grossen humanitären Krise, sollte nicht schnell gehandelt werden.

Die UNO befürchtet, den von der Ebola-Epidemie erfassten Staaten Westafrikas drohe der Zusammenbruch. «Es handelt sich längst um viel mehr als um einen Gesundheitsnotstand», erklärte die UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Valerie Amos, am Dienstag in Genf.

So wirkten sich Quarantänemassnahmen etwa auf die Wirtschaft aus und seien für die ohnehin arme Bevölkerung ein zusätzliches Problem. «Wenn nicht schnell gehandelt wird, droht den betroffenen Ländern eine massive humanitäre Krise.»

Zunächst müsse verhindert werden, dass die Gesundheitsversorgung in den besonders betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone zusammenbreche. Dies gelte auch für die Bekämpfung anderer Krankheiten als Ebola. Wichtig sei zudem die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser.

«Das Zeitfenster, um diese Epidemie zu stoppen, schliesst sich»

Die Kosten für die Bewältigung der Ebola-Krise schätzt die UNO auf gut eine Milliarde Dollar. Davon sei bisher ein knappes Drittel gedeckt, sagte der zuständige UNO-Koordinator David Nabarro. Er lobte die gemeinsamen Anstrengungen einer Koalition aus Regierungen und privaten Organisationen, die am Dienstag am Sitz der UNO in Genf über Hilfen beraten hatte.

USA schicken 3000 Soldaten

Sendet 3000 Truppen: Barack Obama.
Sendet 3000 Truppen: Barack Obama.Bild: Charles Dharapak/AP/KEYSTONE

Die Vorsitzende der Organisation «Ärzte ohne Grenzen», Joanne Liu, warf Regierungen beim gleichen Treffen Untätigkeit vor. In den vergangenen Wochen hätten nur einige wenige Länder die nötigen Hilfen zugesagt, kritisierte sie laut Redemanuskript. «Das Zeitfenster, um diese Epidemie zu stoppen, schliesst sich», so Liu. Die Zahl der Infizierten steige exponentiell an.

Liu begrüsste Berichte, nach denen die USA Truppen in die betroffenen Länder entsenden wollen. Sollte dies zutreffen, müssten andere Staaten dem guten Beispiel folgen.

US-Präsident Barack Obama will 3000 Militärangehörige nach Westafrika entsenden. Nach Angaben des Weissen Hauses sollen die US-Einsatzkräfte in den betroffenen Ländern Behandlungszentren aufbauen und medizinisches Personal ausbilden. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht demnach das am schlimmsten betroffene Liberia.

«Wir können es schaffen, dass die Zahl der Infizierten fünfstellig bleibt, aber dafür brauchen wir eine sehr viel schnellere Reaktion»

Obama hat die Epidemie eine Bedrohung für die nationale Sicherheit bezeichnet und vom Kongress zusätzliche 88 Millionen Dollar zur Bekämpfung der Seuche und zur Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen gefordert.

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Auch China baut seine Hilfe aus und schickt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein 59-köpfiges Team aus Seuchenexperten, Ärzten und Krankenpflegern nach Sierra Leone.

Dramatischer Anstieg der Infektionen

Auch die WHO warnte vor einem dramatischen Anstieg der Infektionen. «Wir können es schaffen, dass die Zahl der Infizierten fünfstellig bleibt, aber dafür brauchen wir eine sehr viel schnellere Reaktion», sagte der Vizegeneraldirektor der Organisation, Bruce Aylward. Nach WHO-Angaben haben sich bis zum Dienstag 4985 Menschen mit dem Ebolavirus infiziert, davon sind 2461 bereits gestorben.

Ende August hatte die WHO noch mit etwa 20'000 Ebolafällen gerechnet. Nach Ansicht von US-Experten könnte die Ebola-Epidemie dieses Krisenszenario der WHO aber bei weitem übersteigen. Das Virus werde noch mindestens 12 bis 18 Monate grassieren und könnte Hunderttausende Menschen infizieren.

Mit der Ebola-Krise wird sich auch der UNO-Sicherheitsrat beschäftigen. In einer Dringlichkeitssitzung am Donnerstag in New York müsse der «Stand der Epidemie» diskutiert werden, erklärte die US-Botschafterin bei der UNO, Samantha Power, am Montag. (aeg/sda/dpa/afp/reu)

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